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Kürbismarmelade: Ein vegetarisches Schlachtfest

Besser Esser Kürbismarmelade: Ein vegetarisches Schlachtfest

Sie haben geschnibbelt, gekocht und auch gebastelt. Nun hoffen die fleißigen „Küchenfeen“ des Obst- und Gartenbauvereins Bellnhausen auf tolles Wetter und guten Besucherzuspruch während ihres Kürbismarktes.

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Mehr als 300 Gläser Kürbismarmelade - in drei Sorten - haben die fleißigen Helfer des Obst- und Gartenbauvereins Bellnhausen eingekocht.

Quelle: Hartmut Berge

Bellnhausen. Seit seinem Bestehen richtet der im Jahr 2000 gegründete Verein gemeinsam mit Gladenbachs Gewerbeverein und einer Gärtnerei den Kürbismarkt aus. Für die Gäste wird sich nichts ändern. Sie werden kulinarisch verwöhnt und darüber hinaus wird ihnen viel Unterhaltung geboten.

Für die Bellnhäuser fing die Vorbereitung für den Markt diesmal später an als gewöhnlich: Erstmals haben sie nicht ihre eigenen Kürbisse verarbeitet. Bis vergangenes Jahr hatten sie die Früchte gesät, auf einem Acker gepflanzt, gepflegt und geerntet.

Kürbisse selbst anbauen wollen die Bellnhäuser aber nicht mehr. Obwohl der Obst- und Gartenbauverein Belllnhausen der jüngste seiner Art im Landkreis ist, wollen die Mitglieder etwas kürzer treten, denn der Altersschnitt ist ordentlich gestiegen. Es fehlt an Nachwuchs.

„Wir müssen mit unseren Kräften haushalten“, sagt die Vereinsvorsitzende Ingrid Drösch. Gleichwohl begann vor gut zwei Wochen die Vorbereitung mit der Herstellung von Kürbismarmelade, diesmal mit gekauften Früchten. Vorwiegend männliche „Küchenfeen“ schälten, zerteilten die gut 80 Kilo Rohware und entfernten die Kerne.

Dann wurde das Fruchtfleisch mit einem Fleischwolf zu feinem Mus gemahlen, aus dem die Frauen anschließend Marmelade in drei Geschmacksrichtungen herstellten: Apfel-Zimt, Ingwer und Cointreau-Orange. Aus circa 65 Kilogramm Kürbismus wurde die Marmelade gekocht und abgefüllt.

„Chili con Kürbis“ und Suppe sind die Renner

Die vorher sterilisierten 300 Gläser wurden verschlossen, etikettiert und mit Stofftüchern verziert. Auch in den vergangenen Tagen waren die Bellnhäuser fleißig: Sie bereiteten Zwiebel-Kürbis-Konfitüre vor. „Die schmeckt auch sehr gut zu Gegrilltem“ , betont die Vorsitzende. Die Helfer stellten Kürbis-Frischkäseaufstrich her.

Und sie sorgten für einen ordentlichen Vorrat an Kürbismus, der den Marktbesuchern zu Waffeln gereicht wird. Zu den finalen Arbeiten in der Küche zählten das Vorbereiten von 100 Litern Kürbissuppe und des nicht minder beliebten „Chili con Kürbis“. „Beides ist erfahrungsgemäß bis mittags weggeputzt“, weiß Ingrid Drösch.

Wie gewohnt können die Marktbesucher wieder jede Menge Dekoratives aus Kürbissen kaufen, hergestellt von den bastelfreudigen Bellnhäusern. Aus Zierkürbissen sind allerlei Figuren entstanden.
Darüber hinaus sorgt diesmal die Bellnhäuser Familie Kurz mit ihrer Gärtnerei für eine reichhaltige Auswahl an Kürbissen.

Sie sind ohnehin von Beginn an mit im Boot und bieten einmal mehr auch herbstliche Dekorationen für Haus und Garten.

Kürbisanbau und -ernte war harte Arbeit

Bis zum vergangenen Jahr trafen sich die Erntehelfer drei Wochen vor dem Kürbismarkt, um die Haupt­ernte einzufahren. Auf Traktor-Anhängern wurden die Kürbisse vom Acker geholt, mit Wasser und Bürste von der Erde befreit.

Mehrere Tonnen Kürbisse ernteten die Bellnhäuser in jedem Jahr. Und auch vor der Ernte gab es viel Arbeit: Hilde Drösch legte die Kürbis-Samen in Töpfe. Im Keller wurden sie bis zum Keimen gepflegt und kamen später ins Freie unter einen Folientunnel. Um jegliche Frostgefahr auszuschließen, pflanzten Vereinsmitglieder die Kürbisse erst Ende Mai.

Wenn Fröste drohten, mussten die Pflanzen mit Blumen-Töpfen abgedeckt werden. Nach dem Pflanzen und noch einige Tage im Juni musste oft die schnelle Einsatzgruppe des Obst- und Gartenbauvereins mit Gießkannen anrücken, um die Pflänzchen mit Wasser zu versorgen. Oft angebaut haben die Bellnhäuser Flaschenkürbisse.

Diese Kale­bassen werden aus ausgehöhlten und getrockneten Hüllen dieser Kürbisse hergestellt. In Afrika dienen sie als Trinkgefäße und Aufbewahrungsbehälter und den Bellnhäusern seit Jahren als Instrumente. Der Obst- und Gartenbauverein hat eine eigene Musikgruppe, die mit ihren Blasinstrumenten und Kürbis-Rasseln längst weit über Bellnhausen hinaus bekannt ist.

Rezepte für Kürbismarmelade

mit Apfel und Zimt

  • 700 Gramm Kürbis (fein zerkleinert)
  • 300 Gramm Äpfel (fein zerkleinert)
  • 1 Kilo Gelierzucker
  • ½ bis 1 Zitrone (Saft)
  • Zimt nach Belieben

mit Ingwer und Zimt

  • Kilo Kürbis (fein zerkleinert)
  • 1 Kilo Gelierzucker
  • ½ bis 1 Zitrone (Saft)
  • Zimt und Ingwer nach Belieben

mit Orange und Cointreau

  • 900 Gramm Kürbis (fein zerkleinert)
  • eine Orange (Schale und Saft)
  • eine halbe Zitrone (Schale und Saft)
  • 1 Kilo Gelierzucker
  • 2 bis 4 cl Orangenlikör
Kürbiskunde

Der Obst- und Gartenbauverein Bellnhausen verwendet für seine Kürbismarmeladen einen Mix aus den Sorten Gelber Zentner, Blauer Ungar, Rosaly und Muskat.

Gelber Zentner
Der Gelbe Zentner hat, wie sein Name vermuten lässt, gelbes Fruchtfleisch. Dies hat einen hohen Wassergehalt, schmeckt mild und eignet sich hervorragend für Süßspeisen, Eingemachtes und auch Gebäck. In Kombination mit anderen Früchten und Aromen kann man aus dem gelben Zentner feine Konfitüren kochen.

Aus dem Fruchtfleisch zubereitetes Püree hält Kuchen schön saftig. Der einzige Nachteil des Gelben Zentners: Im Gegensatz zu vielen anderen Kürbissorten kann er nur zwei bis drei Monate gelagert werden.

Rosaly
Der bis zu fünf Kilo schwere Kürbis hat ein festes, geschmackvolles und kräftig orangenes Fruchtfleisch. Wegen der Dicke des Fruchtfleisches eignet er sich gut zum Würfeln. Das Fleisch lässt sich gut braten. Der Kürbis lässt sich zwar etwas schwer öffnen, ist aber gut lagerfähig.

Blauer Ungar
Der Blaue Ungar ist ein feiner Speisekürbis mit schieferblauer Schale und dichtem, orangenem, hervorragendem Fruchtfleisch. Gute Haltbarkeit, Gewicht 5 bis10 kg.
Die Sorte ist recht wärmebedürftig und sollte daher besser vorkultiviert werden. Sorten mit einer Reifezeit bis 110 Tagen gedeihen dann auch in kalten Regionen.
Muskat
Der Muskat-Kürbis ist in der Regel recht groß und ein Hingucker. Seine Schale ist gerippt, das Fruchtfleisch kräftige orange bis lachsfarben. Die Farbe der Schale variiert von dunkelgrün bis beige-hellbraun und ist im Gegensatz zum Hokkaido nicht so auffällig. Der Muskat-Kürbis hat einen fruchtig-säuerlichen Geschmack.

Deshalb ist er ideal für Süßspeisen. Er wird auch gerne für Suppen und Salate verwendet. Der Muskat-Kürbis kann roh und gegart genutzt werden. Auf dem Markt findet man ihn selten als ganzen Kürbis, denn er wird bis zu 30 Kilogramm schwer. Deshalb wird er meist in Stücken angeboten.

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