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Ganz nach dem Geschmack der Jury

OP gewinnt Leser-Blatt-Bindungs-Preis 2014 Ganz nach dem Geschmack der Jury

Die OP hat für das Projekt „Besser Esser“ zum dritten Mal in Folge den begehrten Leser-Blatt-Bindungs-Preis erhalten. Bei der Preisverleihung in Berlin, die eingebettet war in den 40. Kongress Deutscher Lokalzeitungen, würdigte die Jury „die vielfältigen Ideen und den großen Einsatz aller Beteiligten“.

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Durften den Leser-Blatt-Bindungs-Preis stellvertretend für das Team der OP in Empfang nehmen: Chefredakteur Christoph Linne und Grafikerin Nikola Ohlen.

Quelle: Fotos: Michael Wittig

Berlin. Mehr als ein Artikel. Umfangreicher als eine Serie. Ein für die Tageszeitung, die hauptsächlich von der Aktualität getrieben ist, recht ungewöhnlicher und umfangreicher Themenschwerpunkt. Inhaltlich und optisch noch dazu passend aufbereitet für Print, Online und die Tablet-Ausgaben. Das alles und mehr steckt hinter „Besser Esser“. Der Mut, neue Wege zu gehen, ist in dieser Woche belohnt worden: Für die Konzeption und Umsetzung dieses Themenschwerpunkts zeichnete der Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL) die Redaktion und den Verlag der OP mit dem Leser-Blatt-Bindungs-Preis 2014 aus.

Erfolg im Team und mit Experten aus der Region

Im Zuge der Serie sei ein ganzer Blumenstrauß aus redaktionellen Beiträgen, Aktionen, Web-Specials, Spar- und Küchen-Tipps bis hin zu begleitenden Initiativen wie einem „Besser Esser“-Abo für neue Leser oder Angeboten im Lesershop entstanden. Die Jury zeigte sich begeistert, dass sogar eigens angelegte Bio-Gartenparzellen von Redakteuren und Lesern „beackert“ werden.

Der OP sei es als Heimatzeitung eindrucksvoll gelungen, authentisch Appetit auf Produkte aus der Region zu machen und ganz ohne erhobenen Zeigefinger Lust an guter, gesunder Ernährung zu wecken.

Vor mehr als 100 in der Friedrich-Ebert-Stiftung versammelten Verlegern, Geschäftsführern und Chefredakteuren aus ganz Deutschland nahmen OP-Grafikerin Nikola Ohlen und Chefredakteur Christoph Linne den Hauptpreis entgegen – stellvertretend für alle Kollegen im Verlag, die das Besser-Esser-Konzept mit Leben füllten: Redakteure, Fotografen, Videojournalisten, Mediengestalter, Grafiker sowie Mitarbeiter im Vertrieb, Marketing, der Anzeigenabteilung und in den Geschäftsstellen.

Das Team der OP ist sich unterdessen bewusst, dass der Erfolg der Serie zudem auf einer engen Zusammenarbeit mit vielen Experten aus der Region beruht: „Viele der wertvollen Tipps und Informationen zum Thema regionaler, saisonaler und bewusster Ernährung stammen schließlich direkt von Köchen, Gastronomen, Erzeugern und Händlern aus Marburg und Umgebung“, hebt Christoph Linne hervor. Ohne deren nützliche Anregungen und Empfehlungen wäre eine Umsetzung der Serie in dieser Tiefe und Vielfalt schwer vorstellbar gewesen. „Von diesem Fachwissen und dieser tollen Zusammenarbeit profitieren wir als Redaktion und damit auch die Leserinnen und Leser der OP“, so Linne.

Rezepte und Tipps sind bald als Kochbuch erhältlich

In einem „Besser Esser“-Kochbuch, das in Kürze erscheint, veröffentlicht die OP beliebte Rezepte heimischer Köche aus dieser Serie, ergänzt um nützliche Küchen-Tipps und Fakten rund um Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Süßes.
Nach zwei zweiten Plätzen für die Serien „100 Leute, 100 Leben“ im Jahr 2012 sowie „Das schaffe ich“ (2013) vergab die Jury in diesem Jahr erstmals den 1. Platz an die Oberhessische Presse.

„Die Serie und das Besser-Esser-Konzept knüpfen an die Gedanken der seit zwei Jahren realisierten Blatt-Reform an, mit der die Redaktion gezielt thematische Lücken schließt, ihre Leserinnen und Leser immer wieder mit inhaltlichen und optischen Akzenten überrascht und sich der Verlag mit seinen journalistischen Produkten noch konsequenter lokal ausrichtet“, sagt OP-Geschäftsführer Steffen Schindler. Besonders erfreut zeigt er sich, dass der verlagsübergreifende Ansatz erkannt, gewürdigt und prämiert worden ist, war die OP doch in der Kategorie „Integriertes Verlagsmarketing“ erfolgreich.
Während der Fachtagung und Preisverleihung gab sich der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, inzwischen Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, als leidenschaftlicher Leser von Heimatzeitungen zu erkennen.

Die Qualität eines Blattes verbinde er jedoch untrennbar auch mit deren Blick über den Tellerrand der lokalen Ereignisse hinaus: „Eine Zeitung, die sich loslöst vom reflektierten, analytischen Blick auf das Geschehen an den Brennpunkten der Welt kann ich mir schwer vorstellen.“

Forscher sieht Branche einem Irrglauben erlegen

Dr. Andreas Vogel: „Digitale Angebote allein sind keine Heilsbringer.“ Verlage sollten, so der Kommunikationswissenschaftler ihre inhaltliche Ausrichtung ändern.

Während des zweitägigen Kongresses unterstrich Verbands-Geschäftsführer Martin Wieske, dass es trotz anhaltendem Druck auf die Zeitungsbranche keinen Grund gebe, einen Abgesang auf das Medium anzustimmen: „Für ihre Leser ist gerade die Lokalzeitung besonders glaubwürdig und unverzichtbar.“ Diesen gleichbleibend hohen Stellenwert und die Rolle der Zeitungen als Begleiter und Beobachter der Veränderungen in der Gesellschaft vor Augen dürften sich die Verlage allerdings keineswegs zurücklehnen, sondern müssten entschieden die Herausforderungen des Medienwandels und des sich weiter verändernden Nutzungsverhaltens annehmen.

Der Kommunikationswissenschaftler Professor Dr. Andreas Vogel, der in einer Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Ursachen für die „Talfahrt der Tagespresse“ gesucht hat, äußerte seine Zweifel daran, dass das Internet und digitale Angebote die alleinigen Heilsbringer der Medienbranche sind. Keine ihm aus mehr als 20 Jahren Berufserfahrung bekannte Studie habe zu Tage fördern können, dass Leser, die sich von Print abwenden, zwangsläufig und oder gar intensiver digitalen Angeboten zuwenden.

„Es ist ein Irrglaube, dass mit dem Wachstum der Internet-Angebote die große Neugier und das Bedürfnis nach Informationssuche ausgebrochen ist. Die Nutzer sind Gewohnheitstiere und orientieren sich in aller Regel auf wenigen von ihnen bevorzugten, gleichen Webseiten, lesen die gleichen Zeitungen und Zeitschriften, hören die gleichen Radioprogramme und sehen immer wieder die gleichen Fernsehprogramme und Sendungen“, so Vogel. Im Internet geschehe eben nicht nur Mediennutzung, sondern vor allem Alltagshandeln.

Er ermunterte die Verlagsmanager dazu, das klassische Konzept der Tageszeitung zu hinterfragen und ihre Ausrichtung zu modernisieren: „Weiterhin Medium für alle sein zu wollen, ist heutzutage wohl die größte Schwäche.“ Diesem Ansatz wirkten das immer individuellere Konsum- und Nutzungsverhalten entgegen. Und wohl noch erheblicher: die veränderten Lebenswirklichkeiten in der Gesellschaft, die sich in den meisten Zeitungen nach seiner Beobachtung viel zu selten widerspiegelten.

von Christoph Linne

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Zwei Journalistenpreise für die Oberhessische Presse
Das Ich-und-Ich-Team: Nadine Weigel (Fotos), Thorsten Richter (Fotos), Christoph Linne (Interviews, Idee), Tobias Hirsch (Fotos), Thomas Strothjohann (Interviews, Online)

Wichtige Branchenpreise für die Serien „Ich und Ich“ und „Besser Esser“: Der FERAG Leser-Blatt-Bindungs-Preis und der Deutsche Lokaljournalistenpreis der Konrad Adenauer Stiftung gehen an die Oberhessische Presse.

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Frisch, unbehandelt und aus der Region haben es immer mehr Verbraucher am liebsten: Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt und das Bewusstsein für die Herkunft der Waren wächst. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es eine Vielzahl von Direktvermarktern. Die OP stellt sie in dieser Serie vor. 

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