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Elektrische Reize helfen

Forschung Marburg: Schmerzforschung Elektrische Reize helfen

Elektrische Reize helfen im Institut für Medizinische Psychologie mit, dass Schmerzpatienten lernen, ihren Schmerz in den Griff zu bekommen.

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Diese Hauben auf Styroporköpfen, sind Hilfsmittel für die Therapiestudien der Schmerzforschung in Marburg.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. In Zusammenarbeit mit der Universität von North Carolina wurde das Labor auf den Lahnbergen eingerichtet, in dem die Schmerzpatienten im Rahmen einer Studie behandelt wurden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die an der Halsschlagader angesiedelten „Barorezeptoren“, die bei den Patienten nicht funktionsfähig sind, angeregt werden können. „Es geht darum, dass eine Art Schalter im Gehirn umgelegt wird“, erläutert die Medizinische Psychologin Professorin Kati Thieme. Das soll über den Mechanismus geschehen, dass die Nervensysteme des Symphatikus (für Erregung und Angst zuständig) und des Parasympathikus (für Entspannung verantwortlich) besser in Balance gebracht werden.

Wichtigstes Hilfsmittel sind dabei elektrische Vibra­tionsreize mit einer Stärke ab 200 Mikro-Ampere, die den Patienten jeweils für 80 Millisekunden (0,008 Sekunden) über die Fingerkuppen weitergegeben werden. Zunächst aber werden bei den Patienten experimentell die individuelle Schmerz-Schwelle und Schmerztoleranz ermittelt. Kernstück jeder Therapiesitzung ist dann jeweils eine achtminütige Phase, in der die Patienten abwechselnd zwei Schmerz-Reize und einen schmerzlosen Reiz erhalten. Die elektrischen Reize werden dabei über ein Synchronisa­tionsgerät mit einer EKG-Einheit kombiniert, die die Herzströme misst. Die Reize werden jeweils knapp nach einer Phase der „Systole“ und der „Diastole“ gesendet. Dies sind Phasen des Herzzyklus‘, in denen das Blut entweder vom Herz zum Gehirn gepumpt wird oder umgekehrt.

Der Schmerzreiz, der während des Herzschlages gegeben wird, erhöht den Druck in der Halsschlagader und aktiviert die Barorezeptoren. Diese sind dann wieder in der Lage, dem Gehirn die Information zu geben, dass der Schmerz gehemmt werden soll. Gemeinsam mit dem
Uni-Schlaflabor in Marburg und der Neurologie in Gießen wird untersucht, ob sich der Schlaf verbessert und die Übererregung des sympathischen Nervensystems abnimmt.

von Manfred Hitzeroth

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