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Duftender Lauch aus Afghanistan

Marburgs schönste Gärten Duftender Lauch aus Afghanistan

Für Hodjat ist ein eigener Garten ein Muss - dort baut die afghanische ­Familie eigenes Gemüse an und erfreut sich an duftenden Rosen.

Lauch aus der Heimat, Koriander, Salat und Gurken wachsen im Garten von Hodjat und seiner Familie. Für Duft sorgen auch die Blumen und der Lavendel, der auf einem Podest in Deutschlandfarben thront. Überall finden sich kleine Detail, etwa Engel und ein Buddha. Unter einem Schatten spendenden Baum gibt es eine Spielecke für das Enkelchen.Fotos: Patricia Grähling

Quelle: Patricia Graehling

Marburg. Der zarte Duft von Lauch liegt in der Luft, vermischt mit den Gerüchen von Lavendel und Rosen - und Pizza. Hodjat genießt nach getaner Gartenarbeit die Sonne und die Ruhe in seinem eigenen Paradies. An diesem Tag hat er schon einiges geschafft: Gurken geerntet, Unkraut gerupft, Tomaten und Auberginen gegossen - und das Dach seiner Laube geflickt, denn in den vergangenen Tagen hatte es hineingeregnet.

Hodjat und seine Familie sind seit einem Jahr Pächter einer Parzelle im Kleingartenverein an der Stephan-Niderehe-Straße. Laube, Rosenstöcke und einige andere Pflanzen hat er von seinem Vorpächter übernommen. „Er hat viele schöne Sachen gemacht“, lobt Hodjat. „Ich habe nur noch hier und da meinen Geschmack eingebracht.“ Dafür hat Hodjat viel gewerkelt und auf Flohmärkten eingekauft. Eine kleine Schubkarre aus Holz hat er dort entdeckt, die er mit bunten Blumen bepflanzt hat. Gefunden hat er auch einen Buddha aus Stein - auf den er sehr stolz ist. Denn den hat er mit Lampe und Pumpe ausgestattet, kann ihn so beleuchten und in ein Wasserspiel verwandeln, das beruhigend plätschert.

"Ich will mein eigenes Gemüse anbauen"

„Wir haben eine Wohnung in Marburg, aber dort leider keinen Garten“, erzählt Hodjat. „Aber ich habe Spaß an Blumen, ich will mein eigenes Gemüse anbauen. Und manchmal will ich mich einfach in meinen Garten legen und meine Ruhe haben“, verrät er. Deshalb habe seine Familie sich um ­eine Parzelle bei den Kleingärtnern beworben. Seither pflegt er Rosen in verschiedenen Farben - seine Lieblingsblumen. In den Gemüsebeeten pflanzt er einiges an Kräutern und Gemüse an, die er auch in Afghanistan gerne zum Kochen benutzt hat: Auberginen und Koriander wachsen dort und ein ganzes Beet voller afghanischem Lauch. „Bei euch heißt es, glaube ich, Schalotte. Es schmeckt und riecht ähnlich wie der Lauch, der hier in Deutschland wächst - ist nur viel milder.“ Hodjat nutzt das gerne als besondere Note im Salat, zu Nudeln oder allen möglichen anderen Gerichten - die er oft auch gemeinsam mit der Familie direkt im Garten zubereitet. Neben einem Grill hat er hier einen selbstgebauten Kochtopf, der über brennenden Holzscheiten erhitzt wird.

„Es ist ein schöner Treffpunkt. Wir sind hier gerne mit Freunden und Familie“, sagt Hodjat über seinen Garten. Auch der zweijährige Enkel tobt gerne in dem kleinen Paradies herum, schaukelt am Baum - und feiert seinen Geburtstag dort. „Dann wird es vielleicht mal ein bisschen lauter“, entschuldigt Hodjat sich vorab bei seinen Nachbarn, die gutmütig abwinken.

von Patricia Grähling