Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Frische Früchtchen

Besser-Esser: Johannisbeerstreuselkuchen Frische Früchtchen

Gartenidylle mit Kaffee und Kuchen – das findet man bei Margret Findt im Gartencafé in Sichertshausen. Mit viel Liebe zum Detail sind die knapp 2 500 Quadratmeter Grün angelegt. Und auch der hausgemachte Kuchen ist eine feine Sache.

Voriger Artikel
Zartes Rind aus dem Wasserbad
Nächster Artikel
Pikant, fruchtig und immer wieder neu

Margret Findt betreibt das Gartencafé in Sichertshausen.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Sichertshausen. Hinter einer langgezogenen Einfahrt und um zwei Ecken herum liegt direkt am Lahnradweg im Fronhäuser Ortsteil Sichertshausen ein kleines Paradies. Wer den Garten der Familie Findt und damit auch deren Gartencafé betritt, der landet in einer Oase der Ruhe. Liebevoll sind dort kleine Ecken und Nischen angelegt worden, es gibt sonnige und schattige Plätzchen, einen dickbäuchigen Frosch, zwitschernde Vögel und freilaufende Hühner. Und Kuchen. Selbstgemachten Kuchen. Immer frisch gebacken von Margret Findt.

Die Betreiberin des Gartencafés – das übrigens nur in den Sommermonaten bei gutem Wetter freitags, samstags und sonntags geöffnet ist – hat das Backhandwerk von ihrer Oma gelernt. „Die hat, wie später meine Schwiegermutter, jeden Samstag einen Kuchen gebacken“, berichtet sie. Meistens seien das Hefekuchen gewesen, belegt mit frischen Früchten aus dem eigenen Garten. Und genau solche Kuchen backt die 53-jährige gelernte Arzthelferin nun selbst. Für das Gartencafé.

„Das Café ist quasi über die vergangenen zwei Jahre von ganz allein entstanden“, erzählt Findt bei einem Rundgang durch den rund 2 500 Quadratmeter großen Garten. Sie betreibe in einem Anbau des alten Hofes, den sie mit ihrer Familie seit fast 40 Jahren bewohnt, eine kleine Mode-Boutique. „Und für meine Kunden gab es bei Bedarf immer auch einen Kaffee“, erläutert Findt. Irgendwann standen dann plötzlich Radfahrer auf dem Hof und fragten nach kühlen Getränken. „Also habe ich einen Kühlschrank angeschafft und ein paar Getränke gebunkert“, erinnert sie sich. Dass sich per Mund-zu-Mund-Propaganda allerdings so schnell verbreitet, dass man bei Findts in Sichertshausen am Radweg nette Pausen einlegen kann, damit hatte die 53-Jährige nicht gerechnet. „Irgendwann wurde gefragt, ob wir nicht auch Kuchen anbieten würden“, so Findt: „Da habe ich den Samstag drauf dann angefangen zu backen.“

Mittlerweile backt die passionierte Gärtnerin jedes Wochenende zwei bis vier Kuchen – meist ganze Bleche. Dazu gibt es frische Waffeln mit Obst oder Eis. „Ich lege ganz viel Wert darauf, dass alles frisch gemacht wird. Es gibt zum Beispiel keine Sprühsahne bei uns, sondern nur echte“, betont Margret Findt. Die Zutaten für ihre Kuchen bezieht sie fast ausschließlich aus der Region, die Eier etwa von den Bellnhäuser Campinghühnern, die Früchte aus dem eigenen Garten und dem einer Freundin. „Ich backe auch nur Kuchen mit Obst, das gerade Saison hat“, fügt Findt hinzu. Es sind diese kleinen Details, die ihr wichtig sind. Auch was den Garten angeht. Der besitzt ungemein viel Charme, einfach weil er nicht mit einer einheitlichen Bestuhlung auskommt, sondern jede Sitzecke und Tischgruppe anders aussieht.  

Unterstützung im Gartencafé bekommt Findt, die unter der Woche halbtags ihrem regulären Job im medizinischen Schreibdienst nachgeht, von ihrem Ehemann, ihrer Tochter und ihrer Schwester. „Wir schauen einfach mal, wie es mit dem Gartencafé weitergeht. Man muss an allem, was man tut, ja auch Spaß haben, sonst bringt es nichts“, erläutert Findt. Das sie Spaß an und in ihrem kleinen Café hat, merkt der Gast nicht nur am frischen, hausgemachten Kuchen und der detailverliebten Gartengestaltung – selbst die Kaffeetassen für den Cappuccino werden mit heißem Wasser vorgewärmt.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

 
 
Das Rezept
Johannisbeerstreuselkuchen

von Margret Findt

Hefeteig

  • 500 Gramm Mehl
  • ein Würfel Hefe
  • 220 Gramm Milch, zimmerwarm
  • 100 Gramm Zucker
  • 80 Gramm Butter
  • ein Ei
  • ein Teelöffel Salz
  • eine Schale Johannisbeeren

Streusel

  • 200 Gramm Butter
  • 300 Gramm Mehl
  • 150 Gramm Zucker
  • ein Päckchen Vanillezucker

Zubereitung

Die Zutaten für den Hefeteig zu einem Teig vermischen und anschließend 30 Minuten gehen lassen. In dieser Zeit die Zutaten für die Streuselmasse verkneten und zur Seite stellen. Johannisbeeren waschen und entstielen. Wenn der Hefeteig aufgegangen ist, auf ein Backblech ausrollen, mit den Johannisbeeren belegen und die Streusel darauf verteilen. Den Kuchen bei 175 Grad Celsius etwa 30 Minuten backen. Wer möchte, kann ihn mit Puderzucker oder Schlagsahne garnieren.

Margret Findt betreibt das Gartencafé in Sichertshausen. Fotos: Katharina Kaufmann-Hirsch, Grafik: Ricarda Schick
 
 

Backen mit Hefe

Aus der Geschichte: Hefe ist in der Geschichte der Menschheit schon sehr früh zur Herstellung von Essen benutzt worden. Die Phönizier brauten etwa Bier und waren nachweislich die ersten Menschen, die die Wirkung der Hefe planmäßig nutzten. Im „Papyrus Ebers“ aus dem Jahr 1555 vor Christus wird erstmals Bierhefe beschrieben, deren Bodensatz zur Linderung verschiedener Hautkrankheiten verwendet wurde. Auch die Ägypter sollen von der Wirkung der Hefe gewusst und sie zum Backen von Brot eingesetzt haben. Hefeteige, die von den Kelten zum Backen von Broten genutzt wurden, sind ab 713 vor Christus nachgewiesen. Hefeteige, die nachweislich ausschließlich Hefe zur Teiglockerung verwendet haben und ohne die Zugabe eines Sauerteigs hergestellt wurden, sind in Deutschland erst seit dem 15. und 16. Jahrhundert bekannt.

So gelingt der Hefeteig: Für einen Hefeteig benötigt man grundsätzlich Mehl, Milch, eine Prise Salz und eben Hefe. Je nachdem, was mit dem Teig gebacken werden soll, werden zusätzlich Eier, Butter (Fett) und Zucker hinzugefügt. Wichtig ist, dass die Zutaten auf Zimmertemperatur zubereitet werden. Eier und Butter sollten möglichst früh aus dem Kühlschrank geholt werden, dann kann die Hefe gut arbeiten und der Teig schön aufgehen. Wichtig ist, den Teig ordentlich durchzukneten, denn dabei bilden sich Glutenstränge, die ineinander verschlungen ein Gerüst für die vielen kleinen Gasbläschen bilden. Letztere werden von den Hefepilzen gefüllt und sorgen für die Elastizität im Teig. Als Faustregel gilt: So lange kneten, bis die Handgelenke schlapp machen. Danach muss der Teig ruhen, am besten bei einer Temperatur nicht höher als 37 Grad – und zwar solange, bis sich der Teig verdoppelt hat. Dann kann er weiterverarbeitet werden.

Gut zu wissen: Ein fertiger Hefeteig lässt sich ohne Probleme einfrieren. Dazu wird er einfach nach dem Zusammenkneten portionsweise eingefroren. Bei Bedarf entweder im Kühlschrank über Nacht oder abgedeckt in einer Schüssel auftauen und anschließend gehen lassen.

 
 

Die Fakten

Der Name
Der Name Johannisbeere kommt daher, dass die Früchte ihre optimale Reife ungefähr am Johannistag (24. Juni) erreichen. Bezeichnungen aus anderen Ländern und Regionen wie „Ribiseln“, „Träuble“ oder „Ahlbeeren“ lassen sich schon schwieriger erklären. Für alle jedoch gilt:  Johannisbeeren gehören zu den typischen Sommerfrüchten, die in ganz Europa bekannt sind und von denen es mehr als 50 Sorten gibt.

Die Farbe
Johannisbeeren können hell- bis dunkelrot, fast weiß oder nachtblau bis schwarz sein. Je nach Farbe haben sie auch einen anderen Geschmack und eignen sich entsprechend für ganz unterschiedliche Zubereitungsarten. Eine Spezialität aus der schwarzen Johannisbeere ist etwa der französische Cassis, ein aromatischer Fruchtlikör.

Der Geschmack
Rote Johannisbeeren schmecken säuerlich bis sauer; schwarze Johannisbeeren enthalten weniger Säure und bestechen daher durch ein herbes und leicht bitteres Aroma. Weiße Johannisbeeren ähneln geschmacklich den roten, sind aber deutlich süßer.

Die Nährwerte
Johannisbeeren sind – egal in welcher Farbe – reich an Ballaststoffen und Vitamin C. Zudem enthalten sie relativ viel Vitamin A und sind kalorienarm.

Der Einkauf
Beim Einkauf sollte darauf geachtet werden, dass die Beeren schön prall aussehen und ihre Haut unverletzt ist. Ein klares Zeichen für Frische sind auch an den Rispen verbliebene Blätter: Sind sie noch grün, lohnt sich das Zugreifen. Im Kühlschrank halten sich die Früchte übrigens zwei bis drei Tage.

Quelle: www.eatsmarter.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Direktvermarkter

Frisch, unbehandelt und aus der Region haben es immer mehr Verbraucher am liebsten: Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt und das Bewusstsein für die Herkunft der Waren wächst. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es eine Vielzahl von Direktvermarktern. Die OP stellt sie in dieser Serie vor. 

Klicken Sie sich durch die folgende Karte, um Direktvermarkter in Ihrer Nähe zu finden. Unter der Karte finden Sie bereits erschienene Artikel zu dieser Serie.