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Knusper, knusper Häuschen

Lebkuchen Knusper, knusper Häuschen

Lebkuchenhäuser gehören zur Weihnachtszeit wie Geschenke zu Heiligabend. Und vor allem Kinder haben viel Spaß daran, die süßen Naschwerke zu bauen und zu verzieren. In einem Kurs der Evangelischen Familienbildungsstätte Marburg lernen Groß und Klein, worauf es beim Backen der Leckerei ankommt.

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Lecker süßes Gebäude. Das bunte Lebkuchenhaus in seiner vollen Pracht.

Quelle: Tobisa Hirsch

Marburg. Marburg. Vier Kinder, vier Erwachsene, vier große Klumpen brauner Teig – das ist die Ausgangssituation. An deren Ende sollen vier Kinder mit Hilfe der vier Erwachsenen vier Lebkuchenhäuser gezaubert haben.  
„Beim Backen von Lebkuchenhäusern, vor allem gemeinsam mit Kindern, ist Teamarbeit gefragt“, erklärt Petra Wintergerst, Diplom-Oecotrophologin und Kursleiterin bei der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS) Marburg, gleich zu Beginn des knapp dreistündigen Kurses.

Und die Teamarbeit fängt schon beim Kneten und Ausrollen des Lebkuchenteiges an. Die Masse ist relativ steif, es braucht einige Kraft, um sie zu formen und entsprechend dünn auszurollen. Also greifen vier mal zwei kleine Kinderhände das Nudelholz außen an den Griffen, während vier mal zwei große Hände von oben drücken.

„Es gibt zwei Möglichkeiten, die Teile für das Häuschen zuzuschneiden“, schildert Wintergerst die nächsten Schritte: Entweder werde der Teig auf Backblech-Größe ausgerollt, gebacken und noch warm in Form geschnitten. Oder man schneide eben den ungebackenen Teig in die entsprechende Form. „Der Vorteil von der ersten Methode ist, dass sich die Bauteile weniger verformen. Der Nachteil, dass man ziemlich viel Verschnitt hat. Bei der zweiten Methode kann der komplette Teig immer wieder zusammengeknetet und komplett aufgebraucht werden“, erläutert Wintergerst und ergänzt: „So ein Lebkuchenhaus lebt ja auch von seiner Unperfektheit.“ Allerdings, betont die Kursleiterin, sollte der Teig nicht zu dünn ausgerollt werden, „sonst verzieht er sich beim Backen zu doll“.

Es wird also gerollt und zugeschnitten, auf Bleche gelegt und gebacken. Schon nach wenigen Minuten breitet sich ein angenehmer Duft nach Lebkuchen und Gewürzen in der Küche der FBS aus. Weihnachtsstimmung kommt auf. Ein Kind beginnt leise „Lasst uns froh und munter sein“ vor sich hin zu singen.

Das Angebot zum Lebkuchenhausbacken für (Groß-)Eltern und Kinder gibt es erst zum zweiten Mal bei der FBS. Die Wurzeln der Einrichtung in Marburg liegen im Jahr 1946. In der damaligen Mütterschule erhielten Frauen vor allem Sozialberatung und Unterstützung für die Familie. Die Schwerpunkte: Säuglingspflege, Haushaltsführung und Ernährung. Ende der 60er Jahre kam dann ein neuer Name: Evangelische Familienbildungsstätte. Name und Programm entsprechen einem neuen gesellschaftlichen Bildungsbewusstsein und richten sich an die ganze Familie. Die angebotenen Kurse reichen von Seminaren und Vorträgen über offene Treffen und Familienfreizeiten bis hin zum themenspezifischen Kochen und Backen.

Und während an diesem Dezembernachmittag die Lebkuchenteig-Platten und Deko-Tannenbäume im Backofen garen, rät Petra Wintergerst den Kursteilnehmern, schon mal den „Kleber“ anzurühren. Dazu werden ein Eiweiß und ein Päckchen Puderzucker miteinander verrührt. „Man kann das Eiweiß erst steif schlagen und dann den Puderzucker unterrühren, oder man spart sich das und verquirlt die beiden Zutaten direkt“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Richtig dickflüssig und zäh sollte die Masse sein, „dann trocknet sie schnell und es hält von Anfang an besser zusammen“, so Wintergerst. Wer feine Verzierungen haben wolle, der könne die Zucker-Masse später etwas verdünnen.

Vier Hände – passenderweise zwei kleine und zwei große – sind anschließend nötig, um aus den einzelnen Bauteilen das Häuschen zusammenzusetzen. Danach kommt der größte Spaß für die Kleinen: das Verzieren des Hauses mit Gummibärchen, Smarties, Streuseln und Co. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. „Es gibt nichts, was nicht geht“, sagt Wintergerst, während sich vier Kinder unter den Augen von vier Erwachsenen über die bereit gestellten Zutaten hermachen und mit Feuereifer ihre vier Häuser aufhübschen.

von Katharina Kaufamnn-Hirsch

 
 
REZEPT
Lebkuchenhaus
von Petra Wintergerst
Für den Teig:
  •  150 Gramm Butter
  •  350 Gramm Zucker
  •  350 Gramm Honig
  •  900 Gramm Mehl
  •  zwei Esslöffel Kakao
  •  ein Päckchen Lebkuchengewürz
  •  zwei Esslöffel Pottasche
  •  zwei Eier
  •  fester Karton für die Schablonen

In einem großen Topf bei mittlerer Hitze Butter, Zucker und Honig erhitzen. Immer wieder umrühren, bis sich der Zucker gelöst hat. In einer großen Schüssel Mehl mit Kakao und Lebkuchengewürz mischen. Die Eier mit dem Schneebesen unter die abgekühlte Honigmasse rühren. Die Pottasche in vier Esslöffel Wasser auflösen. Die Honig-Eier-Masse und die aufgelöste Pottasche zum Mehl geben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Lebkuchenteig in Frischhaltefolie wickeln und über Nacht kühl stellen. Den Teig zwei Stunden vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen, die Backbleche mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 170 Grad Celsius vorheizen. Backzeit: zehn bis zwölf Minuten.

Für die Verzierung:
  • zwei Eiweiß
  • 500 Gramm Puderzucker
  • verschiedene Lieblingssüßigkeiten
Die Eiweiße steif schlagen, den Puderzucker zugeben und zu einem dicken Guss verrühren. Nach Belieben kann der Zuckerguss auch mit Lebensmittelfarbe gefärbt werden, um beispielsweise Tannenbäume zu verzieren. Mit einem Spritzbeutel oder Messer den Zuckerguss auf die Seitenteile des Hauses auftragen und das Haus zusammensetzen. Anschließend mit Süßigkeiten verzieren und gut trocknen lassen.
Petra Wintergerst ist Diplom-Oecotrophologin und leitet verschiedene Kurse in der Familienbildungsstätte.

Das Lebkuchenhaus selber bauen? Hier geh'ts zum Pdf:

Lebkuchenhaus 58,03 kB
 
 
HINTERGRUND

In vielen Kulturen ist der Lebkuchen ein fester Bestandteil des Weihnachtsgebäcks. Seine Herstellung hat eine lange Tradition und ist vielerorts fester Bestandteil der lokalen Backkultur.

Früher waren die Hersteller von Lebkuchen oftmals ein anderes Handwerk als die übrigen Bäcker, sie nannten sich Lebzelter, Lebküchler, Lebküchner. Noch bis zum 3. Oktober 1990 war der Pfefferküchler ein Handwerksberuf in der DDR.

Charakteristisch für Lebkuchen ist, dass sie viel Süßungsmittel enthalten – traditionell ist das Honig. Wasser, Milch und Fett werden dagegen wenig bis überhaupt nicht zugegeben. Durch die trockene, zuckerreiche Beschaffenheit ergibt sich die recht lange Haltbarkeit.
Typische Lebkuchengewürze sind Anis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Koriander, Muskat, Nelken, Piment und Zimt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Arten von Lebkuchen: Braune Lebkuchen backt man aus knetbaren Teigen mit hohem Mehlanteil. Oblatenlebkuchen dagegen werden aus einer weichen, mehlarmen oder sogar mehlfreien Masse hergestellt, die auf Oblaten gespritzt wird.

Erste schriftliche Nachweise von Honigkuchen/Lebkuchen stammen aus der Zeit um 350 vor Christus. Und auch die alten Ägypter sollen sie schon verwendet haben: als Grabbeigaben.

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