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Die Tür zur Zukunft

Abschied Die Tür zur Zukunft

„Die Tür zur Zukunft“ nennt der Philosoph Dr. Manfred Hinrich (*1926) den Abschied aus einem ungeliebten Job, aus einer Beziehung, an der wir nur noch aus sentimentalen Gründen festhalten.

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Knigge am Arbeitsplatz

Inge Maisch berät und unterstützt Berufstätige als Coach.

Manchmal nerven uns unsere Arbeitsstelle oder unsere seit langem überholte Freundschaft so sehr, dass wir mit einem radikalen Schritt alles hinter uns lassen, spontan die Kündigung auf den Tisch unseres Chefs knallen, und wir nur noch einen Wunsch haben: so schnell wie möglich raus aus allem. Und manchmal ist diese Reaktion genau richtig und hilfreich für uns, den sonst hätten wir unsere „Tür zur Zukunft“ nie aufgemacht.

Oft lohnt es sich jedoch, erst einmal anzuhalten und den Abschied aus dem Althergebrachten in Ruhe zu planen und durchzuführen. Sinnvoll ist es beispielsweise herauszufinden, ob wir mit der Kündigung Anspruch auf eine Abfindung haben oder ob wir eine Weiterbildung machen können, die uns in unserem künftigen Beruf ein breiteres Spektrum an Arbeitsmöglichkeiten bietet.

Außerdem kann es für uns im neuen Job hilfreich sein zu wissen, welche Fehler wir an der alten Arbeitsstelle gemacht haben und diese zum Beispiel mit Hilfe eines Beraters oder Coachs aufzuarbeiten und zu verbessern. Oder für uns herauszufinden, dass wir künftig tatsächlich gerne eine Leitungsfunktion übernehmen möchten oder lieber nicht so gern an entscheidender Position tätig sind. Manchmal entdecken wir auch durch eine gründlichere Beschäftigung mit unseren eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, dass wir die Perspektiven an unserem bisherigen Arbeitsplatz nicht genügend ausgeschöpft und wir uns nicht gewinnbringend genug für weiterführende Positionen in unserem bisherigen Unternehmen engagiert haben. Ein Berater oder ein Coach kann uns weiterhin dabei helfen, damit umzugehen, dass wir uns getäuscht haben in unserem Chef, in unseren Kolleginnen und Kollegen (oder in unseren privaten Beziehungen).

Kommen wir zum Ergebnis, dass wir wirklich gerne gehen möchten und eine neue Stelle suchen wollen oder bereits gesucht haben, dann müssen alle Betroffenen rechtzeitig von unserem geplanten Schritt erfahren. Unsere Vorgesetzen zuerst, danach die unmittelbaren Kolleginnen und Kollegen und dann die gesamte Abteilung. Wenn es uns außerdem gelingt, uns in angenehmer Atmosphäre zu verabschieden, auch wenn wir innerlich froh sind, endlich alles hinter uns zu lassen, dann bleibt die Tür offen zu den bisherigen Kontakten im alten Unternehmen.

von Inge Maisch

Checkliste für „Die Tür zur Zukunft“:

1.) Der Schritt durch die Tür zur Zukunft ist ein Schritt ins Ungewisse. Gehören wir zu den Menschen, die Angst vor dem Neuen haben und deshalb lieber am Bewährten festhalten, auch wenn es uns nicht gut tut, dann kann es hilfreich sein, erst einmal zu schauen, weshalb wir so ungerne loslassen und nur selten vertrautes Terrain verlassen.
2.) Familie, Freunde und Berater wie ein Coach können uns darin unterstützen, in Ruhe die Argumente für und gegen einen Abschied aus dem bisherigen Arbeitsplatz oder der bisherigen Beziehung aufzuzeigen.
3.) Familie, Freunde und Berater wie ein Coach können uns auch dabei helfen, unsere Trauer über den falsch gewählten Job und unsere Enttäuschung über unser langes Zögern, die Arbeitsstelle zu wechseln, zu verarbeiten.

Das OP-Expertenteam

Waldemar Droß, Agentur für Arbeit Marburg, Leitung a. D.
Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf
Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Barbara Schade, Diplom-Psychologin und Referentin, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg

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Soll man sich im Beruf an Vorbildern orientieren, oder soll man seinen eigenen Weg finden? Beides kann sinnvoll sein, weiß OP-Kolumnistin Inge Maisch.

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Die Karriere-Beraterin

Inge Maisch arbeitet im Bereich Business und Personal Coaching. Sie begleitet und berät ihre Klienten bei beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. Schwerpunkte sind Karriereplanung, Weiterentwicklung als Führungskraft, das Herausarbeiten neuer beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Auftritt im Beruf.

Seit 2009 schreibt sie die wöchentliche Kolumne "Ihre Karriere bitte!" für die Oberhessische Presse. mehrKostenpflichtiger Inhalt