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Exkursionen führen in unwegsames Gelände

Forschung Marburg: Himalaya-Handbuch Exkursionen führen in unwegsames Gelände

Seit dem Jahr 1976 unternimmt der Geograph ­Professor Georg Miehe Forschungsreisen in das Hochgebirge – vorwiegend im Himalaya-­Region und in Tibet.

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Das Cover des Himalaya-Handbuchs zeigt Berge, Blumen und Natur sowie nepalesische Tragetiere und tierische Wald-Bewohner.

Marburg. Eigentlich war es ein Zufall, der Georg Miehe als Student im sechsten Semester zum Hochgebirgsforscher machte:

Der beim großen Erdbeben in Nepal im vergangenenen Jahr verunglückte Forscher Matthias Kuhle suchte 1976 einen Begleiter für eine Himalaya-Expedition. Dieses Angebot nahm Miehe an. Schon nach seiner zweiten Teilnahme an einer solchen Expedition hatte er genügend Daten für seine Dissertation gesammelt.

Im Übrigen war der Samen für Miehes lebenslange Forscher-Leidenschaft gelegt. Pflanzen im Hochgebirge hatten den Marburger Geographen schon als Jugendlichen interessiert. Die Himalaya-Region bot ihm das höchste und gleichzeitig eines der weiträumigsten Gebirge der Welt. Gereizt hat Miehe daran auch, dass das Gebiet zugleich noch wenig erforscht war.

Seine Expeditionen führten bis in Gebiete von mehr als 600 Metern Höhe und bis an die Nord- und die Südseite des „Mount Everest“, des höchsten Berges der Welt. Die kürzesten der Forschungsreisen, an denen Miehe teilnahm, dauerten drei bis vier Monate. Seine längste Expedition, die als Vorbereitung für seine Habilitationsarbeit diente, umfasste einen Zeitraum von etwas mehr als elf Monaten.

Alleine die Höhen-Akklimatisierung der Forscher dauert schon jeweils eine ganze Zeitlang, hinzu kommt dann noch die schwere Zugänglichkeit in abgelegenen Hochtälern oder an steilen Gebirgshängen. Einheimische Träger (Sherpas) oder Tragetiere sind den Forschern dabei behilflich, die Expeditions-Ausrüstung zu transportieren. Geschlafen wird in Zelten.

Internationale Kooperation

Dass die Expeditionen zum Zwecke der Pflanzen-Erforschung vorwiegend in der Vegetationsperiode zur Regenzeit in dem schwülen subtropischen Klima stattfinden, führt zu besonderen Schwierigkeiten. Die Pflanzen, die nicht nur fotografiert werden, sondern zwecks späterer Bestimmung auch gesammelt werden, müssen zwischen Papier gepresst und vor dem Verschimmeln geschützt werden, Im schlimmsten Fall hilft nur die Konservierung in Äthanol.

Die Auswertung der Expeditionsergebnisse ist nur möglich in internationaler Zusammenarbeit. So seien mit der Auswertung und Pflanzen-Benennung nach einer neun Monate andauernden Expedition weltweit alleine 120 Botaniker betraut gewesen, berichtet Miehe.

Seine Forschungsreisen in der Himalaya-Region führten ihn nicht nur nach Nepal, sondern auch in angrenzende Staaten wie Indien, Tibet, Bhutan, ­Myanmar und China.

von Manfred Hitzeroth

 
 Zur Person
Professor Georg Miehe (64, Foto: Henry Noltie) ist seit 1993 Professor für Physische Geographie/Biogeographie an der Uni Marburg.Er wurde in Rockenhausen (Pfalz) geboren und wuchs in Neustadt/Weinstraße auf. Von 1971 bis 1978 studierte er Geographie, Germanistik, Geschichte, Geologie und Botanik an den Universitäten Mannheim, Graz und Göttingen. 1982 erfolgte Miehes 
 Dissertation zu vegeta­tionsgeographischen Untersuchungen im Himalaya an der Uni Göttingen. Das Thema seiner 1989 in Göttingen veröffentlichten Habilitationsarbeit lautete „Flora und Vegetation als Klimazeiger und -zeugen im Himalaya“. Miehe ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für vergleichende Hochgebirgsforschung.
 
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40 Jahre hat der Geographie-Professor Georg Miehe Hochgebirgsforschung betrieben: Fokussiert auf Nepal hat er ein Himalaya-Handbuch herausgegeben.

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