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Limonade - erfrischend und lecker

Sommergetränk Limonade - erfrischend und lecker

Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen, dann steigt auch das Verlangen nach erfrischenden Getränken. Wie man solche ganz einfach selbst herstellen kann, zeigt Joanna Figura aus Wehrda.

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Eine Erfrischung an heißen Tagen: Limonaden lassen sich nach individuellen Vorlieben herstellen.

Quelle: Katharina Kaufmann

Wehrda. Es sind eigentlich nur drei Arbeitsschritte, die einen von einer leckeren, erfrischenden und vor allem selbstgemachten Limonade trennen. Nur wenige Minuten, bis das prickelnde Wasser mit natürlichem Geschmack die Kehle hinunterlaufen kann. „Limonade selbst herstellen ist ganz einfach“, betont Joanna Figura. Man müsse nur wissen wie. Sagt sie und zeigt es.

Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen, dann steigt auch das Verlangen nach erfrischenden Getränken. Wie man solche ganz einfach selbst herstellen kann, zeigt Joanna Figura aus Wehrda.

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Zwei Stangen Rhabarber hat sie dazu aus dem Garten geholt, eine ungewachste Orange liegt auch schon bereit, daneben stehen Rohrzucker und eine Flasche Mineralwasser.
Eigentlich ist die 36-jährige gebürtige Polin Diplom-Geografin.

"Die fabelhafte Welt der Limonaden"

Weil sie sich aber schon immer gerne fürs Kochen und Backen interessierte, absolvierte sie eine Weiterbildung zur Wildkräuterpädagogik-BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) an der Gundermann-Akademie. „Die Kenntnisse über Naturvorgänge, die Pflanzenfolge, das Sammeln, Verarbeiten und Konservieren können uns helfen, unser Handeln bewusster und zukunftsorientierter zu gestalten“, erklärt Figura während sie den Rhabarber schält. Das wolle sie auch in ihren Kursen weitergeben. Von denen aktuell zwei im  VHS-Programm: „Die fabelhafte Welt der Limonaden“ und „Der wilde Picknickkorb“ (nächster Termin dafür: 13. Juni).

( Johann Fugura, Fotos: Katharina Kaufmann)

Den fertig geschälten Rhabarber schneidet Figura in Stücke und wirft sie in einen Kochtopf. Hinzukommen Orangenschale und der aus der Orange ausgepresste Saft. „Das alles wird kurz aufgekocht und bei wenig Hitze weitergeköchelt“, erläutert die 36-Jährige und betont: „Rhabarber wird schnell gar, man darf ihn deshalb nicht zu lange kochen lassen. Er wird dann faserig und zerfällt.“ Für eine Weiterverarbeitung sei er dann nicht mehr geeignet. „Ansonsten lässt sich der Rhabarber prima für einen Kuchen oder eine Creme als Nachtisch verwenden. Man muss ihn nicht wegwerfen“, so die Expertin. Der Sirup für die Limonade ist fertig, wenn man Früchte und Flüssigkeit voneinander getrennt hat. Dann muss nur noch Mineralwasser dazugeschüttet werden. „Und fertig ist unsere Limonade. Gar nicht schwer, oder?“, sagt Figura und gibt noch eine Handvoll Eiswürfel ins Glas.

Ziehen lassen für das richtige Aroma

Die nächste Limonade ist sogar noch einfacher herzustellen, dafür aber etwas zeitaufwändiger: „Die Kräuter für die Giersch-Gundermann-Limonade werden einfach in eine große Schüssel gegeben und mit klarem Apfelsaft übergossen“, erläutert Joanna Figura. Dann taucht sie die Hände in die Flüssigkeit und knetet die Kräuter kräftig durch. „Einfach ausdrücken und kneten“, erklärt sie. Dadurch gehe der Geschmack von Giersch und Gundermann direkt in den Apfelsaft über.

Zwischen drei Wochen und halbem Jahr haltbar

„Je mehr man knetet, umso kräftiger schmeckt hinterher die Limonade“, sagt sie. Damit die Wildkräuter ihr Aroma so richtig entfalten können, muss die Mischung anschließend noch drei bis vier Stunden kalt gestellt werden. Dann werden die Kräuter aus der Flüssigkeit geholt, Mineralwasser und Zitronensaft dazugegeben „und schon ist die nächste Limonade fertig“, sagt Figura und strahlt.

Generell könne man aus allem Limonade herstellen. „Ich lasse mich da von Düften und Farben inspirieren“, berichtet die 36-Jährige. Ob Gewürze, Beeren oder Blüten – alles lasse sich verarbeiten. Und vieles lasse sich kombinieren. „Zum Verfeinern kann man praktisch alle Gewürze nehmen, die einen leicht süßlichen Geschmack haben“ schildert sie und nennt als Beispiel Thymian, Ingwer, Minze und Zimt.

Die Vorteile von selbstgemachter Limonade liegen auf der Hand: „Man kann selbst beeinflussen, welche Zutaten enthalten sind und ob beziehungsweise wie viel Zucker beigemischt wird“, sagt Figura. Darüber hinaus seien keine künstlichen Aromen, keine Konservierungs- und keine Farbstoffe enthalten.

„Der fertige Sirup hält sich am besten im Kühlschrank“, rät die Expertin. Oder er wird noch heiß in Gläser abgefüllt und zugeschraubt, sodass sich ein Vakuum bilden kann und der Inhalt luftdicht verschlossen ist. Zwischen drei Wochen und einem halben Jahr seien die Sirups und Auszüge haltbar. „Klarer Saft lässt sich immer länger aufbewahren als einer mit Stückchen drin“, erklärt Figura.

von Katharina Kaufmann

 
 
Rhabarber-Orangen-Limonade
von Joanna Figura
  • zwei Stangen Rhabarber
  • eine Orange (ungewachst)
  • mehrere Esslöffel Zucker oder ein anderes Süßungsmittel
  • eine Flasche Mineralwasser
  • Eiswürfel

Den Rhabarber schälen, in Stücke schneiden und in einen Topf geben. Den Zucker (je nach Geschmack mehr oder weniger) hinzufügen. Schale von der Orange reiben und den Saft auspressen. Beides zum Rhabarber hinzufügen. Die Mischung vorsichtig aufkochen und ein paar Minuten auf kleiner Hitze weiterköcheln lassen, bis der Rhabarber gar ist. Die Rhabarberstücke aus der Flüssigkeit herausschöpfen und kalt werden lassen. Den Sirup mit Mineralwasser aufgießen, nach Belieben Eiswürfel hinzufügen und genießen.

 
Giersch-Gundermann-Limonade
von Joanna Figura
  • zehn Gierschblätter mit Stängel
  • zwei Gundermann-Ranken
  • ein Liter klarer Apfelsaft
  • eine Zitrone
  • ein halber Liter Mineralwasser
  • Eiswürfel
Die Gierschblätter und die Gundermann-Ranken sorgfältig waschen und anschließend in eine große Schüssel legen. Den Apfelsaft hinzugießen und die Kräuter mit den Händen kräftig durchkneten und ausdrücken. Die Mischung dann drei bis vier Stunden kalt stellen. Anschließend abseihen, die Zitrone entweder auspressen oder in Scheiben schneiden und der Kräuter-Saft-Mischung zufügen. Mineralwasser und Eiswürfel dazugeben und genießen.
 
Die Fakten

Unendliche Möglichkeiten
Generell lässt sich aus allem Limonade herstellen, erklärt Joanna Figura. Es gebe unendliche Möglichkeiten.

Die puristische Variante
Die einfachste Möglichkeit eine Limonade herzustellen, ist Obst auszupressen und es mit Mineralwasser zu mischen. Bei Bedarf kann mit Zucker, Stevia, Honig, Agavensirup oder einem anderen Süßungsmittel gesüßt werden.

Die Sirup-Variante
Obst, das sich nicht so leicht auspressen lässt, kann man dennoch zu einer Limonade verarbeiten. „Man muss die Früchte einkochen“, erläutert die Fachfrau. Der so gewonnene Sirup lasse sich dann ganz einfach mit Mineralwasser verdünnen. Es entsteht eine Limonade. Nach Bedarf kann diese noch verfeinert werden: Für die Süßmäuler beispielsweise mit Zucker, für Feinschmecker mit Kräutern wie Minze oder Melisse oder Gewürzen wie Zimt und Ingwer.

Die Auszüge-Variante
Eine weitere Methode zur Herstellung einer Limonaden-Grundlage ist, kalte oder warme Auszüge von Pflanzenblättern oder -blüten herzustellen. Sehr aromatische Pflanzenblätter (Waldmeister, Lavendel, Thymian, Salbei, Blätzter der Schwarzen Johannisbeere, Fichten- und Tannenspitzen oder Borretschblätter) oder auch Blüten (Holunderblüten, Rosenblüten, Lavendelblüten, Veilchenblüten oder Löwenzahn) werden bei dieser Methode mit kalter oder warmer Flüssigkeit übergossen und kalt gestellt. „Später braucht man nur die Blätter oder Blüten abzuseihen. Die gewonnene Flüssigkeit wird mit Mineralwasser aufgegossen und schon ist die Limonade fertig“, betont Joanna Figura.

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