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Bilder, Videos und 3-D-Daten im Fokus der Analyse

Forschung Marburg Bilder, Videos und 3-D-Daten im Fokus der Analyse

Visuelle Daten stehen im Fokus der AG Grafik und Multimedia-Programmierung.

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Für die Nutzerstudie zum Forschungsprojekt werden viele Sprühfarben benötigt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit von Professor Thorsten Thormählen und seinem Team liegt auf Bild-, Video- und 3-D-Daten.

Zur Analyse dieser Daten werden Algorithmen und Verfahren erforscht, mithilfe derer man reale Objekte und Szenen detailgetreu rekonstruieren kann.

Dabei werden je nach Anwendung unterschiedliche mathematische Modelle und Datenstrukturen zur Repräsentation von zweidimensionalen Daten und 3-D-Daten betrachtet. Weitere Schwerpunkte der AG-Arbeit sind beispielsweise die Bildsynthese oder die Entwicklung von Verfahren zur effizienten grafischen Darstellung von Daten.

„Das Besondere an unserer Arbeit ist, dass die Ergebnisse normalerweise keine Zahlen sind, sondern meistens Bilder“, macht Professor Thormählen deutlich. Er arbeitet in der Lehre auch zusammen mit anderen Uni-Fächern wie bei Studentenprojekten der Psychologie (Bewegungsanalyse) oder der Biologie (Simulation der Zucht von Mäusen).

Auch auf das Terrain der bewegten Bilder hat er sich bereits vorgewagt. So war etwa eines seiner Forschungsprojekte die Entwicklung des Programms „Movie Reshape“.

Dies erlaubt, die Körperform von Personen in Filmen im Nachhinein zu verändern. Das 3-D-Modell eines menschlichen Körpers lässt sich prinzipiell mit einfacher Betätigung von Schiebereglern beliebig verformen. Ausgangspunkt des Programms ist ein aus den eingescannten Bildinformationen von 100 Personen zusammengesetztes virtuelles Körpermodell.

In einem Hollywoodfilm wurde das Programm trotz vielversprechender Verhandlungen bisher noch nicht eingesetzt. In einer Videosequenz, die auf Thormählens Homepage gezeigt wird, sind aber Proben der Möglichkeiten von „Movie Reshape“ einsehbar.

von Manfred Hitzeroth

 
Zur Person

Professor Thorsten Thormählen (42, Foto: Richter) wurde in Lennestadt (Sauerland) geboren.  Seit Oktober 2012 ist er am Fachbereich Informatik und Mathematik der Uni Marburg Professor für Grafik und Multimedia-Programmierung.

1994 begann er sein Diplomstudium der Elektrotechnik an der Universität Duisburg, das er 1999 abschloss. Anschließend war er von 2000 bis 2005 Doktorand an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Universität Hannover.

2005 bis 2007 war er Postdoktorand an der Universität Adelaide (Australien). Von November 2007 bis Oktober 2012 leitete er die unabhängige Nachwuchsgruppe zur bilderbasierten Analyse von 3-D-Szenen am Max-Planck-Institut für Informatik (Saarbrücken).

Sein aktuelles Forschungsgebiet bezeichnet Thormählen als „Interactive Visual Computing“, das heißt die gemeinsame Betrachtung von Computergrafik, Computer Vision, Bild- und Videoverarbeitung sowie Benutzer-Interaktion.

 
Hintergrund

„Die Geschichte der Schablonen-Kunst ist fast so lang wie die Geschichte der menschlichen Zivilisation“, meint Informatik-Professor Thorsten Thormählen. Denn bereits bei mehr als 20.000 Jahre alten prähistorischen Wandgemälden in Höhlen oder bei Innenwanddekorationen von ägyptischen Pyramiden wurde diese eingesetzt.

Aktuell firmieren allerdings eher die großflächigen Sprühbilder von Graffitikünstlern als „Stencil Art“ (Schablonen-Kunst). Weltweit bedeutende Vertreter der Graffitikunst sind Banksy oder  Rene Gagnon. Wegen der guten Reproduzierbarkeit fände die „Stencil Art“ auch Verwendung in Werbekampagnen von Plattenfirmen oder Websites, so Thormählen.

Auch auf T-Shirts oder Flugzeugen findet die aus mehreren Farblagen bestehende komplexe Sprühtechnik Anwendung. Der Informatiker hat Hilfsmittel für die Kreierung der Schablonen für die Graffitikunst entwickelt: In der „Computer-unterstützten Kunst“ (Computer-Aided Art)  wurden auch auf anderen Feldern Algorithmen entwickelt, die den Künstlern helfen sollen, wie bei der Entwicklung von 3-D-Animation oder beim Design von Origami-Figuren.

 
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Computerhilfe für Schablonenkunst

Die Analyse, Verarbeitung und Synthese von multimedialen Dateien ist an der Uni Marburg das Spezialgebiet des Marburger Informatik-Professors Thorsten Thormählen.

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