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Süße „Äppelplätz“ aus Schröck

Besser Esser: Äpfel Süße „Äppelplätz“ aus Schröck

„Man muss seine Prioritäten setzen“, sagt Carmen Schwartz. In ihrer Gaststätte Balzer in Marburg-Schröck setzt sie auf regionale und saisonale Küche. So zum Beispiel mit Äpfeln, mit denen sie unter anderem „Äppelplätz“ zubereitet.

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Schröck. Dass es sie einmal in die Gastronomie verschlägt „war eigentlich schon immer klar“, sagt Carmen Schwartz. Doch dass es schließlich dazu kam, geht zurück auf ein tragisches Ereignis. Es geschah an Weihnachten im Jahr 1999. Bei einem tragischen Unfall kam ihr Vater Wolfgang Balzer, Schröcker Urgestein und Wirt der Gaststätte Balzer, ums Leben. Carmen Schwartz entschloss sich gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen aus Baden-Württemberg in ihre Heimat Schröck zurückzukehren und den zugehörigen Gasthof sowie das kleine Restaurant, auch bekannt unter dem Namen „Mando“, weiterzuführen.

Bekannt ist die Schröcker Gaststätte nicht erst seitdem für ihre regionale Ausrichtung. „Die Lebensmittel kommen von hier, also ist es logisch sie auch hier zu kochen und hier zu essen“, findet die 45-Jährige, die es mit ihrem Gastronomie-Betrieb 2014 und auch 2015 wieder in den „Slow-Food-Genussführer“ geschafft hat. Während anderswo Köche mitunter zur Fertigware aus der Packung greifen, ist die Zubereitung regionaler Produkte für Carmen Schwartz und ihren 53-jährigen Ehemann eine Selbstverständlichkeit.

Für die Jury des Buches ein Grund, die Gaststätte in die Liste derer aufzunehmen, die für die Erhaltung der regionalen Küche, die genussvolles, bewusstes und saisonales Essen aus frischen Produkten stehen. Sechsmal im Jahr, immer am letzten Donnerstag in ungeraden Monaten gibt es ein besonderes Buffet mit alten hessischen und Schröcker Spezialitäten. Gerichte, „die schon fast in Vergessenheit geraten sind“.

Früher Hauptgericht, heute Nachspeise

Ein typisches Schröcker Gericht, so sagt Carmen Schwartz, sind die „Äppelplätz“ – andernorts auch „Apfelküchle“, „Apfelkrapfen“ oder „Apfelringe“ genannt ( zum Rezept). Früher habe man das Gebäck im Dorf häufig sogar als Hauptgericht serviert. „Da gab es samstags erst eine Suppe und dann eine große Portion von den Äppelplätz“, erinnert sich die Köchin. Heutzutage werde es hingegen eher zum Nachtisch genossen.

Die Äpfel, die Carmen Schwartz verwendet hat, hat sie bei einem Bekannten aus dem Dorf besorgt, denn die in ihrem Garten sind noch nicht ganz reif. Lokal angebaut sind sie dennoch. Während der Apfelzeit im Herbst verarbeitet sie diese auf verschiedene Weise. So macht sie beispielsweise Apfelmus und Apfelschmand, backt Apfelkuchen oder Apfelwaffeln. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Hauptsache die Äpfel kommen frisch aus der Region.

von Peter Gassner



 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Äppelplätz-Rezept

von Carmen Schwartz
Äppelplätz für 4 Portionen

  • 3 Äpfel
  • 1 Ei
  • 50 Gramm Zucker
  • 100 Milliliter Apfelwein
  • 120 Gramm Mehl
  • 1 Prise Salz

Für den Teig das Ei trennen und das Eigelb mit dem Zucker, dem Apfelwein und ein wenig Öl verrühren. Anschließend das Mehl hinzu geben. Schließlich das Eiweiß unter die Eigelb-Apfelweinmasse rühren und eine Prise Salz hinzu geben. Die in Scheiben geschnittenen Äpfel durch den Teig ziehen und in eine Pfanne mit heißem Fett legen, sodass sie darin „richtig schwimmen“. Das „Äppelplätz“ von beiden Seiten etwa drei Minuten lang in der Pfanne liegen lassen, bis der Teig knusprig ist.

Zum Servieren empfiehlt Carmen Schwartz Vanillesoße und Zimtzucker. Möglich wäre stattdessen aber auch Puderzucker.

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