Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Lahnbergburger statt Rosenkohl

Besser Esser Lahnbergburger statt Rosenkohl

In ganz Deutschland ­liefern die Uni-Mensen weniger Essen aus. Das Studentenwerk Marburg will dem Trend mit einem attraktiveren Speiseplan entgegen steuern.

Voriger Artikel
Kullerndes Kultgemüse
Nächster Artikel
Marburger Zupfkuchen frisch aus dem Ofen

Martin Baumgarten (von links), Leiter der Verpflegungsbetriebe, und Arne Kauffmann, zuständig für Organisation, Controlling und Innenrevision, haben sich zum Auftakt des Wintersemesters selbst in der Mensa-Küche erprobt.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Es ist Dienstagmittag. Das Wintersemester ist erst wenige Tage alt. Die Philipps-Universität befindet sich im Umbau und auch in der Mensa des Studentenwerks Marburg hat sich etwas verändert. Schon der Geruch verrät: Hier ist etwas anders als sonst. Nach einem Blick hinter die Kulissen wird klar: Heute gibt es Burger. Und zubereitet werden sie von zwei Männern in blauen Polo-Shirts.

Pünktlich zum Start des Wintersemesters hat das Studentenwerk Marburg den Speiseplan der Mensa am Erlenring umgestellt. Neue Ideen, aber auch altbewährte Rezepte sollen wieder mehr Studenten in die Mensa bringen, erklärt Martin Baumgarten, der Leiter der Verpflegungsbetriebe. Gemeinsam mit dem für Organisation, Controlling und Innenrevision zuständigen Arne Kauffmann bereitete er die bekannten Lahnbergburger in der Mensa Erlenring zu.

Wunsch nach neuen Gerichten und kürzeren Wartezeiten

In der Mensa auf den Lahnbergen sind sie bereits ein Renner – nun sollen sie der Mensa Erlenring neues Leben einhauchen. Denn das Studentenwerk Marburg beklagt geringer werdende Verkaufszahlen. „Das ist ein deutschlandweiter Trend“, sagt Baumgarten. In der vom Bildungsministerium beauftragen Sozialbefragung der Studentenwerke Deutschlands wurden insgesamt 67 007 Studenten befragt, darunter auch 363 aus Marburg.

Die Studentenwerke haben insbesondere die immer dichter werdenden Vorlesungszeiten als Grund für die schwindenden Verkaufszahlen ausgemacht. „Den Studenten ist es zeitlich nicht möglich, etwas Essen zu gehen. Eine richtige Mittagspause gibt es nicht mehr“, sagte Baumgarten. Eine OP-Umfrage zeigt aber auch: Die Studenten sind nicht vollends mit ihrer Mensa zufrieden. Sie wünschen sich neue Gerichte oder kürzere Wartezeiten.

Dem will sich Baumgarten nicht verschließen. „Wir haben einen Arbeitskreis gegründet, der den Speiseplan attraktiver machen soll“, sagt der Mensa-Leiter. Gleichwohl betont er aber auch: „Wir wollen nicht zu einer Imbissbude mutieren. Unser Ziel ist es gesundes und vollwertiges Essen anzubieten.“ Die Schwierigkeit bestehe darin, alle Geschmäcker zufrieden zu stellen.

Abendliche Essesangebot soll überarbeitet werden

„Unser Kundenstamm ist vielfältig. Wir haben nicht nur Burgerfans, aber auch nicht nur Veganer“, sagt Baumgarten. Das mache die Herausforderung aus. Neben den Lahnbergburgern, die es ab sofort jeden Dienstag auf der Empore der Erlenring-Mensa gibt, steht nun auch Döner auf dem Speiseplan. „Man darf sich neuen Trends nicht verschließen“, sagt Baumgarten.

Der Erfolg am ersten Verkaufstag gab dem Mensa-Team recht. „Wir haben um die 700 Burger verkauft und wären auch noch 200 mehr losgeworden“, freut sich Baumgarten. Den Burger gibt es für 3,45 Euro. Er gehört damit zu den teuersten Gerichten der Mensa, die deutschlandweit durchschnittlich eine der kostspieligsten ist. Auch wenn Baumgarten die Aussagekraft des Preisvergleichs von www.netzsieger.de herunterspielt.

Der Mensa-Vergleich

Studenten zahlen deutschlandweit zwischen 75 Cent und 5,90 Euro für ein Mittagessen in den Uni-Mensen. Das geht aus einem Preisvergleich der Seite www.netzsieger.de hervor. Zudem wurden die Durchschnittspreise für die Standardgerichte errechnet. Nach dem Online-Vergleich essen die Studenten in Kiel am teuersten und in Düsseldorf am günstigsten.

In Marburg zahlt man für ein Mittagsgericht durchschnittlich 2,80 Euro. Im Vergleich der 40 größten Universitäten Deutschlands belegt die Mensa des Studentenwerks in Marburg damit einen der hinteren Plätze. Für Martin Baumgarten, Leiter der Verpflegungsbetriebe ist diese Rechnung aber zu einfach. „Man kann die Gerichte nicht eins zu eins miteinander vergleichen, weil sich Menge und Form von Mensa zu Mensa unterscheiden“, sagt er.

In Marburg bekomme man beispielsweise zu einem Hauptgericht drei Beilagen, an anderen Standorten nur zwei oder weniger, erklärt Baumgarten. „Der Preis für ein Tagesgericht liegt bei uns immer um zwei Euro“, ergänzt er.

Neben der normalen Speisekarte soll auch das abendliche Essensangebot überarbeitet werden. Für Baumgarten ist das insbesondere bei der Tageskarte allerdings gar nicht so einfach. „Wir haben eine Matrix, die wir auf unseren Speiseplan legen“, erklärt er. Demnach müsse es regelmäßig einen Eintopf, etwas Süßes und natürlich auch etwas Schweinefleisch-freies für muslimische Kunden geben.

Kräuter aus dem Botanischen Garten

„Man muss ganz viele Dinge beachten“, betont Baumgarten. Eine wichtige Neuerung sei auch, dass das Pastagericht nicht mehr auf der Empore ausgegeben werde, sondern in das Wochen- und Tagesangebot aufgenommen wurde. „Somit haben wir Platz für zusätzliche Angebote“, freut sich Baumgarten. Darunter fallen die Burger und Döner, die es jetzt im Wechsel mit den bekannten Mensa-Schnitzeln und der Hessischen Bratwurst gibt. Bis heute lief zudem in der Mensa die „internationale Woche“.

Gerichte aus anderen Ländern und Kulturen sind beim Studentenwerk gerne gesehen, sagt Baumgarten. Ihm ist nur wichtig, dass „wir auch jemanden haben, der es authentisch zubereiten kann“. Im Sommer habe das Studentenwerk deshalb ein Projekt mit dem Botanischen Garten am Laufen. Dort werden dann Kräuter angebaut, „die es hier sonst nicht so oft gibt“, sagt Baumgarten.

Von schwarzem Senf, über japanischen Wasserpfeffer, bis hin zu Schwarzkümmel werden die Zutaten für das Studentenwerk direkt um die Ecke hergestellt, geerntet und landen später auf den Tellern der Studenten. Aber nicht nur für Studenten öffnet die Mensa ihre Tore. Auch andere Gäste sind im Haus gerne gesehen, betont Baumgarten.

von Tobias Kunz

Das Rezept

Lahnbergburger

Zutaten für 4 Personen

  • 4 große Burgerbrötchen mit Sesam
  • 4 Rindfleisch-Patties
  • 2 Tomaten
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 2 Gewürzgurken
  • 100 Gramm Ketchup
  • 100 Gramm Mayonnaise
  • 20 Gramm Senf
  • 1 halber Kopf Salat (Batavia, Lollo oder Eisbergsalat)
  • 2 Esslöffel Fett zum Braten
  • 1 Zitrone
  • 1 Teelöffel Zucker
  •  Pfeffer und Salz

Zubereitung
Den halben Kopf Salat putzen und waschen. Die Blätter dabei nicht zu klein zupfen. Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Die geschälte Zwiebel und die Gewürzgurken ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Die Zitrone pressen und den Saft zusammen mit Ketchup, Senf, Zucker, Pfeffer und Salz verrühren. Die Soße im Anschluss erwärmen.

Die Rindfleisch-Patties in etwas Fett scharf auf beiden Seiten anbraten. Die halbierten Burgerbrötchen im Backofen oder Toaster kurz aufbacken. Die Brötchen aufschneiden und auf der Innenseite mit der Soße und der Mayonnaise bestreichen. Zwei Salatblätter auf den Brötchenboden legen. Darauf das Rindfleisch-Patty, eine Tomatenscheibe, Zwiebelringe und Gurkenscheiben legen und mit dem Brötchendeckel abdecken.

Das Rezept wurde vom Team der Mensa Lahnberge zusammengestellt. Den Lahnbergburger gibt es jeden Tag ab 14 Uhr in der Cafeteria der Mensa Lahnberge und jeden Dienstag ab 11.30 Uhr auf der Empore der Mensa Erlenring.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Direktvermarkter

Frisch, unbehandelt und aus der Region haben es immer mehr Verbraucher am liebsten: Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt und das Bewusstsein für die Herkunft der Waren wächst. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es eine Vielzahl von Direktvermarktern. Die OP stellt sie in dieser Serie vor. 

Klicken Sie sich durch die folgende Karte, um Direktvermarkter in Ihrer Nähe zu finden. Unter der Karte finden Sie bereits erschienene Artikel zu dieser Serie.