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Badebetrieb fordert vollen Einsatz

Danke fürs Ehrenamt Badebetrieb fordert vollen Einsatz

Achim Becker ist Beisitzer im Förderverein Waldschwimmbad Holzhausen. Er sitzt aber keineswegs nur dabei, sondern kümmert sich seit 2003 um die Technik des Waldschwimmbads – notfalls auch nachts um zwölf.

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Achim Becker im Technikraum des Holzhäuser Waldschwimmbads mit seinen Schiebern und Stellrädern.

Quelle: Manfred Schubert

Holzhausen. In diesem Jahr feierte Holzhausen das 80-jährige Bestehen seines Waldschwimmbads. So weit wäre es nicht ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Dorfbewohner gekommen, denn 2002 hatte die Gemeinde Dautphetal die Schließung beschlossen.

Einer von denen, die sich im November 2002 entschieden, es selbst zu probieren und von „nix zum Schwimmbadbetreiber wurde“, wie er selbst sagt, ist Achim Becker. „Damals sagte jemand, es ist wie eine große Badewanne, Stöpsel raus und ein bisschen saubermachen. Dass es einiges mehr zu tun gibt, haben wir dann mitgekriegt“, erzählte er.

13. Saison im Waldschwimmbad

Der Jahrhundertsommer 2003 sei die Feuertaufe gewesen, nächstes Jahr geht das Bad unter der Regie vom Förderverein Waldschwimmbad Holzhausen in seine 13. Saison. „In den ersten Jahren war unheimliches Engagement vorhanden. Da man alles in Gang bringen musste, war man ab März bis zur Saisoneröffnung am ersten Juniwochenende jeden Tag da“, erinnerte er sich. Mittlerweile habe man mehr Routine, aber ab März gilt es fast jedes Wochenende, in Arbeitseinsätzen Becken und anderes zu reparieren, zu streichen und die Außenanlagen in Schuss zu bringen. Ab Juni bis September erfordert der Badebetrieb den Einsatz der Freiwilligen.

Achim Becker ist Beisitzer im Vorstand des Fördervereins. Der 1967 geborene Holzhäuser sitzt aber keineswegs nur dabei, sondern kümmert sich um die Technik des Waldschwimmbads und Neuanschaffungen der Ausrüstung. Elektrik, Filter, Wasserreinigung: Mit Chemikalien kennt sich der bei Behring beschäftigte Biologie-Laborant aus. „Man muss im Sommer jeden Tag mindestens eine halbe Stunde schauen, ob alles läuft. Wenn ein Wert umkippt, etwas mit dem Chlor nicht stimmt, dann muss man das gleich beheben, das kann man nicht aufschieben, sonst könnten Badegäste zu Schaden kommen. Oder nachts um zwölf kommt ein Anruf, dass Wasser vom Dach tropft. Das Verantwortungsbewusstsein führt dazu, dass man dann still und heimlich rauffährt“, schilderte Becker seine ehrenamtliche Tätigkeit.

Das Schwimmbad ist ein Treffpunkt

Warum verbringt man seine Freizeit auf diese Weise? „Unsere ältere Tochter ist 2000 geboren. Jeder von meiner Generation ist mit dem Schwimmbad groß geworden. Wenn es zwei bis drei Jahre geschlossen gewesen wäre, wäre es schwierig geworden. Ich habe beschlossen, mich zu engagieren, um es für mich selbst zu erhalten, aber auch für meine Familie und die Kinder. Und für die Gemeinschaft. Das Schwimmbad ist ein Treffpunkt, die älteren Tagschwimmer kommen morgens um zehn, die Jugendlichen lungern nicht irgendwo herum, es ist wichtig für das Dorfgefühl“, zeigte sich Becker überzeugt.

Und auch seine Frau Daniela ziehe mit, engagiere sich bei der Organisation von Veranstaltungen, „sonst würde es keinen Spaß machen“, betonte er. Auch versuche man, wie in diesem Jahr, während der Ferienspiele Schwimmkurse anzubieten, ergänzte er, als Reinhold Beck, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung des Ehrenamts, darauf hinwies, dass laut DLRG die Fähigkeit zu schwimmen bei Kindern zurückgehe, weil Bäder geschlossen wurden. „Wir möchten die Öffentlichkeit dafür sensibel machen“, sagte Becker.

1000 Mitglieder engagieren sich im Verein

Das Waldschwimmbad zieht im Sommer auch viele Besucher von außerhalb, auch aus Marburg an, denn es gibt in Holzhausen ein 50-Meter Becken mit 25 Metern Breite und folglich mehr Platz im Wasser. „Wir haben 1000 Mitglieder. Jeder, der eine Jahreskarte kauft, ist automatisch Mitglied, diese Beiträge ermöglichen uns, zu kalkulieren“, sagte er. Und das zu sozialen Preisen: Familienjahreskarten kosten 50 Euro, Einzeljahreskarten für Kinder von 7 bis 17 Jahren 15 Euro, Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt.

von Manfred Schubert

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