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Leckeres für den Oster-Brunch

Besser-Esser Leckeres für den Oster-Brunch

Bunt und vielseitig sah der Brunch am Sonntag im Turmcafé am Kaiser-Wilhelm-Turm aus. Brigitte Scholz hat uns ein paar Tipps verraten.

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Quelle: Mareike Bader

Marburg. Gerade zu Ostern ist ein Treffen zum Brunch sehr beliebt. Bei gemütlicher Runde wird sich Zeit für leckeres Essen genommen und dabei das Frühstück (englisch: Breakfast) und das Mittagessen (englisch: Lunch) einfach zusammengelegt – also Brunch. „Sie können sich Zeit nehmen“, heißt es auch beim Brunch im Turmcafé.

Doch als Gastgeber ist es nicht immer einfach, eine kreative und auch optisch ansprechende Auswahl anzubieten. „Das Auge isst mit und die Qualität muss gut sein“, lautet das Leitthema von Brigitte Scholz. „Das macht zwar viel Arbeit, macht aber viel aus“, weiß sie. Aus Radieschen macht sie etwa Blumen, kleine Paprika sehen schnell aus wie Tulpen und Cocktailtomaten ergänzen auf Spießen mit etwas Gurken oder Lauchgarnitur das Ensemble.

Seit über sieben Jahren kocht Brigitte Scholz ehrenamtlich für den Brunch im Turmcafé, der immer am zweiten Sonntag im Monat stattfindet. „Wir sind oft schon Monate im Voraus ausgebucht“, freut sich Scholz. Für den Brunch im Dezember gibt es etwa nur noch Plätze für die Warteliste. Beim Brunch helfen mehrere ehrenamtliche Hände. Denn Brigitte Scholz stemmt den Brunch natürlich nicht ­alleine. So hilft ihr Andrea ­Buchenauer, die Geschäftsführerin des Turmcafés, in der kleinen Küche und hat Frischkäse­eier vorbereitet. Die erste Vorsitzende des Vereins, Carin Götzfried, kümmert sich um die Reservierungen der 35 Plätze des Brunches.

Turmcafé bietet Arbeit für psychisch Erkrankte

An der Landgräfin-Elisabeth-Schule in Stadtallendorf sowie der Marburger Familienbildungsstätte habe sie früher Kinderkochkurse gegeben, erzählt Scholz. „Ich bin eigentlich Erzieherin, aber Kochen ist mein Hobby“, betont sie. Vor ihrer Pensionierung hat sie an der Astrid-Lindgren-Schule in Stadtallendorf unterrichtet, einer Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und motorische Entwicklung.

Die Arbeit an dieser Schule und auch die geistige Behinderung ihres Bruders verbindet sie mit dem Verein Mobilo, der seit 2005 das Turmcafé betreibt und dessen zweite Vorsitzende sie seit mehr als sieben Jahren ist. Das Projekt „TurmCafé im Kaiser-Wilhelm-Turm“ hilft und unterstützt Menschen, die wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Kollegen seines damaligen Supermarktjobs hätten ihn oft nicht verstanden, erzählt Peter Hilger im Gespräch. „Der Lutz und die Carin (Götzfried, Anm. der Redaktion) kennen sich damit aus“, sagt Hilger.

Thorsten Fenner, einer der festangestellten Mitarbeiter des Turmcafés, bestätigt, dass das Projekt auch ein gewisses Maß an Rücksichtnahme bedeute. Besonders wichtig sei für die ­Betroffenen auch die sozialen Kontakte, die sie im Turmcafé erfahren, sowie die Ablenkung. Peter Hilger erzählt etwa, dass er zu Hause oft an seine ­
kranke Schwester denken müsse, bei der Arbeit sei er von diesen Sorgen abgelenkt. „Der Tag ist halt strukturiert“, sagt der 58-Jährige, das helfe ihm sehr bei seiner Erkrankung. „Ich mag den sozialen Sinn und Zweck hier
im Café“, betont Thorsten Fenner.

Mehrfach wurde der Verein Mobilo für sein Engagement ausgezeichnet. Den Turmbetrieb ergänzen viele Kulturveranstaltungen im Turmcafé oder auf der Waldbühne, die diesen Sommer eine Überdachung erhalten soll (die OP berichtete) sowie private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage.

Osternest aus Spaghetti mit conchierten Tomaten

Für den Oster-Frühlings-Brunch gibt es neben einer Auswahl an Käse, Fisch und Wurst noch Rührei, Pizzaschnecken, eine Bärlauchsuppe, kleine Kartoffeln mit Majoran, Grüne Sauce und Fisch mit Kräuterhaube. Dazu kommen die beiden Rezepte, die Brigitte Scholz mit den Besser-Esser-Lesern teilt: gestreifte Hähnchenbrust mit Paprikaschaum und ein Osternest aus Spaghetti mit frischem Gemüse und conchierten Tomaten. Und auch hier wurde die in Schröck Lebende wieder kreativ: „Ich wollte es schön farbig haben“, lacht Scholz. 

von Mareike Bader

 
 
Die Rezepte

von Brigitte Scholz

Gestreiftes Hähnchenbrustfilet auf Paprikaschaum

Zutaten für vier Personen:

  • 2 große Hähnchenbrustfilets
  • 2 rote und 2 gelbe Paprika
  • Basilikumblätter
  • evtl. Parmaschinken
  • 1 Becher süße Sahne
  • 1 TL Zucker
  •  Thymian, Pfeffer, Salz
  • Butterschmalz zum Anbraten
  • Butter

Zubereitung
Hähnchenbrustfilet säubern, waschen und trockentupfen. Paprika abschälen und in zirka 2,5 cm breite Streifen schneiden. Hähnchenbrust 6 bis 8 mal schräg einschneiden. In die entstandenen Taschen je ein Stück von der Paprika und dem Basilikumblatt legen. Mit Pfeffer und Salz würzen und mit Butterschmalz rundherum anbraten. Die angebratenen Stücke mit Thymian würzen und mit Butterflocken belegen. Päckchen in Backpapier einpacken und bei 120 Grad 30 Minuten weiter garen. Fleisch in Längsrichtung in Scheiben schneiden. Das Fleisch kann warm oder kalt gegessen werden.
Für den Paprikaschaum die restliche Paprika würfeln, mit Zucker bestreuen und in Butterschmalz andünsten; mit Salz und Pfeffer würzen. Sahne hinzufügen und die weiche Paprika pürieren.Paprikaschaum mit den Fleischstücken anrichten.

 

Gemüse im Spaghetti-Nest

Zutaten für vier Personen:

  • 2 Möhren
  • Datteltomaten
  • 2 kleine Zucchini
  • 1/2 Stange Lauch
  • 250 g Spaghetti
  • Öl zum Braten
  • Salz, Pfeffer
  • Thymian

Zubereitung
Spaghetti nach Anleitung kochen. Möhren, Zucchini und Lauch in schmale Streifen schneiden; in Öl anbraten und bissfest garen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Datteltomaten getrennt davon in Öl anbraten bis sie aufplatzen; mit Salz, Pfeffer und Thymianblättern würzen.
Aus den gegarten Nudeln auf dem Teller ein Nest formen. Die ­Gemüsemischung in die Mitte geben und die Datteltomaten als „Eier“ hineinsetzen.

Brigitte Scholz kocht ehrenamtlich für den Brunch im Turmcafé.  Fotos: Mareike Bader, Grafik: Nikola Ohlen
 
 

Spiegelslust

Im Volksmund wird der Kaiser-Wilhelm-Turm, in dem sich das Turmcafé befindet, auch gerne Spiegelslustturm genannt. Der 36 Meter hohe Turm wurde am 2. September 1890 eingeweiht. Die Geschichte dazu geht aber zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Damals wählte Werner Freiherr von Spiegel zum Desenberg den Ort auf den Lahnbergen mit direktem Blick auf das Schloss aus, um das Gelände auf seine Kosten herrichten zu lassen und dort einen Pavillon aufzustellen. Und so wurde das beliebte Ausflugsziel fortan „Spiegelslust“ genannt. Dort steht heute auch die gleichnamige Waldgaststätte.

Für die vielen Besucher sollte ein Wirtschaftsgebäude und ein Turm gebaut werden. So gründete sich 1872 ein Turmbauverein, in dem sich Bürger organisierten, um den Turmbau voranzutreiben und zu organisieren. Als Architekt konnte Carl Schäfer gewonnen werden, der auch den neugotischen Bau der „Alten Universität“, die 1891 eingeweiht wurde, entworfen hatte. „Neben seiner Funktion als Aussichtspunkt war der Turm auch als Denkmal für den deutschen Sieg über Frankreich von 1870/71 und zugleich als Gefallenen-Mahnmal gedacht“, heißt es in der Publikation der Hotel- und Touristikfachschule Marburg.

Ein heftiger Sturm im Jahr 1876 zerstörte den im Bau befindlichen Turm. Erst zehn Jahre später wurde das Vorhaben erneut in Angriff genommen. Im Juli 1887 begann Universitätsarchitekt Manfred Wentzel mit dem zweiten Versuch des Turmbaus. Angeblich gibt es unter einigen Studenten den Aberglauben, dass es Unglück bringe, vor dem Physikum oder der Zwischenprüfung den Turm zu besteigen.

Anlässlich des Elisabethjahres 2007 wurde die Lichtinstallation „Siebensieben­zwölfnullsieben“ der Künstlerin Helmi Ohlhagens installiert. Das Projekt greift Ornamente des Hauptportals der Elisabethkirche auf und kann durch einen Anruf (Telefon: 0 64 21 / 59 04 69) zum Leuchten gebracht werden kann.

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