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"Man sieht fast immer nur dieselben Gesichter"

Europawahl "Man sieht fast immer nur dieselben Gesichter"

Das durchgehend gute Wetter spielte der Wahlbeteiligung sicher noch positiv in die Hände, dennoch kam es nur in seltenen Fällen zu Wartezeiten an der Wahlurne.

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Die große Chance für die kleinen Parteien

Roths Ortsvorsteher Michael Pfeffer schüttet die Stimmzettel aus der Wahlurne. Insgesamt 238 Stimmen musste das Team nach 18 Uhr zählen.

Quelle: Götz Schaub

Marburg. Keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden hatten die Wahlhelfer in der Käthe-Kollwitz-Schule am Marburger Ortenberg. Zwar fiel die Konzentration auf die Formalia angesichts des guten Wetters gegen Ende der Abstimmungszeit etwas schwerer, doch tat dies der guten Laune keinen Abbruch.

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der hohen Temperaturen war die Wahlbeteiligung über den ganzen Tag hinweg verteilt gut. So zeigte man sich optimistisch, in diesem Punkt über dem Bundesdurchschnitt zu liegen und „an den 50 Prozent zu kratzen“.
15 Minuten vor Schließung der Wahllokale vermeldete der Fronhäuser Ortsteil Sichertshausen eine Wahlbeteiligung von knapp 55 Prozent. „Am Vormittag sah es noch nicht danach aus“, sagte Wahlhelfer Reinhard Lauer. Doch am Nachmittag gab es dann reichlich Besuch im schmucken renovierten Dorfgemeinschaftshaus. In Ebsdorfergrund-Dreihausen blieb es ruhiger. Ortsvorsteher Lothar Heidt, der selbst Wahldienst versah, sagte von der OP auf die Wahlbeteiligung angesprochen: „Man sieht fast immer nur dieselben Gesichter. Also die, die zu jeder Wahl gehen.“

Wahlbeteiligung höher als 2009

Die Wahlbeteiligung sei im Vergleich zur Bundestagswahl im September 2013 und erst recht im Vergleich zur Kommunalwahl 2011 deutlich geringer ausgefallen. Im Vergleich zur Europawahl 2009 haben sich vielerorts dann doch mehr Menschen an der Wahl beteiligt. „Wir haben in Roth 634 Wahlberechtigte“, führte Roths Ortsvorsteher Michael Pfeffer gestern aus. 238 nahmen ihr Wahlrecht in Anspruch. „Also etwas mehr als ein Drittel. Das sind jetzt nicht berauschend viele Wähler, aber in realen Zahlen mehr als 2009. Da gingen 226 wählen, dieses Mal kamen 238“, so Pfeffer.

Im Zuwanderungsortsteil der Gemeinde Weimar, in Niederweimar, blieb es ebenfalls recht ruhig. Im Wahllokal Bürgerhaus blieb die „Kundschaft“ auch sehr übersichtlich, berichtetet Wahlhelfer Helmut Paulsen. Doch es gab auch Lichtblicke. Für Verena Scholz zum Beispiel, die derzeit Jura studiert und in Niederweimar wohnt,  war es keine Frage, ob sie wählen geht oder nicht. „Als Jura-Studentin sehe ich es auch als Pflicht an, meine Stimme abzugeben.“ Auch Lothar Heidt freute sich in Dreihausen wenigstens über ein paar jüngere Menschen.

Zwei „Kreis“-Kandidaten erreichen ihr Ziel

Wie von der OP bereits im Vorfeld der Europawahl prognostiziert, bedeutet das Wahlergebnis für die dem Kreis zugeordneten Kandidaten Maria Christina Rost (CDU) und Michael Erhardt (Die Linke), dass sie nicht in das Parlament von Brüssel und Straßburg einziehen. Auch Dr.

Wolf Klinz, der bisher einen Sitz innehatte, muss diesen nach dem Absturz der FDP aufgeben. Martina Werner (SPD) und Martin Häusling (Bündnis 90 / Die Grünen) haben den angepeilten Einzug in das EU-Parlament hingegen geschafft.

von Götz Schaub und Peter Gassner

Ergebnis im Landkreis Marburg-Biedenkopf

CDU 28,0%

SPD 32,9%

Grüne 14,3%

FDP 2,6%

Die Linke 7,4%

Piraten 1,4%

AFD 7,4%

Republikaner 0,4%

NPD 0,5%

Eine Auflistung nach Gemeinden finden Sie hier:

Europawahl_2014 328,45 kB
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