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Fastenzeit: Gesund und lecker

Besser-Esser Fastenzeit: Gesund und lecker

Passend zum Start der Fastenzeit dreht sich „Besser-Esser“ heute um gesunde Ernährung. Die ist manchmal einfacher umzusetzen als gedacht, wie die Apothekerin und christliche Gesundheitsberaterin Ute Neubauer-Mauler zeigt.

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Heute kommt leckere Gemüselasagne auf den Tisch.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Michelbach. Lecker und gesund – passt das überhaupt zusammen? „Und wie“, antwortet Ute Neubauer-Mauler: „Gesund und lecker, das schließt sich nämlich nicht aus, auch wenn der ein oder andere das denken mag“, ergänzt die Apothekerin und christliche Gesundheitsberaterin. Am Esstisch ihres Hauses in Michelbach berichtet sie dann, was gesunde Ernährung theoretisch eigentlich ist (siehe Fakten-Kasten). In der angrenzenden Küche geht es anschließend in die Praxis.

„Wenn Hunger nicht das Problem ist, kann Essen nicht die Lösung sein“, sagt Neubauer-Mauler und raspelt dabei Karotten und Zucchini für die Gemüselasagne: „Wir essen häufig aus allerlei Defiziten, sei es nun Stress, geistliche Unterforderung oder weil wir uns vielleicht allein fühlen.“ Das müsse man sich bewusst machen, dann könne man auch gesund leben und sich in seinem Körper wohlfühlen.

In ganzheitlichen Motivationskursen unter dem Titel „Lebe leichter“ veranschaulicht Neubauer-Mauler das gleichnamige Zwölf-Wochen-Programm, das von Heike Malisic und Beate Nordstrand vor fünf Jahren entwickelt wurde. „Ich bin einer von deutschlandweit rund 150 Coaches“, berichtet die Michelbacherin. In dem Programm gehe es um die Umstellung von Lebensgewohnheiten an Stelle einer Diät.

„So kann man völlig normal zu seinem Wunschgewicht kommen“, erläutert die zweifache Mutter. Die Regeln seien einfach: Drei Mahlzeiten am Tag jeweils ein Teller voll, davon mindestens ein Drittel Obst oder Gemüse und zwischen den Mahlzeiten vier bis fünf Stunden Pause, viel Trinken – etwa zwei bis drei Liter Wasser – und eine halbe Stunde Bewegung pro Tag. „Wer dann noch Wert auf selbstgekochte Gerichte legt und auf industriell gefertigte Produkte verzichtet, der lebt leicht und gesund“, betont Neubauer-Mauler. Und fügt hinzu: „Ist doch ganz einfach.“

Dass es nicht nur einfach klingt, zeigt der Aufwand für die Gemüselasagne. Sind Karotten und Zucchini nämlich erstmal zerkleinert, wandern sie mit einem Schluck Olivenöl in eine Pfanne und werden dort kurz gedünstet. In der Zwischenzeit widmet sich die in einer Apotheke in Kirchhain angestellte Neubauer-Mauler der Tomatensauce.
Dazu püriert sie die Tomaten, fügt Tomatenmark und Schmand hinzu, würzt das flüssige Gemisch mit Salz, Gemüsebrühe und etwas Pfeffer – und schon kann mit dem Schichten in einer Auflaufform begonnen werden. Am längsten dauert an dem Gericht übrigens das sich anschließende Überbacken im Backofen.

Gesund und lecker schließt sich nicht aus: Ute Neubauer-Mauler beweist das mit einer Gemüselasagne mit Feldsalat und Knäckebrot.

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„Es liegt mir am Herzen, den Menschen zu helfen“, berichtet Ute Neubauer-Mauler bei Kerzenschein am Esstisch, während es draußen regnet und stürmt. Gerade in der Apotheke erlebe sie immer wieder wie übergewichtige Männer und Frauen völlig hilflos auf Produkte aus der Werbung zurückgreifen, richtig viel Geld dafür bezahlen und nach der Diät feststellen würden, dass die verlorenen Pfunde genauso schnell zurückkehren wie sie zuvor verschwunden sind.

„Und weil ich für mich persönlich etwas Neues ausprobieren wollte, habe ich berufsbegleitend an der Schule für christliche Naturheilkunde die Ausbildung zur christlichen Gesundheitsberaterin absolviert“, so die 54-Jährige. Die Ausbildung beinhalte unter anderem die Themenfelder Heilpflanzenkunde, Aromatherapie und Ernährungsmedizin. Nach einer ärztlichen Prüfung können Absolventen dann  unter anderem als Ernährungsberater aktiv werden und Vorträge halten. So spricht Neubauer-Mauler am nächsten Donnerstag zum Beispiel in der Kirchhainer Bahnhof-Apotheke ab 18.30 Uhr über das Thema Entschlacken (Detox).

„So viel wie in den vergangenen Monaten habe ich mich in meinem gesamten Leben noch nicht mit dem Thema Ernährung beschäftigt“, erzählt die Michelbacherin gut gelaunt. Nur kurze Zeit später wirft sie einen Blick in den Backofen und stellt fest: „Der Auflauf ist fertig.“ Und er schmeckt definitiv lecker und ist gleichzeitig gesund!

von Katharina Kaufmann-Hirsch

 
 
Die Rezepte
von Ute Neubauer-Mauler
Gemüselasagne

Zutaten

  • 250 Gramm Zucchini
  • 250 Gramm Karotten
  • zwei Esslöffel Olivenöl
  • 200 Gramm körniger Frischkäse
  • 250 Gramm Tomaten
  • zwei Esslöffel Schmand
  • ein bis zwei Esslöffel Tomatenmark
  • je einen halben Teelöffel Salz und Gemüsebrühe
  • eine Prise Pfeffer
  • zehn Lasagne-Nudelplatten
  • 200 Gramm geriebenen Käse

Zubereitung

Die Zucchini und Karotten grob raspeln und mit dem Olivenöl in einer Pfanne etwa zehn Minuten dünsten, anschließend den Frischkäse unterrühren und abkühlen lassen. Die Tomaten mit dem Schmand, dem Tomatenmark und den Gewürzen pürieren, so dass eine Soße entsteht. Dann werden abwechselnd Soße, Lasagneplatten und das Gemüse in eine Auflaufform geschichtet und zum Schluss mit dem Käse bestreut. Bei 200 Grad Celsius wird der Auflauf im Backofen für 25 bis 30 Minuten überbacken.

Knäckebrot
  • 160 Gramm Dinkel(mehl)
  • 160 Gramm Haferflocken
  • 160 Gramm gemischte Kerne (Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, etc.)
  • eineinhalb Teelöffel Salz
  • 50 Gramm Olivenöl
  • 440 Milliliter Wasser

Zubereitung

Die Dinkelkörner zu Mehl mahlen und anschließend mit den anderen Zutaten mischen. Die Masse etwa eine Stunde stehen lassen, dann auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche streichen und 15 Minuten bei 170 Grad Celsius backen. Nun kurz aus dem Ofen holen, in Stücke schneiden, eventuell geriebenen Käse (Parmesan) darüberstreuen und nochmals 20 Minuten backen. Wenn das Knäckebrot später trocken ist, sollte es in einer verschlossenen Dose aufbewahrt werden.

 
 

Frischer Salat geht immer

Frischer Salat als Beilage zum Essen geht immer und ist nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund. „Salat sollte immer vor dem Hauptgericht gegessen werden“, rät Apothekerin und Gesundheitsberaterin Ute Neubauer-Mauler. Salat enthalte viel Zellulose, also pflanzliche Kohlenhydrate und Faserstoffe. Zellulose habe den Vorteil, dass es den Darm und die Zuckerverarbeitung eine Weile
„beschäftige“ und die übrigen Kohlenhydrate langsamer verarbeitet werden. Als Folge steigt der Blutzucker nach dem Essen langsamer an.

Im Winter hat frischer Feldsalat Saison. Das Rezept für ein passendes Dressing hat Neubauer-Mauler auch schnell parat: entweder auf der Basis eines Nussöls oder mit Olivenöl zubereitet. Darunter mischt die Michelbacherin den Saft einer ausgepressten Orange, thailändischen Curry, Salz, Obstessig, scharfen Senf und ein paar getrocknete, eingelegte Datteln. Alles pürieren, fertig. „Die Mengenangaben richte ich da nach meinem Gefühl und je nachdem wie viel Salat ich habe“, erklärt sie. Zum Abschluss streut sie ein paar Aroniabeeren über den Salat. Die sorgen für   besonderen Geschmack und enthalten viele Vitamine und ­Mineralstoffe.

 
 
Die Fakten

Was ist gesunde Ernährung?

Unter gesunder Ernährung versteht man eine Ernährungsweise, die dem Körper das gibt, was er braucht, um gesund zu bleiben oder bei Krankheit wieder gesund zu werden. Dazu zählt in der Regel eine Ernährung, die sich auf Lebensmittel konzentriert, die nicht industriell hergestellt wurden.

 

Welche Lebensmittel gehören zu einer gesunden Ernährung?

Wer sich gesund ernähren will, der sollte nach Angaben von Ute Neubauer-Mauler auf eine gute Vollwertkost setzen. „Das bedeutet etwa fünfmal am Tag regionales und saiso-nales Obst oder Gemüse zu essen, lieber Vollkornprodukte zu verwenden statt Weißmehl und weniger tierische Fette zu essen“, so die christliche Gesundheitsberaterin. Sie empfiehlt zudem bei der Zubereitung auf die Verwendung von gesunden Fetten zu achten. Dazu zählen unter anderem Leinöl und Olivenöl. „Gesund sind auch Hülsenfrüchte wie Linsen und glutenfreie Getreidesorten wie Hirse und Quinoa“, erklärt Neubauer-Mauler.

 

Welche Bedeutung hat Fasten und die Fastenzeit?

Unter Fasten versteht man die völlige oder teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg, meist mehrere Tage. Im Christentum kennt man vornehmlich die 40 Tage der Fastenzeit im Frühjahr, die der Vorbereitung auf Ostern dienen. Sie sollen an die 40 Tage, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte, erinnern. Auch in anderen Religionen, wie dem Judentum oder dem Islam, gibt es bestimmte Fastenzeiten.
In den vergangenen Jahren haben sich auch andere Fastenaktionen entwickelt. So kann in der Fastenzeit vor Ostern beispielsweise bestimmten Gewohnheiten abgeschworen werden, zum Beispiel dem Fernsehschauen oder dem Lästern.
Im religiösen Kontext dient das Fasten unter anderem der Reinigung der Seele, der Buße, der Abwehr des Bösen, dem Streben nach Konzentration, Erleuchtung oder Erlösung.

 
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