Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Musik fürs Leben und zur Ehre Gottes

Einer von hier: Richard von Bracken Musik fürs Leben und zur Ehre Gottes

Seit Mitte der 80er Jahre ist er Freiberufler und es scheint, dass er dies seither keinen einzigen Tag bereut hat. Glücklich der, der das von sich sagen kann.

Voriger Artikel
Designer liebt das Wesentliche
Nächster Artikel
Marburger Regisseur dreht „Tatort“

Richard von Bracken lebt heute in Öhringen/Baden-Württemberg. Im Herzen ist er aber auch noch Marburger.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Okay, das fällt ihm auch leicht zu sagen, schließlich ist er mit seiner beruflichen Karriere als Saxofonist und Pianist, als Big-Band-Leiter, Komponist und Instrumentallehrer sehr zufrieden. Rick, wie ihn seine Freunde nennen, heißt eigentlich Richard Gordon Ernst Helmut. Mit Nachnamen von Bracken. Er lebt mit Frau und gemeinsamem Sohn in Öhringen, ihrer Heimatstadt.

Öhringen besitzt ein Schloss, eine Stiftskirche und liegt in Baden-Württemberg. Öhringen, noch nie gehört? Also 2016 kommt der Ort, der etwa 25 Kilometer östlich von Heilbronn liegt, sicher ganz groß raus, denn dann findet dort die Landesgartenschau des süddeutschen Bundeslandes statt. Öhringen. Das ist also Richard von Brackens jetzige Heimat. Gebürtig kommt er, man darf es als Kenner der Serie erahnen, aus Marburg. Dort erblickte er 1964 das Licht der Welt.

Moment. Wie heißt er, von Bracken? Kommt aus Marburg? Ältere unter den geneigten Lesern werden jetzt ihren Speicher im Hirn durchforsten und sicher gleich fündig werden: Ja, genau, er ist Sohn des Professors Helmut von Bracken, der in Marburg das Universitäts-Institut für Sonderschulpädagogik als erster Direktor leitete. Wer sich interessiert: Eine ausführliche Vita ist im Internet auf Wikipedia zu finden.

Richard von Bracken erinnert sich gerne an seine Marburger Zeit, in der er nicht zuletzt die Grundsteine für sein späteres bis jetziges Leben legte. Es waren die damals unglaublich beeindruckenden Filme, die Filmmusicals, die heute despektierlich nur noch alte Schinken genannt werden, die Richard von Bracken als Eintrittskarte in die Welt der Musik dienten. Und so kam er schon als Teenager zum Jazz, der ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat. „Ich habe in meinem Leben alle Stilrichtungen gespielt. Früher mehr als heute, wo ich mir die Projekte aussuchen kann, an denen ich musikalisch mitwirken möchte“, sagt Richard von Bracken. Und mit alle meint er auch alle: vom Schlager bis Heavy Metal hat er seinem Saxofon und auch dem Keyboard alles abverlangt. Und weil er gut, belastbar und verlässlich war, schaffte er es, in die „Szene“ einzutauchen und nach und nach als Studio- und Live-Musiker Aufträge zu erhalten. Geschafft haben es jene Musiker, die nicht nach Jobs fragen müssen, sondern denen ein Ruf vorauseilt und die angefragt werden. Und, steht er als Musiker lieber im Studio oder lieber auf der Bühne vor einem Publikum? „Mir geht es beim Musizieren immer um das Zusammenspiel mit anderen Leuten. Im Studio kann man sich mehr Zeit nehmen, ausprobieren und diskutieren. Ein Stück weit prägt dort jeder jeden. Aber live zu spielen kann durch nichts ersetzt werden.“

„Das Spannende am Musik machen ist, dass sich jedes Arrangement anders entwickelt, es gibt immer mal wieder Platz für Kreativität.“ Ausprobieren, einen eigenen Dreh finden, das macht Richard von Bracken als Musiker sehr viel Spaß. Es fordert ihn und bringt neue Impulse in sein Leben.

„Ich war musikalisch schon immer experimentierfreudig“, sagt er bescheiden. 1977 gründete er in Marburg mit Freunden eine erste Jazzband, „Wir sind als 14- und 15-Jährige zur Jazzinitiative Marburg gegangen und haben gesagt, dass wir in der Cavete spielen wollen.Das haben wir dann gedurft. Mann, das war schon extrem für Musikerohren, aber hat allen sehr viel Spaß gemacht.“

Und so spricht er auch heute noch mit 51 Lebensjahren von einem speziellen „Marburger Feeling“, das er immer im Herzen tragen wird. Im Herzen trägt er zudem auch seine Familie und Jesus Christus als überzeugter Christ. Sein Glaube an Gott hat auch seine musikalischen Projekte maßgeblich beeinflusst. Mal ehrlich, wer würde schon auf die Idee kommen, Kirchenlieder, ja gar Weihnachtslieder zu verjazzen? „Das war nicht einfach mal so eine Idee, das hat natürlich auch eine Vorgeschichte. Ich bin da Stück für Stück reingerutscht“, sagt von Bracken.

Der Glaube ist ihm wichtig. Obgleich schon als Säugling getauft, wiederholte er die Taufe mit 14 Jahren als eine bewusste Entscheidung für den christlichen Glauben. Und so macht er auch zum Lob Gottes Musik. Moderne amerikanische Weihnachtslieder gingen relativ einfach zu verjazzen, bei den deutschen Klassikern, etwa Stille Nacht, heilige Nacht, wurde es schon viel schwieriger. Die Lieder kamen jedoch so gut an, dass sie auch auf mehreren CDs veröffentlicht wurden.

Die Zauberformel, um solche Lieder „neu“ zu erfinden, liegt darin, nur die reine Melodie zu nehmen und damit etwas rumzuspielen, „bis sie groovt“. Dann überlegt sich von Bracken, welche Akkorde druntergelegt werden könnten, welche Tonart, auch wenn sie zunächst völlig ungewohnt klingt, doch irgendwie dazu passen könnte.

„Sicher kann man die Lieder dann auch noch singen, doch ist die Musik eher zum Hören gedacht, während man die Liedtexte dazu liest“, sagt der Musiker. Noch einmal Stichwort Marburg. Gab es da noch etwas anderes außer Musik? „Oh ja, ich war mit meinen Freunden oft draußen im Grünen, etwa auf der Burgruine Frauenberg. Wir haben da Filme gedreht.“ Einen Gangsterfilm oder auch einen Ritterfilm. Die existieren noch alle, wurden sogar digitalisiert. Anlässlich der Hochzeit eines Freundes wurden Teile extra noch nachträglich vertont. „Ich beneide die Jugendlichen von heute um die technischen Möglichkeiten, die es inzwischen gibt. Wenn wir damals einen Camcorder und einen PC gehabt hätten ...“

Mehr über Richard von Brackens musikalischen Werdegang und sein Angebot gibt es hier

Steckbrief

Name: Richard Gordon Ernst Helmut von Bracken

Geboren: 5. Februar 1964

Schule: Gymnasium Philippinum

Was macht er jetzt? Selbstständiger Musiker, Saxofon- und Klavierlehrer, Produzent

Kommt er noch vorbei? Ja, ab und an, um Verwandte in Niederweimar und natürlich alte Freunde zu besuchen

O-Ton, sein Lieblingszitat: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen!“ (Römer 8, 28) “

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel