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Leckerei für den Beeren-Hunger

Besser Esser Leckerei für den Beeren-Hunger

Wenn Waltraud Runzheimer Kuchen backt und leckere Torten kreiert, dann tut sie das mit großer Leidenschaft. Für uns zauberte die ­Gladenbacher Hobby-Konditorin eine Himbeer-Joghurt-Torte.

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Eine leckere Himbeer-Joghurt-Torte hat Hobby-Konditorin Waltraud Runzheimer aus Gladenbach kreiert.

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. Eine Freundin machte sie auf einen Hersteller von Haushaltsprodukten aufmerksam, der auch Backkurse- und Fortbildungen anbietet. „Das war vor etwa 20 Jahren. Dann sind wir Grenzen ausgefahren, um Tricks und Kniffe zu lernen“, erzählt die Gladenbacherin. Da führte der Weg durchaus auch mal nach Bayern. Im Laufe der Jahre sammelte sie viele Rezepte. Die meisten hat sie ausprobiert und variiert. In ihrem Mann und den beiden erwachsenen Söhnen findet sie begeisterte Abnehmer ihrer Backexperimente. Weil sich die Qualität ihrer Leckereien längst herumgesprochen hat, gibt’s nicht nur im Bekannten- und Verwandtenkreis Torten „made by Waltraud“. Auf so mancher Hochzeit, Kommunion, Konfirmation und zahlreichen Geburtstagen findet man auf den Büfetts ihre Kreationen. Auch für spontane Kaffeenachmittage zaubert Waltraud schnell einen Kuchen oder eine Torte. „Alles kein Problem“, versichert die versierte Hobbykonditorin.

Geschichte des Backens

Die Anfänge des Backens finden sich im Ägypten der Pharaonen. Dort standen Getreide, dessen Ernte und Verarbeitung zu Brot und Gebäck in hohem Ansehen. Produkte des Getreides brachte man den Göttern als Dank­opfer dar, Brot und Feingebäck gab man den Toten auf ihrer weiten Reise ins Jenseits mit ins Grab. Die Backwaren wurden auf heißen Steinen oder in heißer Asche gebacken.

Auch in Griechenland galten Brot, Kuchen und Klein­gebäck als Geschenk der Götter. Die Kunst des Backens hatte man von den Völkern jenseits des Mittelmeeres übernommen und verfeinert.

Um 200 v. Chr. wurden bereits viele verschie­dene Luxusgebäcke erwähnt. Es gab Honigfladen, Rahmgebäck, Sesamkuchen, Krapfen aus Buchweizenmehl, Öl und Honig, Ringelkuchen, die man heiß in Wein tauchte, und Torten mit Weintrauben und Mandeln gefüllt. Die Herstellung von Kuchen-, Fein- und Kleingebäck erreichte einen höheren Stellenwert als die von verschiedenen Brotsorten. Sie zählte zu den Künsten, über die sich sogar Philosophen und Dichter äußerten. Erst zwei Jahrhunderte später gelangten die griechisch-ägyp­tischen Einflüsse nach Rom, wo es im 4. Jahrhundert n. Chr. die erste „Konditoren-Innung“ gab. Mit der Verfügbarkeit von Zucker aus der Zuckerrübe, von Kakao und Schokolade und von Produkten aus Mandeln und Nüssen und dem technischen Fortschritt begann vor allem in den letzten beiden Jahrhunderten der eigentliche Durchbruch für eine Vielfalt feiner Backwaren. 1889 schließlich wurde von Hermann Bahlsen in Hannover die „erste deutsche Cakesfabrik“ nach englischem Vorbild gegründet. Die Zeiten, als feine Backwaren nur Göttern oder den Be­güterten vorbehalten waren, sind längst vorüber. Feine Backwaren haben in der Ernährung einen festen Platz eingenommen.

Als die OP ihr beim Wirbeln in der Küche über die Schulter schaut erfahren wir, dass ihr Händchen für geschmackvolle Kuchen nicht ausschließlich Übungssache ist.

Das Talent liegt womöglich in den Genen: Der Onkel war Bäcker und Konditor und auch ihr Vater war gelernter Bäcker. In ihrem „Reich“, der Küche, zeigt sie uns, wie man problemlos und sehr schnell eine leckere Himbeer-Joghurt-Torte herstellt. Alles andere als Zauberei sei der Biskuitboden. Das 2,5 bis 3 Zentimeter hohe Fundament ihrer Torte sollte fluffig sein, aber doch so stabil, dass es nicht gleich durchweicht.

Einfacher Kuchenring ist ihr zu langweilig

Das Eiweiß von drei Eiern schlägt sie in einer Schüssel halbsteif, gibt Zucker und eine Prise Salz hinzu, schlägt die Masse dann solange „bis man damit verputzen könnte“. Mit einem Schneebesen zieht Waltraud das Eigelb unter. Sie mischt 40 Gramm Vanillepuddingpulver und 60 Gramm Mehl, siebt die Mixtur und hebt diese unter, das heißt, sie mischt sie vorsichtig unter, damit alles sehr luftig bleibt. Die flüssige Masse füllt sie in eine Blumenform. „Das sieht nachher schöner aus, als eine langweilige runde Form“, sagt Waltraud. Im vorgeheizten Backofen wird der Boden bei Ober- und Unterhitze und 180 Grad 15 bis 20 Minuten lang gebacken. Bei Heiß- oder Umluft gelingt ein Biskuit nicht, weiß sie aus Erfahrung.

Für die Füllung verwendet die Gladenbacherin Vollmilchjoghurt. „Fett ist nun mal ein Geschmacksträger“, sagt sie. 150 Gramm Zucker sorgen für die nötige Süße. Auch hier gibt Waltraud eine Prise Salz hinzu. Zur geschmackvollen Füllung zählen auch der Saft und vor allem die Schale einer unbehandelten Zitrone. „Beim Raspeln der Zitrone sollte man den weißen Teil der Schale auslassen. Sonst wird das Ganze zu bitter“, erklärt sie. Sie verrührt nun die Masse. Waltraud hat mittlerweile zehn Blatt weiße Gelatine in kaltem Wasser eingeweicht. Die gequollenen Blätter drückt sie leicht aus und löst sie dann bei schwacher Hitze auf. Bei zu starker Hitze verliert Gelatine ihre Gelierkraft, warnt sie. Sie gleicht nun die Gelatine an die Joghurtmasse an, gibt sie fast tröpfchenweise hinzu. Wichtig sei es auch, sehr gut zu rühren, „sonst gibt‘s Gummibärchen“.

Waltraud hebt nun steifgeschlagene Sahne unter die Joghurtmasse. Die fertige Füllung wird auf dem ausgekühlten Biskuit­boden verteilt, „und zwar so, dass keine Luftlöcher entstehen. In die würde später die Götterspeise fließen. Und das sieht alles andere als schön aus“, sagt die Gladenbacherin. Die fast fertige Torte stellt sie mindestens zwei bis drei Stunden kalt. Dann platziert sie die Himbeeren auf der festen Masse. Die liegen später in einem Bett aus Götterspeise.

Waltraud Runzheimer.

Waltraud nimmt dazu einen halben Liter Wasser, gibt zwei Tüten Himbeer-Götterspeise und 100 Gramm Zucker hinein, lässt das Ganze quellen und erhitzt - unter Rühren - die Masse, bis sich der Zucker auflöst. Die erkaltete Götterspeise gibt sie löffelweise auf die Himbeeren - und fertig ist die Torte. Vorausgesetzt, man bekommt sie unfallfrei aus der Form. Mit einem Messer gelingt ihr das problemlos. Wegen des Betts aus Götterspeise könne man auch mit tiefgefrorenen Früchten arbeiten, sagt die Gladenbacher Hobbykonditorin. Ihre Joghurttorten hat sie auch schon mit anderen Früchten, ­ wie Erdbeeren, verziert. „Einfach mal ausprobieren“, rät sie.

von Hartmut Berge

Das Rezept: Himbeer-Torte

von Waltraud Runzheimer

Biskuit

  • drei Eiweiß
  • 100 Gramm Zucker
  • drei Eigelb
  • 40 Gramm Vanillepudding
  • 60 Gramm Mehl

Füllung

  • 450 Gramm Naturjoghurt (3,5 Prozent Fett)
  • 150 Gramm Zucker
  • eine Prise Salz
  • eine unbehandelte Zitrone
  • zehn Blatt weiße Gelatine
  • 600 Gramm Sahne

Belag

  • 300 bis 500 Gramm Himbeeren
  • einen halben Liter Wasser
  • zwei Tüten Götterspeise (Himbeer)
  • 100 Gramm Zucker
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Frisch, unbehandelt und aus der Region haben es immer mehr Verbraucher am liebsten: Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt und das Bewusstsein für die Herkunft der Waren wächst. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es eine Vielzahl von Direktvermarktern. Die OP stellt sie in dieser Serie vor. 

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