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Ein eigener Park mit seltenen Blumen

OP-Gartenserie Ein eigener Park mit seltenen Blumen

Wie ein kleiner Park wirkt der Garten der Familie Giesler in Moischt. Auf kleinen Rundwegen geht es zwischen Stauden und Sträuchern entlang zu versteckten Ruheplätzen.

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Der Garten der Familie Giesler in Moischt ist eine grüne Idylle: Kleine gepflasterte Wege führen hindurch, und es wachsen Pflanzen darin, die es nicht in jedem Garten gibt.

Quelle: Patricia Graehling

Marburg. Der Garten der Familie Giesler ist mit einem Wort perfekt zu beschreiben: idyllisch. Wer auf der Terrasse sitzt, sieht von dort aus nur geschwungene Wege, Bäume, Blumen und Hecken. Andere Häuser und andere Menschen sind nicht zu sehen. Dabei ist der Garten gar nicht so riesig, dass Nachbarn weit weg wären. Mit rund 500 Quadratmetern hat er zwar eine ordentliche Größe - aber durch die geschickte Bepflanzung und Gestaltung wirkt er nicht nur viel größer, sondern schirmt den Garten auch ab zu einem eigenen kleinen Reich im Grünen.

Herzstück des Gartens ist die große Terrasse. Dort stehen viele Blumenkübel voller Funkien, sogenannte Herzblattlilien, die fliederfarben blühen. Es gibt sanfte Hänge, gestaltet mit Blumen und Stauden, kleine Buchsbäume und einen Sprudelstein in Hörweite. Gepflasterte schmale Wege laden dazu ein, den Rest des Gartens zu entdecken, der wie ein großzügiger Park wirkt. Zwischen hohen Bäumen taucht da plötzlich eine Kota auf - eine blau gestrichene Gartenhütte mit einer Feuerstelle in der Mitte, drumherum Sitzbänke, die mit Fellen ausgelegt sind. „Im Winter haben wir hier sehr gemütliche warme Stunden mit Freunden“, verrät Hausherrin Hedi Giesler.

Gartenreise durch England bringt Inspiration

In anderen schattigen Ecken laden Ruhebänke zum Verweilen ein, eine Liege steht in der Sonne bereit. Und in den Bäumen finden sich kleine Windspiele und hübsche Dekorationen, die sich erst auf den zweiten Blick zeigen.

Die Familie lebt seit 1989 in dem Haus und pflegt den Garten. Laut Giesler hat er sich in der Zeit immer wieder verändert - insbesondere nach einer Gartenreise durch England. „Schöne Details nimmt man ja gerne mit. Da habe ich hier einiges umgekrempelt“, so Giesler. Dort habe sie auch gelernt, dass man in kleineren Gärten lieber wenige Sorten öfter anpflanzt, statt von vielen Pflanzen nur jeweils eine oder zwei. „Aber manchmal geht es auch mit mir durch“, erzählt sie.

„Natur zeigt Grenzen auf“

Zum Sklaven ihres Gartens will Giesler sich nicht machen. Sie arbeitet dort viel, wenn sie Lust hat. „Aber im Moment mache ich eigentlich zu wenig.“ Auch liebt Giesler ihre Pflanzen zwar - gießt sie aber bei großer Hitze nicht alle. „Das wäre Wasserverschwendung.“ Kühles Nass bekommen dann nur die Topfpflanzen und die Neuanpflanzungen. „Im letzten, sehr heißen Sommer sah es hier schon früh nach Herbst aus“, erzählt die Hausherrin. Neben ihrer Stimme ist kaum etwas zu hören, bis auf sanftes Blätterrauschen und Gezwitscher von Vögeln. „Trotz unserer Katze fühlen die Vögel sich hier wohl, auch im Winter“, erzählt sie.

Auch Giesler selbst fühlt sich sehr wohl - hat aber trotzdem immer noch was zu verändern. Neue Sprudelsteine und ein Wasserspiel würde sie gerne noch setzen. Nicht in Erfüllung gehen wird hingegen wohl ein Wunsch: „Mein Lieblingsbaum ist die Hängeulme. Aber leider wird sie zu groß für meinen Garten.“ Dass eben nicht alles auf Wunsch funktioniert, liebt sie aber gerade an der Gartenarbeit: „Der Garten zeigt, dass man nicht alles regeln kann im Leben“, erzählt sie. „Man pflanzt etwas, weil es toll aussieht, und dann kommt ein Unwetter oder eine Wühlmaus.“ Die Natur zeige ihr eben auch ihre Grenzen auf.

von Patricia Grähling

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