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"Fürst Bismarcks Generalstab"

Gründung des Auswärtigen Amtes "Fürst Bismarcks Generalstab"

Der Gründer des Auswärtigen Amtes war Otto von Bismarck (1815 bis 1898), der als Außenpolitiker und Reichskanzler die Geschicke Deutschlands im ausgehenden 19. Jahrhundert mitbestimmte.

Marburg. Das bundesdeutsche Außenministerium nennt sich bis heute Auswärtiges Amt. Gegründet wurde es als Auswärtiges Amt des Norddeutschen Bundes. Zwischen 1871 und 1945 existierte es als Auswärtiges Amt des Deutschen Reichs in Kaiserreich, Weimarer Republik und nationalsozialistischer Diktatur, erläutert Professor Eckart Conze in seiner Gesamtdarstellung des Auswärtigen Amtes.

„Als die Bundesrepublik 1951 ihr eigenes Außenministerium errichtete, nannte sie es wieder Auswärtiges Amt, eine Bezeichnung, die es von allen anderen Bundesministerien unterscheidet“, erklärt Conze.

Zwar habe es auch schon im 15. und 16. Jahrhundert zwischen einzelnen Staaten den Austausch von Gesandten gegeben. Aber erst die Herausbildung von National- und Territorialstaaten im 19. Jahrhundert habe zur von Diplomaten mitgeprägten Außenpolitik geführt. Die Zeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 könne als Hochzeit der modernen Diplomatie gelten, so Conze.

Entscheidend geprägt wurde das Auswärtige Amt in Berlin in der Wilhelmstraße in der ersten Phase nach der Gründung von Otto von Bismarck. Im Volksmund hieß das Auswärtige Amt „Fürst Bismarcks Generalstab“, erläutert Conze. Dies verweise darauf, dass Bismarck von der Wilhelmstraße aus die Politik des Reiches leitete und dort einen diplomatischen Zentralismus mit hierarchischen Strukturen entwickelte.

von Manfred Hitzeroth

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