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Hobby-Musiker mit "Ritterschlag"

Einer von hier Hobby-Musiker mit "Ritterschlag"

Die elektronische Musik des gebürtigen Neustädters Thomas Lemmer ist äußerst ruhig. So wundert es kaum, dass sein am Freitag erscheinendes, drittes Album den Titel „Still“ trägt.

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Abschalten erwünscht – nachdenklich und ruhig sind die Fotos, die von Thomas Lemmer zu seiner neuen CD „Still“ gemacht wurden.

Quelle: Javier Pardina

Neustadt. Es war immer der Traum von Thomas Lemmer, von der Musik leben zu können. „Dafür braucht man aber eigentlich erst einmal einen Nummer-Eins-Hit“, erklärt der 36-jährige Neustädter, der inzwischen in Osnabrück lebt. Die Spitze der Charts hat er zwar noch nicht erklommen, doch in der „Chill-Out-Szene“, in die er sich einordnet, zumindest schon einmal den „Ritterschlag“ erhalten: Der Song „Fatigué“ von seinem ersten Album landete auf „Café del Mar XVI“ - und der Sampler kletterte bis auf Platz eins in Spanien und in anderen Ländern in die Top Ten. Doch unabhängig von diesen Platzierungen sei es ohnehin bereits die höchste Ehre, auf diesem Song-Sammlung aufzutauchen, freut sich Lemmer.

Lehnten die Labels sein erstes Album zunächst noch geschlossen ab, so konnte er sich nach dem Erscheinen der Café-del-Mar-CD mit „Fatigué“ aussuchen, mit wem er zusammenarbeitet. „Ich wollte aber erst einmal Erfahrungen sammeln“, sagt Lemmer. Daher habe er auch sein zweites Album noch selber produziert. Inzwischen arbeitet er jedoch mit „Sine Music“ zusammen, „einem der erfolgreichsten deutschen Labels für Chillout und Downtempo Music“, wie er betont.

Seit seiner frühen Kindheit macht Lemmer Musik: „Als ich fünf oder sechs war, kaufte mein Vater ein Klavier - von daher war immer Musik im Haus“, erinnert er sich. Oft sei er mit einer „kleinen Familienband“ aufgetreten, da auch seine Geschwister Instrumente spielen. Einen Namen gemacht habe er sich indes gemeinsam mit Elke Ludwig und Band als „Dipolar“, mit der er im Jahr 2005 in Hamburg den Rock-and-Pop-Award gewann.

In Neustadt lebte er bis zum Jahr 2002, dann absolvierte er ein Studium zum staatlich geprüften Computersystem- und Netzwerktechniker. 2004 wurde er Abteilungsleiter für technische Dokumentationen bei einem Software-Unternehmen in Osnabrück. Er schreibe die Gebrauchsanleitungen für Software, erläutert Lemmer und betont, dass die Musik für ihn ein extensives Hobby sei - der Traum, davon zu leben, sei allerdings noch nicht gestorben.

Mit seinem Wechsel nach Osnabrück wechselte Lemmer auch die Stilrichtung seiner Musik. „Ich saß in einem Strandcafé auf Fehmarn. Im Hintergrund lief eine der Café-del-Mar-CDs. Das war total entspannend, und ich entschloss mich, meine musikalische Vergangenheit hinter mir zu lassen und etwas ganz Neues auszuprobieren.“ Er habe sich daraufhin in den Genres „Chill-out“ und „Eletronic“ versucht und viel Spaß gehabt: „Der Erfolg von Fatigué hat mich natürlich zusätzlich motiviert.“

Auf rund 400 CDs ist er mittlerweile mit seiner Musik vertreten. Am Freitag kommt nach rund zwei Jahren Lemmers drittes Album „Still“ heraus, das er als „entspannend und inspirierend“ bezeichnet. Es enthält 17 Songs und hat eine Spielzeit von rund 80 Minuten. Unterstützung bekam der Neustädter von den Sängerinnen Naemi Joy und Sabrina Vieweber, mit denen er auch in einer christlichen Band musiziert. „Naemi studiert in Osnabrück am Institut für Musik und wird mal Profi. Es ist unglaublich, was sie mit ihren 22 Jahren schon kann. Sabrina hat gerade ihre Studium abgeschlossen - sie ist Musicaldarstellerin“, berichtet er über die stimmgewaltigen Frauen.

„Still werden und loslassen“ - dieses Motto ziehe sich wie ein roter Faden durch das Album. „Die Welt wird immer schneller und hektischer“, dazu wolle er einen Gegenpol schaffen beziehungsweise den Zuhörern einen Rückzugsort eröffnen, erklärt Lemmer und kündigt an, dass als nächstes zwei Single-Auskopplungen anstehen. Für „Underwater Love“ und „Blissful Mind“ gebe es bereits Remix-Versionen von Musikern aus Deutschland, England und Australien. Eigentlich sei er jedoch schon dabei, ein „Ambient-Album“ zu schreiben. „Das wird noch chilliger, noch eine Stufe langsamer“, sagt Lemmer. Es sei also noch mehr für „Träumer“ geeignet.

von Florian Lerchbacher

Steckbrief

Name:

Thomas Lemmer

Geboren:

15. April 1977

Schule:

Gesamtschule Neustadt, danach Fachabitur an der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain.

Was macht er jetzt?

„Documentation Manager“ bei einem Software-Unternehmen.

Kommt er noch vorbei?

Ja, „sehr oft – Minimum sechsmal im Jahr “, da seine Familie hier wohnt.

O-Ton:

„In meinen Texten geht es viel darum, innezuhalten zufrieden zu sein mit dem, was man hat, und dies zu schätzen: Diese Dinge übersieht man oft.“

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