Volltextsuche über das Angebot:

° / °

Navigation:
Knigge am Arbeitsplatz

Benimm Knigge am Arbeitsplatz

Umgangsformen sind nicht nur bei Hofe unverzichtbar. Auch im Büro läuft's besser, wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

Voriger Artikel
Die Tür zur Zukunft
Nächster Artikel
Vorbilder können hilfreich sein

Inge Maisch unterstützt und berät Berufstätige als Coach.

 

„Ich habe keine Angst vor der neuen Arbeit. Angst habe ich davor, dass ich Fehler mache beim Auftreten. Wie begrüße ich beispielsweise meinen neuen Kollegen?“ „Oder was mache ich, wenn ich gefragt werde, ob ich mein Gegenüber duzen möchte?“ Peter M. hat eine Stelle als Auszubildender in einem Steuerbüro bekommen und freut sich darauf, seinen Beruf erlernen zu können. Für den ersten Arbeitstag wünscht er sich ein paar Anregungen, die ihm den Einstieg in die neue Stelle leichter machen.

Beim Kennenlernen der Kollegen und Kolleginnen entscheidet er sich in der Beratung dafür, bei der ersten Begegnung von sich aus alle freundlich zu begrüßen und sich selbst mit Vor- und Zunamen vorzustellen, um so seinen Kolleginnen und Kollegen die Chance zu bieten, seinen Namen in Erinnerung zu behalten.

Beim Duzen will er erst einmal abwarten, welche Umgangsformen im Unternehmen gepflegt werden. Junge Leute in seinem Alter wird er vermutlich sofort duzen, außer er wird von ihnen mit „Sie“ angesprochen. „Wie verhalte ich mich, wenn mir jemand das „Du“ anbietet, den ich nicht duzen will?“ Bei Vorgesetzten will er sich an die Faustregel halten, das „Du“ höflich und freundlich abzulehnen – und bei Kolleginnen und Kollegen, bei denen ihm ein zu vertraulicher Ton am Arbeitsplatz eher unsympathisch ist.

Eine große Herausforderung für ihn ist das kleine Gespräch zwischendurch in der Kaffeepause oder in der kleinen Kantine des Unternehmens. „Was sage ich, wenn die Kolleginnen und Kollegen von ihrem letzten Urlaub erzählen? Oder von ihren Familien? Bei mir dreht sich im Moment alles um meine Ausbildung.“ Nach einer Weile entdeckt er, dass sein Interesse an Musik und an dem örtlichen Fußballverein interessante Themen für den Smalltalk sein können. Außerdem weiß er von sich, dass er gut zuhören kann und damit eine wichtige Voraussetzung mitbringt, an entsprechender Stelle ins Gespräch einsteigen zu können.

Weniger Bedenken hat er vor Betriebsfeiern und kleinen Festen im neuen Unternehmen. Für ihn ist es selbstverständlich, bei Einladungen im Büro nicht zu tief ins Glas zu schauen und dadurch zum andauernden Büroklatsch zu werden.

Ansonsten hofft er, dass er Gelegenheit haben wird, an seinem ersten Arbeitstag möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen Fragen stellen zu können und so rasch einen näheren Einblick in seine neue Arbeit zu gewinnen.

von Inge Maisch

Checkliste für Knigge am Arbeitsplatz:
1.) Die Spielregeln für das Miteinander in einem Unternehmen sind unterschiedlich. Beim Antreten einer neuen Arbeitsstelle lohnt es sich, sich mit den spezifischen Gepflogenheiten im neuen Haus zu befassen. Etwa, welche Kleiderordnung gewünscht wird und welche individuellen Möglichkeiten die Mitarbeiter haben.
2.) Zum innerbetrieblichen Miteinander gehört oft auch, wie beispielsweise mit Pünktlichkeit umgegangen wird. Auch hier gilt, sich die Spielregeln zu beachten und sich bei eigener Unpünktlichkeit rechtzeitig entschuldigen.
3.) In manchen Unternehmen ist das Wörtchen „danke“ ausgestorben. Verbunden mit einem kleinen Lächeln kann ein „Danke schön“ Türen öffnen und so manche Gespräche leichter machen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
Hanisch, Horst, Knigge für Beruf und Karriere, 2006, Haufe Mediengruppe, ISBN: 9783448077445

Das OP-Expertenteam
Waldemar Droß, Agentur für Arbeit Marburg, Leitung a. D.
Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf
Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Barbara Schade, Diplom-Psychologin und Referentin, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Handlungsweisen

Soll man sich im Beruf an Vorbildern orientieren, oder soll man seinen eigenen Weg finden? Beides kann sinnvoll sein, weiß OP-Kolumnistin Inge Maisch.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Die Karriere-Beraterin

Inge Maisch arbeitet im Bereich Business und Personal Coaching. Sie begleitet und berät ihre Klienten bei beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. Schwerpunkte sind Karriereplanung, Weiterentwicklung als Führungskraft, das Herausarbeiten neuer beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Auftritt im Beruf.

Seit 2009 schreibt sie die wöchentliche Kolumne "Ihre Karriere bitte!" für die Oberhessische Presse. mehrKostenpflichtiger Inhalt