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Grillen bis der "Richter" kommt

"Besser-Esser" Grillen bis der "Richter" kommt

Sie wollten schon immer mal eine Bratwurst mit Handkäse essen? Dann halten sie Ausschau nach einer Gruppe von Menschen, die sich in der Nähe eines Grills aufhält und T-Shirts mit dem Schriftzug F.B.I. trägt.

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Marburg. F.B.I. steht für "Flaming Bros. Inc. - Flaming Competition Team". Was draufsteht, steckt auch in den „Brüdern“. Ob Smoker, Kohle-, oder Gasgrill, die Crew aus Marburg und Umgebung mag alles und kann offenbar auch alles. Das stellte das Team bei einer Barbecue-Show im Garten der Oberhessischen Presse eindrucksvoll unter Beweis. Die OP wollte den Aufsteigern in die deutsche Amateur-Grill-Elite einmal über die Schulter schauen. Das F.B.I.-Team belegte nämlich in diesem Sommer bei den Deutschen

Grill- und Barbecue-Meisterschaften den zweiten Platz in der Kategorie Bratwurst mit Beilage. Beim Grillen in Hennef erfolgreich waren Mario Bossenberger, Guido Schulz, Sören Krupke, Rudi Weigel, Björn Hippel und Kurt Riebeling. Die Brüder hatten auch eine „Schwester“ mit im Team: Annette Brandt-Weigel. In Heinzberg nahmen die Grill-Freunde erstmals an einem Wettbewerb teil, fanden einen passenden Namen für das Team und belegten in Linden bei einem Wettbewerb den zweiten Platz. Der amtierende Deutsche Meister war dort zu Gast und animierte, bei den „Deutschen“ teilzunehmen. „Zwei Wochen später habe ich uns angemeldet“, berichtet Teamchef Mario Bossenberger.

Am Ende reichte es 2014 für den vierten Platz. „Wir waren uns einig, wenn wir dieses Jahr nichts gewinnen, dann nehmen wir an keiner ,Deutschen‘ mehr teil“, sagt Bossenberger. Seine Teamkollegen berichten von dem riesigen Aufwand: Alleine sieben Grills wurden mitgeschleppt. „In diesem Jahr wussten wir, wie der Hase läuft“, sagen die Jungs. Konkurrenten hatten beispielsweise einen kompletten Western-Saloon aufgebaut, die Marburger brachten einen Currywurst-Brunnen mit, anstatt Schokolade floss selbstgemachte Currysoße.

Das Publikum war begeistert, genauso wie die „Richter“. Den Preis erhielt das Team freilich für die „Hessische Bratwurst“ mit Sauerkraut-Kartoffelpuffer und Frankfurter „Grie Soß“. Die Vorbereitungen begannen im März, als die Gänge für den Wettbewerb vorlagen. Gemeinsam mit Metzger Jan Kurzeknabe aus Kirchhain arbeitete das Team akribisch daran, selbstgemachten Handkäse in die Wurst zu bugsieren. „Wir haben in diesem Jahr bestimmt 200 Würstchen gegessen“, sagt der Teamchef. Der Aufwand hat sich gelohnt. Nach dem Erfolg will das Team 2016 den Titel mindestens verteidigen. Im OP-Garten bereitete die Crew ganz andere Leckereien zu, die drei nebenstehenden Rezepte geben Gelegenheit zum Nachgrillen.

von Hartmut Berge

 
Die Rezepte
Bacon & Egg Muffin
  • 1 Ei pro Person
  • 3 - 4 Scheiben Bacon p. P.
  • 1 EL gerieb. Cheddar p. P.
  • 1 Scheibe Kochschinken p. P.
  • 1/4 TL Magic Dust (oder BBQ-Rub nach Wahl)
Die Scheibe Kochschinken in
eine Vertiefung der Muffinform
geben und mit dem Rub würzen.  Das Ei aufschlagen und vorsichtig einfüllen. Jetzt den Cheddar auf das Ei geben. Für die Bacon-Liebhaber die andere Variante: Baconscheiben über Kreuz (es muss eine Art Korb entstehen) in eine Vertiefung der Muffinform geben und mit dem Rub würzen. Das Ei aufschlagen und vorsichtig einfüllen. Jetzt den Cheddar auf das Ei geben. Die überlappenden Enden des Bacons über den Cheddar schlagen. Jetzt kommt die Muffinform bei ca. 200 - 220 Grad indirekte Hitze für 15 - 20 Minuten in den Grill. Nach dem Ende der Grillzeit die Muffinform aus dem Grill holen und die Muffins vorsichtig aus den Vertiefungen lösen.
BBQ-Beans
  • 3 Dosen Baked Beans
  • 1 Dose Kidney Bohnen
  • 2 Zwiebeln
  • 4 EL Ahornsirup
  • 10 EL BBQ-Sauce
  • 200 Gramm Speck (gewürfelt)
  • 3 EL Magic Dust (oder ein BBQ-Rub nach eigenem Geschmack)
Den Speck im Wok oder Topf auslassen. Die Zwiebelstücke dazugeben und mit dem Speck zusammen anbraten. Dann den Ahornsirup dazugeben und die Speck-Zwiebel-Mischung darin karamellisieren. Jetzt die anderen Zutaten nacheinander in die Mischung geben und gut durchrühren. Aufkochen lassen und fertig.
Käse-Toast im Speckmantel
  • 2 Scheiben Toast
  • 8 Scheiben Bacon
  • 2 Scheiben Cheddar
  • Italienische Kräuter
  • Tomatenmark
  • Ahornsirup
  • Rote Jalapenos (in Scheiben, eingelegt)
Erst werden 4 Baconscheiben
nebeneinander ausgelegt.
Beide Toastscheiben jeweils von einer Seite mit Tomatenmark bestreichen und die italienischen Kräuter darüber streuen sowie eine Scheibe Cheddar auflegen. Dann legt man eine Toastscheibe (mit der Seite ohne Belag) auf den Bacon. Jetzt kommen die Jalapeno-Scheiben auf den Cheddar. Die zweite Toastscheibe folgt als Deckel. Das Päckchen wird mit den restlichen vier Baconscheiben von der anderen Seite aus umwickelt. Beide Seiten des Päckchens für jeweils 3 - 4 Minuten auf der Gußplatte angrillen, bis der Bacon kross wird. Dann runter von der Gußplatte und im indirekten Bereich fertig grillen (circa 8 - 10 Minuten). Während der Phase im indirekten Bereich immer wieder mit Ahornsirup einpinseln.
Fotos: Tobias Hirsch, Grafik: Sven Geske
 
 

Die Deutschen sind ein Grillvolk

Nach einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov grillen 87% der Deutschen, davon 15% auch im Winter. Das aktive Grillen ist eine Männerdomäne, 53% der befragten Männer gaben an, sie ständen „ausschließlich oder überwiegend selbst“ am Grill, das sagten nur 20% bei den Frauen.

Der Garten wird dabei am häufigsten als Grillplatz genutzt, aber auch in Parks wird gerne gegrillt. Bei der Art des Grills favorisieren 70% einen Kohlegrill, 18% einen Elektrogrill und 9% einen Gasgrill. Die Wahl des Grills hängt stark von Wohnort und Einkommen ab: Einen Holzkohlegrill findet man häufig auf dem Land, den Gasgrill bei Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen über 3000 Euro. Fast immer wird Fleisch gegrillt – nach einer Befragung von Statista ist Schweinefleisch mit 74% vor Geflügel mit 58% und Rindfleisch mit 41% am beliebtesten.

Das liegt unter anderem auch an den vielen Würstchen aus Schweinefleisch, die hierzulande auf den Grill kommen. Eine unterschiedliche Kultur herrscht dagegen in Südamerika, dort wird mehr Rindfleisch konsumiert. Für Vegetarier gibt es fleischlose Grillvarianten: Gemüse mit 39% und Kartoffeln mit 27% werden ebenfalls häufig gegrillt.

 
 
HIntergrund
Grillen, Barbecue und Smoken
Beim direkten Grillen liegt das Grillgut auf einem Rost genau über der Hitzequelle. Es eignet sich für Speisen mit kurzer
Garzeit, wie Steaks, Hamburger oder Koteletts. Das indirekte Grillen hingegen erhitzt das Grillgut gleichmäßig von allen Seiten. Dazu wird häufig ein Kugelgrill verwendet, in dem das Grillgut seitlich versetzt zur Hitzequelle liegt und über die Reflektion der Wärme von der Innenwand gegart wird. Geeignet ist diese Methode vor allem für Braten, Rippchen und Hähnchen. Schließlich gibt es noch das Barbecue, bei dem sich das Feuer in einer seitlichen Box befindet und das Grillgut bei geringeren Temperaturen als beim direkten Grillen gegart wird. Das Garen dauert dadurch länger, das Grillgut wird so aber geschmackvoll und saftig. Ähnlich läuft es beim Smoken ab, dort wird starker Rauch genutzt, um den Geschmack des Grillguts zu beeinflussen.
Häufige Fehler beim Grillen
Wenn beim Grillen keine konstante Temperatur gehalten wird, kann das Grillgut leicht unregelmäßig gegart werden. Verbreitet ist auch das Tröpfeln von Bier auf das Grillfleisch, leicht wird dadurch Asche aufgewirbelt, die sich dann auf das Fleisch setzt. Löcher im Grillgut sind ähnlich ärgerlich. Beim Garen mit niedrigen Temperaturen verdunstet dann mehr Flüssigkeit als gewollt und das Fleisch bleibt nicht mehr
saftig und zart. Außerdem sollte das Smoken mit Nadelholz oder kürzer als zwei Jahre gelagertem Holz vermieden werden. Im Nadelholz ist Harz enthalten, das den Geschmack des Fleisches zerstört. Bei zu kurz gelagertem Holz kann schnell zu viel Rauch auftreten.
Rekorde rund ums Grillen
In Argentinien fand 2011 das weltweit größte Grillfest statt, knapp 14 Tonnen Rindfleisch wurden für die 30 000 Besucher gegrillt. Für den längsten Grill der Welt wurden 2014 auf den Philippinen 8000 Grills von je einem Meter zusammengeschweißt. Am längsten am Stück grillte ein Amerikaner: 80 Stunden lang grillte er über 1000 Hotdogs, 550 Burger und 625 Würstchen. Es gibt auch deutsche Rekorde: Der längste Drehspieß der Welt kommt mit 60,55 Metern aus Bückenberg in der Gemeinde Eichenzell  in Hessen und die längste Bratwurst mit 5888 Metern aus Landshut.
Quelle: welt.de, morgenweb.de, grillsportverein.de, guinnessworldrecords.de, osthessen-news.de, bild.de
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