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Hobby erreicht jetzt seinen Höhepunkt

Serie Eisenbahn im Hinterland, Teil 35 Hobby erreicht jetzt seinen Höhepunkt

Am 2. Advent laden die Modellbahnfreunde Rachelshausen wieder ins Haus des Gastes nach Gladenbach ein.

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Am Bahnsteig warten die Reisenden auf die Einfahrt ihres Zuges.Fotos: Hartmut Berge

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. Seit 1993 ist die Modelleisenbahn- und Autotauschbörse fester Bestandteil des Jahresprogramms im Haus des Gastes. Veranstalter sind die Modellbahnfreunde Rachelshausen.

Vor etwa 25 Jahren lernten sich die heute noch aktiven Mitglieder bei anderen Börsen in der Region kennen und beschlossen, einen Verein zu gründen. Eines der Zeile war es, eine solche Veranstaltung auch in Gladenbach zu etablieren.

Seither hat sich das Modellbahnhobby grundlegend verändert. Zum einen haben gerade durch den Computer viele Kinder und Jugendliche nur noch schwer einen Zugang zu diesem Hobby, zum anderen wurden die Produkte der Modellbahnindustrie immer detaillierter und bieten immer mehr Spielmöglichkeiten, was allerdings auch dazu führte, dass Modelleisenbahnartikel heute fast ausschließlich in Fachgeschäften zu bekommen sind.

Auf dieser Anlage der Modellbaufreunde Rachelshausen fahren mehrere Züge, wie sie für das Hinterland einst typisch waren.

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Diese sind allerdings im heimischen Raum eher dünn gesät. Dass es in der Region aber dennoch eine große Nachfrage nach Modellbahnartikeln gibt, belegt ein Blick ins Teilnehmerverzeichnis der Börse, denn die Händler kommen nicht nur aus Hessen, sondern auch aus den benachbarten Bundesländern, weil sie wissen, dass sie in Gladenbach gute Geschäfte machen können.

Dabei werden den Besuchern nicht nur Lokomotiven, Wagen und Modellautos in den verschiedenen Maßstäben - also den unterschiedlichsten Größen - der Modelleisenbahn angeboten, sondern auch zahlreiche Zubehörartikel wie Schienen, Bäume, Häuser und mehr.

Auch wenn man bereits eine Lok hat und diese einen Defekt aufweist, bekommt man in Gladenbach Hilfe, denn wie in den letzten Jahren ist auch dieses Mal wieder der Lokdoktor anwesend, der kleinere Reparaturen auch direkt vor Ort ausführen kann.

Ebenso werden Freunden der großen Eisenbahn Bücher und DVDs angeboten. Des Weiteren sind der Herborner Eisenbahnverein und der Verein Furka-Bergstrecke Sektion Rhein-Main wieder mit von der Partie.

Eine solche Veranstaltung zu organisieren stellt für den Verein viel Arbeit dar. „Nach der Börse ist vor der Börse“, sagt Bernd Müller vom Vorstand der Modellbahnfreunde Rachelshausen. So müssen schon viele Monate im Voraus die Händler angeschrieben und über den Termin der nächsten Börse informiert werden, damit diese wiederum die Gladenbacher Veranstaltung in ihren Jahresterminkalender einplanen können.

Ebenso muss die Werbung für die Börse geplant werden, da diese nicht nur in der Region selbst, sondern auch in deutschlandweit erscheinenden Fachzeitschriften erfolgt.

„Ab September beginnt die heiße Phase“, erklärt Fred Debus, der ebenfalls zum Vorstand gehört. So trifft man sich einmal die Woche. Denn auch die vereinseigenen Modellbahnanlagen müssen für die Börse hergerichtet werden, damit sie die Besucher begeistern und ihnen Anregungen für die heimischen Anlagen geben können.

Da die Modelleisenbahn eher ein Hobby für die Zeit ist, wenn die Tage kürzer sind und es draußen ungemütlich ist, müssen auch die Lokomotiven selbst kontrolliert werden, bevor sie im Haus des Gastes ihre Runden drehen können. Seinen Höhepunkt erreicht dieses Hobby traditionell zur Weihnachtszeit, wenn viele ihre Anlage um den Weihnachtsbaum aufbauen. Auch deshalb ist die Börse in Gladenbach eine sehr gute Gelegenheit, um sich mit neuem Material für den Eigengebrauch oder zum Verschenken einzudecken.

Abgerundet wird das Programm am Sonntag durch Filmvorführungen. Belohnt wird die ganze Mühe mit den zufriedenen Gesichtern und den leuchtenden Kinderaugen der mehreren Hundert Besucher, die die Börse am kommenden Sonntag von 10 bis 16 Uhr im Haus des Gastes besuchen können.

Dieser Bericht ist Teil der Serie „Die Eisenbahn im Hinterland“, die seit dem Jahreswechsel in der Oberhessischen Presse zu lesen ist. Alle bisher erschienenen Artikel findet man auch auf der Internet-Seite der Oberhessischen Presse unter http://www.op-marburg.de/OP-extra/Serien/Eisenbahn-im-Hinterland.

von Stefan Runzheimer

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