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Zwischen Freiheit und Bürokratie

Zwischen Freiheit und Bürokratie

„Europa ist eine tolle Geschichte“, sagt Erwin Koch. Der Kreisbauernverbandsvorsitzende kritisiert jedoch den EU-Bürokratismus, „der die ganze gewonnene Freiheit wieder einschränkt“.

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Die Europäische Kommission in Brüssel gilt vielen EU-Bürgern als Synonym für Bürokratie.

Marburg. Brüssel - die belgische Hauptstadt gilt vielen EU-Bürgern als Hort der Bürokratie. Scheinbar unendlich viele Verordnungen erließ die Europäische Union in den vergangenen Jahren, aus Sicht der Kritiker, um einheitliche Standards auf dem Kontinent zu schaffen

Aufregung verursachen dabei besonders kuriose Verordnungen wie etwa das Verbot von Speiseöl-Kännchen auf Restaurant-Tischen oder die Limitierung von Watt-Zahlen bei Kaffeemaschinen und Staubsaugern. Mythen ranken sich zudem immer wieder um angebliche Verordnungen zu Kondomen, Kellnerinnen-Dekolletees oder der Krümmung von Gurken und Bananen.

Kritik an Bestimmungen in der Landwirtschaft

Überhaupt sind es gerade die Vorschriften in der Landwirtschaft, die Koch ein Dorn im Auge sind. „Kartoffeln oder Erdbeeren, die nicht die richtige Größe haben, müssen weggeschmissen werden, ebenso wie Äpfel die eine kleine Beule haben“, kritisiert er. Mit der jährlichen Menge der weggeschmissenen Lebensmittel könne man 300 bis 400 Millionen Menschen ernähren.

„Mit der Nahrungsmittelqualität oder Verbraucherschutz haben diese Verbote aber nichts zu tun“, klagt er. Ebenso verhalte es sich mit Gesetzen in der Tierzucht. „Wozu brauchen wir denn etwa einen Rinderpass, wenn wir Menschen nicht mal mehr den Pass an den Grenzkontrollen brauchen?“ fragt Koch.

Als besonders absurd empfindet er auch die Festlegung, dass ein Baum erst ab einem Kronenumfang von vier Metern auch als solcher gilt. Aus seiner Sicht stellen derartige Verordnungen der EU die „Überwachung und Kontrolle des persönlichen Lebens“ dar."

"Mehr Verstand" bei Verordnungen

„Man kann auch nicht jeden machen lassen, was er will“, findet er, doch „Verordnungen, die nur einschränken sind kontraproduktiv und willkürlich, denn schließlich seien die Bedingungen vor Ort oft sehr unterschiedlich. „Mit diesem Wahnsinn kann es nicht weitergehen“, sagt er und wünscht sich, dass die EU „in einigen Dingen lernfähiger“ wird.

Bei gewissen Verordnungen brauche es „mehr Verstand“. Europa biete „so viele tolle Freiheiten“, da sei es schade, wenn diese „durch die gleiche Institution wieder eingeschränkt“ werde.

von Peter Gassner

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