Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Marburger spielt arroganten Schnösel

"Einer von hier" Marburger spielt arroganten Schnösel

Wer kein Fan der Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ist, der sollte es jetzt werden: Der 19-jährige David Meier aus Marburg spielt dort bald eine Rolle.

Voriger Artikel
Rapper Credibil: Traumfänger und Weltverbesserer
Nächster Artikel
Hollywood ist eher uninteressant

Macht einen weiteren Schritt in seiner Karriere als Schauspieler: der 19-jährige Marburger David Meier.

Quelle: RTL Rolf Baumgartner

Marburg. Vor der Kamera steht er schon seit einigen Wochen – Zeit für das Berliner Nachtleben blieb dem jungen Marburger bisher aber kaum: David Meier ist im Januar erst von Marburg nach Berlin gezogen, mit 19 Jahren von zu Hause direkt in die deutsche Hauptstadt. Zugleich durfte er in einen spannenden Job starten: David Meier hat bereits die ersten Drehtage für die Vorabendserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten (GZSZ)“ hinter sich, hat die Produzenten und schon jede Menge Kollegen kennengelernt. Allen voran den gleichaltrigen Felix van Deventer. Der ist in der Serie sein bester Freund Jonas Seefeld. „Felix ist offen, locker und kommt aus Hamburg. Er weiß also genau, wie ich mich im Moment fühle“, erzählt David Meier. „Ich muss mich hier erst noch einfinden.“

An drei Tagen in der Woche vor der Kamera

Meier fühlt sich wohl in der Hauptstadt – hat aber auch noch ein bisschen Heimweh: „Die letzten Wochenenden hatte ich frei und war bei meiner Familie in Marburg“, erzählt er. „Aber wenn ich mich eingelebt habe, dann will ich das Nachtleben in Berlin erkunden.“

Zeit für zwei Nachtclubs war immerhin schon. Und für das neue Leben in Berlin soll künftig auch mehr Zeit sein. „Für meine neue Rolle sind die Drehtage noch sehr human. Ich muss ja erst eingeführt werden.“ Später könne es – je nach Geschichte seiner Rolle – mehr werden. Im Moment steht der Marburger etwa an drei Tagen in der Woche vor der Kamera, lernt seine Texte jeweils einen Tag vorher. „Texte lernen gewöhnt man sich schnell an“, erklärt der junge Schauspieler. Am Tag nach dem Dreh habe er die dafür schon wieder vergessen.

Gelernt hat er das in der Serie „Schloss Einstein“. Dort hat er drei Jahre mitgespielt, hat dafür bei einer Gastfamilie in Erfurt gelebt, um neben dem Dreh die Schule zu schaffen. „Das letzte Jahr habe ich wieder in Marburg gelebt, die Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain besucht und bin zu den Dreharbeiten gependelt.“ Straffer Zeitplan, viel Anstrengung – aber Abitur und Rolle hat er unter einen Hut bekommen. Und das zahlt sich nun aus: In seiner Zeit bei „Schloss Einstein“ habe er Kontakte zu GZSZ geknüpft, nach einer Rolle gefragt. Nun hat sich RTL an ihn erinnert und ihm direkt ohne Casting die Rolle des Luis Kramer angeboten.

Seine neue Rolle beschreibt der Marburger so: Luis hat extrem reiche Eltern, die kaum Zeit für ihn haben, und „zwischenmenschlich ist er nicht so gut drauf“. Er sei arrogant und oberflächlich – und ganz anders als Meier selbst. Er sieht sich als aufgeschlossen und hilfsbereit. „Es ist leichter, jemanden zu spielen, der ganz anders ist. Und es ist eine große Herausforderung, jemanden zu spielen, der eben Ecken und Kanten hat.“ Deswegen würde sich Meier irgendwann auch mal eine Filmrolle wünschen – aber einen Bösewicht will er spielen.

2008 erster Auftritt beim Landestheater

Erste Schauspielerfahrungen hat Meier in der Schule in Kirchhain gesammelt. Seine Eltern haben ihn dort zur Schule gegeben, da sie einen Schwerpunkt auf Musik und Theater hat. Meier war früh in der Theatergruppe. 2008 trat er das erste Mal am Landestheater in Marburg auf. Er war gerade 12 Jahre alt. Seine Rolle: Der Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Es war ein Stück über die Fußball-WM 2006. „Es war ein ganz anderes Niveau, als an der Schule“, erinnert sich der 19-Jährige. Er durfte bei den Proben der Profis zuschauen, habe schnell gemerkt: „Das möchte ich mein Leben lang machen.“ Er habe zwar auch eine Leidenschaft für Hip-Hop – seine Mutter stammt aus Bali, ist Tänzerin – aber die Schauspielerei erfülle ihn.

Nun ist er auf dem besten Weg, sein Leben mit der Schauspielerei zu erfüllen. Auch wenn er dafür Marburg verlassen musste. „Marburg ist meine Heimat und das kann nichts ersetzen“, sagt er. Er vermisse die Oberstadt und die netten Menschen. „Es ist eine kleine Stadt, in der man alles zu Fuß erreicht und fast jeden kennt.“ In Berlin sei das ganz anders: „Es ist überwältigend.“ Aber seit er dort lebe, komme sie ihm doch viel kleiner vor, als auf vorigen Besuchen als Tourist. Dennoch: „Hier kennt man niemanden, wenn man über die Straße läuft.“ Das sieht der junge Marburger aber nicht nur als Nachteil.

Zum ersten Mal zu sehen ist David Meier alias Luis Kramer am 24. März um 19.40 Uhr auf RTL. Dann zeigt der offene, fröhliche Marburger sich als arrogantes, reiches Kind – und lockt sicherlich auch viele Marburger vor den Fernseher.
David Meier ist nicht der einzig aus Marburg stammende Schauspieler in der Serie „GZSZ“. Seit 2013 spielt Linda Marlen Runge (29) die Rolle der Anni.

von Patricia Grähling

 
Einer von hier

Name:
David Meier

Geboren:
12.08.1996

Schule:
Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain

Was macht er jetzt?
Schauspieler in der TV-Sendung „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“

Kommt er noch vorbei?
Ja, an den Wochenenden besucht er gerne Eltern und Freunde.

O-Ton:
„Die Heimat ist durch nichts zu ersetzen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel