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Anecken für den Lebenstraum

Eine(r) von hier Anecken für den Lebenstraum

Jungschauspieler Alexander Becht kann Seifenopern nicht leiden. Eigentlich. Und doch stand er zwei Jahre lang für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ vor der Kamera. Wieso, das erklärt der gebürtige Marburger in der Serie „Einer von hier“.

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„Ich bin oft angeeckt“, sagt Schauspieler Alexander Becht über sich selbst. Der 25-Jährige ist in Marburg groß geworden und lebt heute in Berlin.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Wenn Alexander Becht aus seinem Leben erzählt, dann klingt das wie aus dem Drehbuch einer Seifenopfer. Turbulent, rasant, voller Umwege, Sackgassen und kleinen Erfolgsgeschichten. Dabei hat der 25-Jährige Schauspieler mit Seifenopern mittlerweile nichts mehr am Hut.

Zwei Jahre stand er für die Erfolgsserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ vor der Kamera. Zwei Jahre, in denen er das Wort Freizeit im Fremdwörterlexikon nachschlagen, immer wieder an die eigene Grenze gehen musste. 20 Szenen am Tag wurden gedreht.

Seine Rolle in der Serie: Lenny Köster, ein junger Berliner, der in Boxclubs den Harten markiert, immer wieder in Schwierigkeiten gerät und erst als er sich zu seiner Homosexualität bekennt, auch seine weiche Seite erkennen lässt. Einen schwulen Jugendlichen spielen – für den 25-Jährigen eine willkommene Herausforderung. „Da eckt man an. Das war der Grund, weshalb ich es machen wollte“.

Anecken, unbequem sein, nicht immer zu allem „Ja und Amen“ sagen – das ist ohnehin die Lebenseinstellung von Alexander Becht. Früh musste der Schauspieler lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Mit elf Jahren zog er aus Marburg weg. War er zuvor bei seinem Vater aufgewachsen, lebte er nun bei seiner Mutter in Bayern. Die Bazis und Becht – das wollte nicht so recht passen. Die Schulzeit: Ein stetiger Kampf mit den Lehrern. Der Realschulabschluss: Mehr schlecht als recht. Eigentlich, so Becht, wollte er Abitur machen. Uneigentlich bekniete ihn seine Mutter, sich nach Alternativen umzuschauen. Und das machte der junge Rebell. Er bestand die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule Regensburg.

Die Schauspielschule, sie wurde zur Lebensschule, die wilden Träume zu konkreten Zielen. Nach dem Abschluss die erste Filmrolle in „Die Brücke“. Danach erst einmal nichts. Warten aufs Berühmtwerden. Dann die Einsicht: Ohne Praxiserfahrung kein Erfolg.

Das Angebot von RTL kam, als der Kühlschrank leer und der Traum von der Schauspielkarriere zu platzen drohte. „Wer Koch werden will, der kann auch erst mal bei McDonald’s arbeiten“, so das Motto von Alexander Becht. Er unterschrieb, packte seine Sachen, zog erst nach Potsdam, dann nach Berlin und verliebte sich unsterblich. In „sein“ Berlin. In die offene, schnodderige Art der Hauptstädter, in die Freiheiten, die er hier genießt.

Heute, ein Jahr nach GZSZ, wohnt er noch immer in Berlin, dreht und arbeitet aber in München. Er steht für die Serie „Forsthaus Falkenau“ vor der Kamera. Pendelt lieber, als wieder nach Bayern zu ziehen. Manchmal, wenn es der Terminkalender zulässt, besucht der 25-Jährige seinen Vater, Kieferorthopäde Dr. Manfred Becht, und seinen Bruder (18) in Marburg.

von Marie Lisa Schulz

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