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Kunst trifft Natur in Michelbach

Marburgs schönste Gärten Kunst trifft Natur in Michelbach

Was passiert, wenn ein kleiner Garten und eine Künstlerin mit einem grünen Daumen aufeinandertreffen? Es entsteht eine kleine Oase mit vielen Hinguckern.

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Cornelia Altemueller hat ein grüne Oase hinter ihrem Fachwerkhaus geschaffen. Auf weniger als 100 Quadratmetern wachsen Pechnelken, Buddleja, Knöterich und Co. dicht an dicht. Wer genau hinschaut, kann zwischen Stauden und in Sträuchern überall kleine Kunstgegenstände entdecken.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Dicht an dicht stehen die Häuser hinter der Michelbacher Kirche beisammen. Gärten sind von vorne nicht zu sehen. Nur ein schmuckes kleines Fachwerkhaus. Wer einen schmalen Pfad zwischen zwei Häusern hindurchgeht, findet sich dann aber unvermittelt in einer grünen Oase
wieder: Bunte Blüten locken Schmetterlinge an, die Bienen brummen umher und hier und dort fängt etwas Glitzerndes den Blick auf.

Es ist ein kleiner Garten voller verschiedener Pflanzen, liebevoll gehegt und gestaltet. Doch erst bei genauem Hinsehen tun sich die Dinge auf, die den Garten ausmachen: Da sind kleine Tonkrüge unter einem Busch versteckt. Ein glitzernder Kristall im Busch fängt die Sonnenstrahlen auf. In einem alten Waschbecken erblühen Blumen. Glasierte Fliesen bilden einen kleinen, bunten Fußweg und geschickt platzierte Spiegel lassen den Garten viel größer wirken.

Was passiert, wenn ein kleiner Garten und eine Künstlerin mit einem grünen Daumen aufeinandertreffen? Es entsteht eine kleine Oase mit vielen Hinguckern.

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Kurz gesagt: Es ist ein kleiner Garten voller versteckter Hingucker. Das passiert eben, wenn eine Künstlerin einen Garten gestaltet. Er gehört Cornelia Altemueller. Sie verwertet sonst Keramik neu, macht aus alten Kannen und Tassen neue Kunstwerke – vorwiegend Mosaike. Die finden sich in ihrem Garten allerdings nicht so häufig. „Ein so kleiner Garten wirkt schnell überladen“, erklärt sie. „Es darf nicht zu unruhig werden, dann muss das Auge ständig irgendwas angucken und hat keine Zeit zu ruhen und den Garten wirken zu lassen.“

Kaum zu glauben: Alte­mueller werkelt erst seit Oktober 2013 an ihrem kleinen Garten herum. Damals war es nur ein kleines Rasenstück voller Unkraut und Johannisbeeren. „Aber ich habe das Potenzial gesehen. Das Haus wollte ich eigentlich nicht, aber ich wollte den Garten – jetzt habe ich eben auch das Haus dazu.“ Den Garten entwickelt sie ständig weiter, sucht neue Pflanzen oder neue Standorte für die bisherigen. „So ein Garten entwickelt sich und er verändert sich zu jeder Jahreszeit“, erklärt die Künstlerin.

Cornelia Altemueller bezeichnet sich als "faule Gärtnerin"

Sich selbst bezeichnet sie als „faule Gärtnerin“ – deswegen habe sie wenig Rasen und eigentlich nur mehrjährige Blumen und Stauden. Außerdem orientiere sie sich an englischen Gärten: Viele verschiedene Blumensorten pflanze sie dicht beisammen und schaffe so eine interessante Fülle verschiedener Farben und Strukturen – zugleich wachse wenig Unkraut dazwischen. „Aber ich arbeite gerne in der Erde, sehe den Pflanzen beim Wachsen zu.“ Am Ende des Tages sitze sie gerne auf ihrer Terrasse und betrachte, was sie geschaffen habe. „Fertig wird der Garten aber nie sein.“

von Patricia Grähling

Gartentipp
Cornelia Altemueller wählt gerne Pflanzen, von denen sich Bienen und Schmetterlinge ernähren, etwa pinke und lilafarbene Buddleja. Außerdem hat sie einen roten Knöterich, der im Halbschatten wächst und ihr die Wespen vom Leib hält. „Die fliegen
total darauf und kommen gar nicht mehr auf meine Terrasse“, erzählt sie.
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