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Ich fördere mich selbst

Weiterbildung Ich fördere mich selbst

Carsten R. fühlt sich vom Chef nicht genug gefördert. Was tun?

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Inge Maisch unterstützt und berät Berufstätige als Coach.

„Wir sind ein wirklich gutes Team, verstehen uns beruflich wie privat und unsere Leistungen im Bereich der Forschung werden von Kollegen innerhalb und außerhalb des Unternehmens geschätzt und respektiert. Was uns fehlt, ist, dass unser Chef uns fördert und uns bei der Unternehmensleitung für interne und externe Trainingsprogramme vorschlägt. In anderen Abteilungen werden die Kolleginnen und Kollegen immer wieder zur Weiterbildung geschickt oder auf Kongresse und bauen dadurch ihre Netzwerke und ihre Karrierechancen weiter aus. Was kann ich tun, damit ich ebenfalls von einer Fortbildung profitieren und meine Karriere voran kommt?“ Mit diesen Worten hatte mein Klient Carsten R. um eine Beratung gebeten. Der ausgebildete Naturwissenschaftler wünschte sich, eine größere Forschergruppe zu leiten als bislang und mehr Verantwortung in seinem Unternehmen zu übernehmen. Ohne eine entsprechende Weiterqualifizierung schien dies jedoch nicht möglich. Zunächst hoffte Carsten R., er könne im Coaching Strategien entwickeln, wie er seinen Chef davon überzeugt, sich intensiver für seine Kollegen und ihn einzusetzen. Schweren Herzens musste er erkennen, dass sein fachlich hervorragender Chef kein Interesse daran hatte, gute Mitarbeiter neben sich hochkommen zu lassen, aus Angst, die eigene Bedeutung nähme dadurch ab und die Stellung als Abteilungsleiter werde damit gefährdet.

Carsten R. entschied sich deshalb, das Coaching dazu zu nutzen, seine Stärken zu erkennen und auszubauen und seine Führungsqualitäten zu verbessern, um mit seinem bisherigen Forscherteam zielführender und strukturierter zu arbeiten. Im nächsten Schritt entwickelte er Strategien, wie er sich und seine Kolleginnen und Kollegen weiter „fördern“ könne. Er bat um eine Coaching Beratung seines gesamten Teams und nach einer intensiven Teamsitzung kamen die fünf Forscher und Forscherinnen zum Ergebnis, ihre bisherigen Freiheiten noch stärker zu nutzen. Gezielt suchten sie nach Kooperationen mit anderen Arbeitsgruppen innerhalb und außerhalb des Unternehmens, beteiligten sich aktiver als zuvor mit eigenen Forschungsergebnissen an Kongressen und Tagungen und nutzten das bisher eher ignorierte Angebot, regelmäßig in der Mitarbeiterzeitung auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen. Carsten R. erkannte dadurch, dass ihm seine berufliche Zufriedenheit und das Umsetzen seiner Fähigkeit, ein Team zu leiten, sehr wichtig sind, und bewarb sich erfolgreich um eine andere Stelle in seinem Unternehmen.

von Inge Maisch

Checkliste für „Ich fördere mich selbst“:
1.) Inzwischen haben viele Unternehmen erkannt, wie wichtig die Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter ist. Manchmal scheitern jedoch die guten Ideen an der Umsetzung. Etwa, weil ein Chef einer Abteilung befürchtet, gut qualifizierte Mitarbeiter machen ihm seinen Posten streitig.
2.) Fehlt der Wille bei einem Vorgesetzten, bei einer Vorgesetzten, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern, dann gilt es, gezielt zu prüfen, welche Möglichkeiten die einzelnen haben, sich auf eigene Initiative hin selbst weiter zu qualifizieren. Eine Nachfrage bei der Personalabteilung kann hier ebenso hilfreich sein, wie externe Angebote seitens Kammer, Verbänden und Institutionen.

Tipp zum Lesen:
Deistler, Elisabeth, Haberleiter, Elisabeth, Ungvari, Robert, Führen, Fördern, Coachen: So entwickeln Sie die Potentiale Ihrer Mitarbeiter, 2009, Piper Verlag, ISBN 9783492253437

Das OP-Expertenteam
Waldemar Droß, Agentur für Arbeit Marburg, Leitung a. D.
Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf
Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Barbara Schade, Diplom-Psychologin und Referentin, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg

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Die Karriere-Beraterin

Inge Maisch arbeitet im Bereich Business und Personal Coaching. Sie begleitet und berät ihre Klienten bei beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. Schwerpunkte sind Karriereplanung, Weiterentwicklung als Führungskraft, das Herausarbeiten neuer beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Auftritt im Beruf.

Seit 2009 schreibt sie die wöchentliche Kolumne "Ihre Karriere bitte!" für die Oberhessische Presse. mehrKostenpflichtiger Inhalt