Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Farbenfrohes „Dosenfrühstück“

Besser Esser Farbenfrohes „Dosenfrühstück“

Die ewige Diskussion ums richtige Pausenbrot findet gerade jetzt zum Schulanfang wieder ihren Höhepunkt. Ist was Süßes erlaubt, welches Getränk ist das Beste, was darf auf welches Brot? Dabei gibt es ein Zauberwort: Farbenfroh!

Voriger Artikel
Kleine Köche ganz groß
Nächster Artikel
Leckerei für den Beeren-Hunger

Farbenfroh und energiereich ist das optimale Schulbrot.

Quelle: Tobias Hirsch

Wittelsberg. Eintöniger Belag sowie grau in grau sind absolute Hungertöter und sorgen auch nachmittags noch für eine volle Brotdose. Abwechslungsreich und bunt hingegen animiert zum Verzehr. Dabei ist alles erlaubt. Das sagt Diplom-Oecotrophologin Ulrike Hardt aus Wittelsberg. „Aber es kommt immer auf die Menge an“, fügt sie hinzu und meint damit vor allem die Süßigkeiten. „Mal ein Schoko- oder Müsliriegel ist kein Problem. Aber als lange Energielieferanten taugen sie nicht viel“, erklärt die Wittelsbergerin.

Drei wichtige Bestandteile

Babys werden mit einer Vorliebe für Süßes geboren. In der Natur ist die Nahrung, die Energie liefert, eben süß. Das fängt schon mit der Muttermilch an. „Je mehr Süßes im Angebot ist, umso mehr entwickelt sich bei einem Kind also der Hang zu dieser Geschmacksrichtung“, erklärt Ulrike Hardt.

Klar gibt Zucker kurzzeitig Energie, aber Kinder und auch Erwachsene brauchen langanhaltende Energiequellen, um in der Zeit bis zur Frühstückspause konzentriert bleiben zu können. „Da sind vollkörniges Brot oder andere Getreideprodukte die besseren Energielieferanten“, so Ulrike Hardt.

Für sie sind drei Bestandteile wichtig für ein optimales Frühstück vor und in der Schule:

  • Getreideprodukte
  • frisches Obst und Gemüse
  • zuckerfreies Getränk

Das Frühstück vor der Schule sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden, auch wenn es eher klein ausfallen kann. „Deswegen ist es trotzdem wertvoll. Wenn Kinder stundenlang nach dem Aufstehen nichts essen oder trinken sorgt das für einen Einbruch in der Energieversorgung“, erklärt die diplomierte Oecotrophologin. Flocken mit einem Milchprodukt sind da ein idealer Start. Dabei spielt es keine Rolle ob Milch, Joghurt oder Quark als Eiweißlieferant herhalten.

Wichtiger ist es, darauf zu achten, dass in den Flocken aus der Industrie nicht zu viel versteckter Zucker enthalten ist. Lecker und energieliefernd ist  auch ein selbstgemachter Milchshake mit einer pürierten Banane. „Wenn man den Tag nicht süß beginnt, dann verringert sich auch tagsüber der Hunger auf Süßes“, weiß Ulrike Hardt. „Einfach mal testen!“

Der Inhalt der Brotdose darf dann ruhig üppiger ausfallen. Die Kinder sollten sogar bei der Vorbereitung dabei sind. Ulrike Hardt: „Mitentscheiden und gestalten ist dabei ganz wichtig.“

Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe liefert vollkorniges Brot. Wenn das partout abgelehnt wird, dann muss nicht sofort zum Weißbrot gegriffen werden. Mehrkorn, Ölsaaten oder andere Getreidesorten stellen da durchaus eine Alternative dar. Es muss auch nicht immer Butter sein. Frischkäse, Pesto, Senf, Tomatenmark können ebenso als Aufstrich herhalten. Und auch die Scheibe Käse muss nicht einfach so aufs Brot, man kann sie mit Plätzchenförmchen ausstechen und anschließend mit Tomate, Möhre, Gurke, Schnittlauch einfach verzieren.

Ein lachendes Gesicht auf dem Brot zaubert auch gleich ein Lachen aufs Kindergesicht. „Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Das Wichtigste sind die bunten Farben und das es appetitlich aussieht“, weiß Ulrike Hardt, die als freiberufliche Ernährungsberaterin arbeitet.

Als Mengenangabe hat sie auch einen Tipp: „Eine Scheibe Brot bei Grundschülern reicht aus und eine Kinderhand voll Obst und Gemüse sollte auch mit in der Brotdose sein.“ Bei älteren Kindern dürfen es dann schon zwei Scheiben sein und zum Glück wachsen die Hände ja auch. Wichtig ist für sie, dass „echte Flüssigkeit“ mitgegeben wird. „Und damit meine ich nicht die Milch oder den Kakau.“ Letzterer gilt als Mahlzeit und nicht als Flüssigkeitslieferant. Am besten ist ein halber Liter Wasser, welcher aber gerne aufgepeppt werden darf. Reiner Fruchtsaft, gefrorene Himbeeren, Melisse, Minze oder auch Ingwer sorgen für Geschmack im Wasser.

Eine Alternative zum „gemeinen Schulbrot“ sind die Pumpernickel-Spieße.

Klar passen diese nicht in eine normale Brotdose, aber da findet sich sicher etwas. Das runde Brot bekommt einen Frischkäseaufstrich und wird dann zusammen mit Wurst, Käse, Möhre, Gurke, Tomate, Paprika aufgespießt. Gleiches geht natürlich auch mit Obst. „Wichtig ist, dass dieses nicht glitschig wird und auch leicht zu essen ist“, so die Erfahrungen von Ulrike Hardt.

Und auch für die „großen Kinder“, die mit bunten Gesichtern auf dem Brot nicht mehr zu locken sind, hat sie eine Idee. Das „Lunch im Glas“. Einfach Gemüsesticks in ein Glas stellen und den Dip in einem Extrabecher mitgeben. Diesen kann man natürlich auch einfach vorher ins Glas kippen und die Sticks später reinstellen.

Für die Wittelsbergerin sind Smoothies übrigens keine wirkliche Alternative zum normalen Obst. „Den Smoothie kann das Kind so runterschlucken. Wenn es aber die gleiche Menge an Obst essen müsste, wäre das gar nicht möglich.“ Dabei sind die Kohlenhydrate in den Schalen so wichtig, um den Fruchtzucker besser zu verarbeiten.

Ulrike Hardt: „Und noch etwas ist ganz wichtig! Ohne das Vorleben der Eltern sich gesund zu ernähren, funktionieren auch die bunten Brote nicht.“ 

Darauf sollten Sie beim Einkaufen fürs Pausenbrot achten
  • Brot, Brötchen, Müsli oder Flocken am besten aus Vollkorn plus Milchprodukte wie Joghurt oder Käse, Wurst oder Schinken. Süßer Aufstrich, Kekse und Kuchen sollten die Ausnahme bleiben.
  • Frisches Obst oder Gemüse (keine Smoothies)
  • Ein Getränk, zum Beispiel Trinkwasser, ungesüßter Tee, Mineralwasser mit einem „Schuss“ Fruchtsaft oder gefrorene Himbeeren, Minze, Melisse, Ingwer
  • Beim Kauf von Müsli oder Kornflakes immer auf der Verpackung nach dem Zuckergehalt schauen. Die Portionsgröße ist entscheidend. Wenn dort beispielsweise 25 Gramm angegeben sind, ist das viel zu wenig und lässt einen hohen Zuckergehalt vermuten
  • Smoothies beinhalten eine große Menge an Früchten, die ein Kind in unpürierter Form nie essen würde. Um das Getränk zu verflüssigen wird fruchtzuckerhaltiger Apfelsaft verwendet.
Die Ideen

Brotsorten
Bei den Brotsorten kann durchaus variiert werden. Am besten Vollkörniges in allen Varianten. Was aufs Brot kommt, muss nach Stunden ohne Kühlung noch appetitlich sein.
Butteralternative
Als Alternative für Butter kann Tomatenmark, Paprikamark, Senf (süßer/milder), Pesto, Chutneys oder vegetarische Pasten genommen werden.
Aufgepeppter Käse
Frischkäse kann mit Gemüsestreifen oder -raspeln angereichert und als Belag verwendet werden.
Förmchen nutzen
Wer morgens ein paar Minuten länger Zeit hat, kann die Plätzchenförmchen zweckentfremden und das Brot oder den Belang beispielsweise in Herzform ausstechen.
Buntes Gemüse
Gemüse in Streifen geschnitten oder mit dem Sparschäler dünn abgezogen oder Kräuter peppen Käse- und Wurstbrote auf. Dafür eignen sich Radieschen, Paprika, Fenchel, Salatgurke, Möhren, Kohlrabi, Basilikumblätter, Schnittlauch, Petersilie, kleine Salatblätter.
Fruchtiger Aufstrich
Zutaten für zwei Portionen:
1/2 kleine, feste Birne
100 g Frischkäse
1 spritzer Zitronensaft
1 TL gemahlene Haselnüsse
Herzhafter Aufstrich
Rote Paprika ganz fein würfeln, mit Frischkäse, Nüssen, Zitronensaft und mit mildem Paprikapulver abschmecken.
Verpacken
Brote, Spieße, Obst und Gemüse sollte luftdicht und stoßsicher verpackt werden, damit sie den Schultag über frisch bleiben.

Quelle: Ulrike Hardt

  von Katja Peters

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Direktvermarkter

Frisch, unbehandelt und aus der Region haben es immer mehr Verbraucher am liebsten: Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt und das Bewusstsein für die Herkunft der Waren wächst. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es eine Vielzahl von Direktvermarktern. Die OP stellt sie in dieser Serie vor. 

Klicken Sie sich durch die folgende Karte, um Direktvermarkter in Ihrer Nähe zu finden. Unter der Karte finden Sie bereits erschienene Artikel zu dieser Serie.