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Rosenduft und Schattenspiele

Marburgs schönste Gärten Rosenduft und Schattenspiele

Im Frühling und im Sommer dominieren Rosen den Garten von Familie Wölk. Im Spätsommer gibt es Quitten, Kirschen und andere Leckereien – eigentlich. Dieses Jahr bleibt die Ernte aus.

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Viele Gartenräume - eine Wohlfühlzone

Auf einer selbst gebauten Schaukel umgeben von Blumen genießt Marianne Wölk gerne die Morgenstunden.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Ruheecken, Platz zum Toben, liebevolle Dekorationen und jede Menge Blumen: Im Garten der Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk gibt es viel zu entdecken. Der große, abwechslungsreich gestaltete Garten erschließt sich nicht auf den ersten Blick – erst nach und nach fallen viele kleine Details ins Auge.

Da ist die Keramikfigur eines Hundes, der den Kopf in der Erde verbuddelt hat; dort sind die schicken Vogelhäuschen von Ästen verdeckt; hier stehen kunstvoll verzierte Vogelkäfige, gefüllt mit Kerzen.

Eine solch blühende Ruheoase war der Garten jedoch nicht immer: Das Haus wurde laut Wölk in den 50er-Jahren gebaut, damals auch der großzügige Garten angelegt. „Er war so groß, weil die Menschen viele Nahrungsmittel selbst angebaut haben“, erzählt sie. Rosen statt Kartoffeln – die Schwiegereltern hätten dafür nie Verständnis. „Das ist ein Luxus, der auch noch mit Arbeit verbunden ist.“ 

Die Familie genießt den Garten gerne

Gemüse wächst inzwischen nur noch in einem Hochbeet, Kräuter in einem weiteren kleinen Beet. Was in dem Garten auf keinen Fall wächst: Erdbeeren. „Mein Mann musste als Kind immer die Erdbeeren hegen. Heute will er keine mehr im Garten sehen“, sagt Wölk fröhlich. Nun hegt sie zahlreiche farbenprächtige Rosenstöcke, die zwei Mal im Jahr den Garten mit ihren duftenden Blüten einhüllen.

Die Saison der Rosen ging in den vergangenen Wochen langsam zu Ende. Wölk hat jedoch auch andere Blüten, die sich mit den Rosen ablösen und dann für Farbe sorgen: „Von Hortensien hat man sehr lange etwas. Sie blühen von August bis in den Oktober hinein“, sagt sie.

Zwischen Rosen, unter Feigen- und Quittenbäumen und neben Wasserspielen für zwitschernde Vögel tollen oftmals der Familienhund und Wölks Enkelchen im 850 Quadratmeter großen Garten. „Für das Baby bieten die Sonne und das Blätterdach das spannendste Windspiel“, erklärt die Stadtverordnetenvorsteherin. Für Kinder sei es spannend, die Pflanzen kennenzulernen und beim Gießen zu helfen.

Die Familie genießt den Garten gerne, feiert dort mit Freunden unter der Pergola – alte Bettlaken schützen hier vor der Sonne – oder entspannt in der selbst gebauten Schaukel. Auch eine Taufe haben die Familie und Freunde jüngst unter den Bäumen gefeiert.

Die Ernte der Obstbäume bleibt aus

Doch so ein Garten macht auch Arbeit: „Aber ich mache das hier nicht alles hundertprozentig“, sagt Wölk. „Wenn ich Lust habe, dann hole ich Hacke und Eimer raus. Allerdings habe ich ja auch andere Arbeit.“ Aber gerade im Sommer lasse sie doch lieber die Bügelwäsche stehen, um sich in die Gartenarbeit zu flüchten.

Einen Teil der Arbeit, die der Garten so mit sich bringt, vermisst Wölk in diesem Jahr: Die Ernte der Obstbäume bleibt aus. „Der späte Frost hat vieles kaputt gemacht“, erklärt sie. Den geliebten hausgemachten Quittengelee werde es dieses Jahr also nicht geben und auch an den übrigen Bäumen sieht es zwischen den Blättern mager aus. „Selbst meine Hortensien blühen nicht so wunderbar wie sonst“, bedauert Wölk.

Eines durchzieht den gesamten Garten wie ein roter Faden: Sandsteine. Sie bilden überall die Umrandung für Rosenstöcke und Blumenbeete. „Die Steine bringe ich von Wanderungen mit“, erklärt Wölk. Da muss schon einmal die ganze Familie helfen, die kleinen Gewichte mit nach Hause zu schleppen. Doch weiß Wölk bei den vielen handgroßen Sandsteinen noch genau, wo sie die jeweils gefunden hat und kann Geschichten dazu erzählen.

von Patricia Grähling

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