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Smalltalk - kleines Gespräch mit großer Wirkung

Karriere Smalltalk - kleines Gespräch mit großer Wirkung

In der Kolumne „Ihre Karriere, bitte" schreibt Coach Inge Maisch dieses Mal darüber, wie wir uns mit scheinbaren Belanglosigkeiten wichtige Türen öffnen können.

Wie schaffen sie es nur immer? Sie haben sofort Kontakt, die Kunden sind begeistert, selbst schwierige Geschäftspartner scheinen sie mühelos für sich gewinnen zu können.

Weshalb gelingt es unseren Kolleginnen und Kollegen mit Leichtigkeit und ohne Scheu mit anderen Menschen ins Gespräch kommen, während wir herumstottern und spätestens nach dem dritten Satz nicht mehr weiter wissen? Weshalb schaffen sie es scheinbar ohne jegliche Anstrengung, eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu kreieren, die es allen Beteiligten leichter macht, sich danach auf die vorgesehenen Themen einzulassen oder das schwierige Kundengespräch erfolgreich zu führen und zu beenden?

Manche Menschen sind einfach Smalltalkbegabte. Die meisten von uns stehen jedoch vor der Herausforderung, die Kunst des kleinen Gesprächs zu erlernen, wenn wir es nicht schon beherrschen. Denn heute ist Smalltalk im Beruf und für die eigene Karriere wichtiger denn je. Gerade im Zeitalter von Email, SMS und Internetchat.

Smalltalk dient dazu, dass zwei unbekannte Gesprächspartner sich ungezwungen kennen und schätzen lernen, ehe sie damit beginnen, über ihre eigentlichen beruflichen Fragen und geschäftlichen Themen zu reden. Smalltalk hilft dabei, am neuen Arbeitsplatz den ersten Arbeitstag leichter und manchmal auch langfristig erfolgreicher zu bewältigen. Und ein guter Smalltalk im Vorstellungsgespräch bringt oft mehr Erfolg und ist zielführender als das beste Zeugnis einer berühmten Universität. Abgesehen davon, dass das kleine Gespräch auf dem Flur so manchen Konflikt zwischen Abteilungen und Kollegen auf charmante und elegante Weise auflöst oder gar nicht erst entstehen lässt.

Smalltalk öffnet Türen und bringt Menschen dazu, sich gegenseitig sympathisch zu finden – beste Voraussetzungen für gedeihliche Kundengespräche und spannende Karriereschritte.
Smalltalk – die Wirkung des kleinen Gesprächs kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Genießen Sie es, täglich und immer wieder neu erfolgreich zu plaudern.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
1.) Wenn Sie nicht zu den Smalltalk-Naturtalenten gehören, dann gibt es nur einen Weg, ein Smalltalk-Profi zu werden: üben, üben, üben.
2.) Üben Sie zunächst mit sich selbst. Nehmen Sie sich ein Thema vor, über das Sie gerne sprechen, und dann plaudern Sie einfach los. Wenn Sie mögen, dann stellen Sie sich vor den Spiegel und sprechen mit Ihrem Spiegelbild.
3.) Üben Sie dann mit Menschen, die Sie kennen.
4.) Und wenn Sie dann mögen, dann sprechen Sie einfach mal mit der netten Kassiererin im Supermarkt ein paar Worte oder mit Ihren täglichen Mitfahrern zur Arbeit in Bus und Bahn oder mit Ihren Kolleginnen und Kollegen, die Sie täglich im Betrieb sehen und bislang noch nicht kennen. Beste Gelegenheiten, Ihren Smalltalk zu üben.
5.) Unterstützen Sie Ihre Smalltalkfähigkeiten, indem Sie immer wieder Assoziationsketten herstellen: Suchen Sie sich einen Begriff aus und assoziieren dazu mindestens sieben weitere. Je häufiger Sie dies üben, umso rascher gelingen Ihnen die Assoziationen. Im Smalltalk können Sie dann, wenn Ihnen zum Thema Ihres Gesprächspartners gar nichts einfällt, sagen, „ja, beim Stichwort Blumen fällt mir ein …“. Und dann sprechen Sie über ein Thema, bei dem Sie sich sicher fühlen.
6.) Prägen Sie sich ein paar Einleitungssätze ein, die Ihnen helfen, die ersten Schritte im Smalltalk leichter zu gehen. Etwa: „Ich habe Sie schon oft in der Kantine gesehen, schön, dass wir heute miteinander ins Gespräch kommen.“ „Ich finde die Architektur des Veranstaltungsortes ausgesprochen ansprechend.“ „Gut, dass es das Wetter erlaubt, dieses informative Seminar draußen ausklingen zu lassen.“
7.) Nicht alle Themen eignen sich als Smalltalk-Themen. Politik und Religion sind keine Smalltalk-Themen. Ebenso wenig Kritik am Essen, am Ambiente oder an der Durchführung einer Veranstaltung. Klatsch und Tratsch gehören nicht in einen Smalltalk und mit der eigenen Intelligenz, dem großen Auto oder dem schnellen Boot zu brillieren, ist ebenfalls tabu.

Tipps zum Lesen
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
Bonneau, Elisabeth, Erfolgsfaktor Smalltalk – mühelos Kontakte knüpfen, 2005, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN 978-3774277267
Degen, Ursula, Smalltalk … Damit die Pause nie peinlich wird, 2002, Orell Füssli Verlag, ISBN 978-3280050149
Kessler, Annette, Smalltalk von A bis Z, 150 Fragen und Antworten, 2007, Gabal-Verlag, ISBN 978-3897496736
Krüll, Caroline, Smalltalk - Reden Sie sich zum Erfolg!, 2008, Beck Juristischer Verlag, ISBN 978-3406577994
Topf, Cornelia, Smalltalk – Das Beste, 2008, Haufe Verlag, ISBN 978-3448090871

Das OP Expertenteam
Waldemar Droß, Agentur für Arbeit Marburg, Leitung
Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf
Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Barbara Schade, Beraterin und Coach, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg

von Inge Maisch

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In der Kolumne "Ihre Karriere, bitte" schreibt Coach Inge Maisch dieses Mal überdie eigene Wahrnehmung dessen, was wir gut können.

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Die Karriere-Beraterin

Inge Maisch arbeitet im Bereich Business und Personal Coaching. Sie begleitet und berät ihre Klienten bei beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. Schwerpunkte sind Karriereplanung, Weiterentwicklung als Führungskraft, das Herausarbeiten neuer beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Auftritt im Beruf.

Seit 2009 schreibt sie die wöchentliche Kolumne "Ihre Karriere bitte!" für die Oberhessische Presse. mehrKostenpflichtiger Inhalt