Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regen

Navigation:
Auf Conzes Buch folgen Promotionen

NS-Vergangenheit des Auswärtigen Amtes Auf Conzes Buch folgen Promotionen

2010 hatte der Marburger Historiker Professor Eckart Conze zusammen mit drei Kollegen das Buch "Das Amt und die Vergangenheit" vorgelegt - den Bericht der Unabhängigen Historikerkommission, als deren Sprecher Conze fungierte - nicht ohne Folgen.

Marburg. Das Buch löste nicht nur in Fachkreisen auch kontroverse Diskussionen aus. Conze freut sich aber vor allem darüber, dass die Forschungsergebnisse als wissenschaftliche Impulsgeber dienten.

So gebe es ausgehend von der Debatte um die Verstrickung der Diplomaten des Auswärtigen Amtes in die Politik des Nationalsozialismus eine Vielzahl von Dissertationsprojekten, Tagungen und Konferenzen.

Zudem habe sich - auch angestoßen von den Ergebnissen der Historiker-Kommission - eine Welle von Kommissionen zur Aufarbeitung der Geschichte von Ministerien oder Behörden auf Bundes- und Landesebene und bis hinunter in die Stadt- und Kreisebenen entwickelt. Dieses habe eine ganz neue Dynamik ausgelöst, meint Conze. Ein Beispiel für wissenschaftliche Arbeiten in der Folge der Kommissions-Veröffentlichung ist die von Conze betreute Doktorarbeit der Marburger Historikerin Andrea Wiegeshoff, die jetzt unter dem Titel „Wir müssen alle etwas umlernen. Zur Internationalisierung des Auswärtigen Dienstes der Bundesrepublik Deutschland 1945/51- 1969“ im Wallstein-Verlag (Göttingen) erschienen ist.

Darin analysiert sie, wie sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Auswärtiger Dienst entwickelte, der bald für eine neue Diplomatie stand und sich einer Außenpolitik verpflichtete, die konsequent mit der Vergangenheit brach.

Außerdem hinterfragt sie, wie der Aufbau des neuen Amtes überhaupt gelingen konnte und spürt anhand von 30 Biografien von ausgewählten Akteuren des Diplomatischen Dienstes den Wandlungs- und Anpassungsprozessen im Bonner Auswärtigen Amt der 50er und 60er Jahre nach.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Forschung Marburg