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Vielfalt in rot - das Beste aus der Tomate

Besser-Esser Vielfalt in rot - das Beste aus der Tomate

Das Hobby zum Beruf machen, das gelingt nur wenigen. Die beiden Freundinnen Gabi Becker und Kathrin Müller haben es geschafft – und kochen nun als „Geschmacksverstärker“ im Bürgerhaus mit eigenem Partyservice.

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Quelle: Fotos: Katharina Kaufmann-Hirsch

Bad Endbach. Kochen mit Liebe und Leidenschaft – das haben sich die Bad Endbacherinnen Gabi Becker und Kathrin Müller auf die Fahnen geschrieben. Und dass damit nicht nur geworben wird, ist beim Besuch in der Küche des Restaurants im Bürgerhaus Bad Endbach sofort spürbar: Die beiden Frauen sind sowohl mit Liebe als auch mit Leidenschaft am Werk. Da wird Hand in Hand gearbeitet, gegenseitig abgeschmeckt und viel gelacht.

„Wir kennen uns schon seit einer Ewigkeit“, sagt die 45-jährige Becker. Gemeinsam haben die beiden immer in der Freien evangelischen Gemeinde gekocht und passende Themenabende organisiert. „Irgendwann kamen Anfragen, ob wir nicht auch für einen runden Geburtstag oder eine Hochzeit das Essen machen könnten“, ergänzt Müller. Also beschlossen die beiden Freundinnen, offiziell ein Gewerbe anzumelden. „Das ist jetzt ziemlich genau zwei
Jahre her“, berichtet Becker.

Als Name wählten Becker und Müller „Geschmacksverstärker“. Das passe hervorragend zum Konzept: „Wir wollen den Geschmack verstärken und kochen nur mit frischen, saisonalen Artikeln und ohne jegliche Fertigtüten“, betont Gabi Becker. Hochwertige Zutaten seien ihnen wichtig. „Wir haben immer eine selbstgemachte Gemüse- und Fleischbrühe bereitstehen“, erklärt die Realschullehrerin und weist in eine Ecke der Küche. In großen Gläsern stehen die Brühen abgefüllt bereit und warten auf ihren Einsatz.

Der kommt heute bei einer gebackenen Tomatensuppe. „Die ist intensiver im Geschmack als eine herkömmliche Tomatensuppe und dennoch einfach zu kochen“, schildert die 39-jährige Kathrin Müller, die eigentlich eine gelernte Biolaborantin ist. Dann werden Tomaten geviertelt und auf ein Backblech gelegt. Hinzu kommen noch eine Knoblauchknolle, rote Zwiebeln und ein paar frische Kräuter und Gewürze. „Das kommt dann für eine halbe Stunde in den Backofen“, erklärt Becker. Anschließend müsse es püriert und passiert sowie mit der Gemüsebrühe aufgekocht werden und fertig sei eine „herrlich leckere Tomatensuppe“.

Deftiger Kuchen mit einer zitronigen Note

Einmal im Monat veranstalten die „Geschmacksverstärker“ im Bürgerhaus in Bad Endbach einen Themenabend. Dann kommt ein Drei- oder Fünf-Gänge-Menü auf die Tische. Das nächste steht – wie sollte es anders sein – unter dem Motto „Sommer, Sonne, Sonnenschein – Feines aus der mediterranen Küche“ und findet am Samstag, 9. Juli, statt. Die Rezepte für ihre Menüs entwickeln die beiden selbst. „Das ist das Tollste an dem Job: das Ausprobieren“, sagt Gabi Becker, die zuhause eine Kochbuchsammlung mit fast 500 Büchern stehen hat. „Das Rezept für die Tomaten-Tarte habe ich zum Beispiel als drei verschiedenen Rezepten zusammengestellt“, ergänzt sie.

Apropos Tomaten-Tarte. Dazu wird auf einen Mürbeteig eine Mischung aus Frischkäse, Creme fraîche, geriebenem Parmesan sowie Eiern gegeben. Oben drauf landen noch Cocktailtomaten, dann kommt das Ganze eine halbe Stunde bei 180 Grad Celsius in den Ofen. Vor dem Servieren gibt Becker noch ein Basilikumdressing darüber. „Das verleiht dem deftigen Kuchen ein feine zitronige Note“, erläutert sie dies.

Neben den einmal im Monat stattfindenden Themenabenden richten die „Geschmacksverstärker“ auch Feiern im Bürgerhaus aus und sorgen dabei für das kulinarische Drumherum. Auch als Partyservice können die Bad Endbacherinnen gebucht werden. „Wir entwickeln uns immer weiter“, sagt Müller, „und passen uns der Nachfrage an.“

Und die ist derzeit groß. Fast jedes Wochenende stehen die beiden Frauen hinter dem Herd. Neue Rezepte werden grundsätzlich einige Wochen vorher ausprobiert. „Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass Tomaten und Melonen so gut zusammen­passen“, berichtet Kathrin Müller. Und dennoch: Im Tomaten-Tatar, einem erfrischenden Salat, kommen die beiden roten Früchte wunderbar miteinander aus. So wunderbar wie die beiden Frauen in der Küche, für die Kochen noch Liebe und Leidenschaft ist.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

 
Die Rezepte
Gebackene Tomatensuppe

Zutaten:

  •  vier bis sechs Tomaten
  • eine Knoblauchknolle
  •  eine rote Zwiebel
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Koriandersamen
  • frische Kräuter
  •  ein Liter Gemüsebrühe
  •  Balsamico

Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Tomaten waschen und vierteln, Knoblauch und Zwiebel mit der Schale vierteln und mit den Tomaten auf ein Blech geben. Mit Olivenöl, Zucker, Salz, Pfeffer, Koriander und den frischen Kräutern würzen. Kräftig durchmischen und etwa 40 Minuten im Ofen backen. Anschließend Knoblauch aus der Schale pressen und Haut der Zwiebel entfernen. Tomaten, Knoblauch, Zwiebel, Brühe, Balsamico und Basilikum pürieren und passieren.

Tomaten-Tatar

Zutaten:

  •  300 Gramm Garnelen
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • 150 Gramm Tomaten
  • 100 Gramm gelbe Cocktailtomaten
  • 150 Gramm Wassermelone
  • 75 Gramm Radieschen
  •  eine Limette
  • ein Esslöffel Wasabi-Paste
  •  ein Teelöffel Zucker
  • 25 Gramm Wasabi-Erdnüsse
  • Basilikumblätter

Zubereitung:

Garnelen in heißem Olivenöl mit etwas Salz und Pfeffer anbraten und rund vier Minuten braten lassen. Anschließend abkühlen lassen. Die Tomaten waschen, den Stielansatz entfernen und entkernen. In Würfel schneiden. Melone von der Schale schneiden und Kerne entfernen, Radieschen waschen und putzen. Melone und Radieschen würfeln. Schale einer Limette abreiben und die Limette auspressen. Drei Esslöffel Limettensaft mit der Wasabi-Paste, Salz, Zucker und fünf Esslöffeln Olivenöl verrühren. Garnelen in Stücke schneiden und Wasabi-Erdnüsse hacken. Basilikum grob zerschneiden. Garnelen, Tomaten, Melone und Radieschen mit der Vinaigrette und etwas Basilikum mischen.
Anrichten und mit Basilikum und Wasabi-Erdnüssen bestreuen.

Tomaten-Tarte mit Basilikumdressing

Zutaten:

  • 200 Gramm Mehl
  • Salz
  •  ein bis zwei Eier
  • 80 Gramm Butter
  • 30 Gramm getrocknete Tomaten in Öl
  • 300 Gramm Frischkäse
  • 100 Gramm Creme fraîche
  • 50 Gramm Parmesan
  • zwei Eier
  • 300 Gramm gemischte Kirschtomaten
  • zwei Handvoll Basilikum
  • Zitronenzesten
  • ein bis zwei Teelöffel Honig
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • sechs Esslöffel Olivenöl

Zubereitung:

Aus Mehl, Salz, Eiern und Butter einen Mürbeteig herstellen und für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Die Kirschtomaten waschen, halbieren und ausdrücken. Frischkäse, Creme fraîche und geriebenen Parmesan verrühren. Getrocknete Tomaten klein schneiden und unterheben. Eier hinzufügen, verrühren und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Mürbeteig dünn ausrollen und in einer gebutterten Form verteilen. Mit einer Gabel einstechen und anschließend die Frischkäse-Mischung darauf verteilen. Mit Salz und Zucker bestreuen. Die Tarte in den Ofen schieben und rund 30 Minuten backen. Das klein geschnittene Basilikum mit Zitronenzesten, Honig, Salz, Pfeffer und Olivenöl mischen und später über die leicht erkaltete Tarte träufeln.

Alle Rezepte von Gaby Becker und Kathrin Müller
 
 

Die Fakten:

Verschiedene Sorten
Salattomate: Sie hat nur zwei Fruchtkammern und ist daher besonders fleischig und wohlschmeckend. Fleischtomaten: Sie bilden besonders große Früchte und werden bis zu 400 Gramm schwer. Kochtomaten: Diese Sorte wird vorrangig zur Zubereitung von Soßen und Suppen verwendet. Die Frucht ist eher oval als rund, hat festes Fleisch und wenig Kerne. Kochtomaten eignen sich auch zum Einfrieren. Kirschtomaten: Sie sind auch unter dem Namen Cocktailtomaten bekannt und eignen sich zur Dekoration. Zum Kochen wären sie zu schade. Ihr Geschmack ist sehr angenehm und leicht süßlich. Gelbe Tomaten: Diese Sorte ist säureärmer als rote Tomaten und wird daher besser vertragen als rote Tomate.

Nie grün essen
Tomaten sollten nie grün gegessen werden, weil sie dann nämlich noch das Gift Solanin enthalten, das erst während des Reifeprozesses abgebaut wird. Das Solanin lässt sich zwar durch Kochen verringern, allerdings wird es dabei nicht vollständig zerstört, so dass Vorsicht geboten ist. Besser ist es, die Tomaten noch einige Tage liegen und nachreifen zu lassen.
Haltbar machen
Wer sich den Genuss der Tomaten auch im Winter nicht entgehen lassen möchte, aber auf Supermarkt-Früchte verzichten will, der kann Tomaten entweder einfrieren oder trocknen, um sie haltbar zu machen. Beim Einfrieren sollte man zuvor die Schale abziehen, denn sie droht beim Gefriervorgang aufzuplatzen. Besser lässt sich Tomatenmus oder Tomatensoße einfrieren. Trocknen lassen sich am besten halbierte oder geviertelte Tomaten – entweder im Dörrgerät oder an der Luft beziehungsweise im Backofen bei niedrigster Wärme und leicht geöffneter Tür.

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