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Eiskalt genießen

Besser-Esser Eiskalt genießen

Sommer und Tee – geht das überhaupt? „Auf jeden Fall“, antwortet Manuela Bromm-Gläser von TeeZeit in Kirchhain und empfiehlt erfrischend, fruchtigen Eistee.

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Die Mischung macht's: So sehen die Zutaten für den Eistee in getrockneter Form aus.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Kirchhain. „Teetrinken heißt, den Lärm der Welt vergessen“ – es ist ein kleiner grüner Teelichthalter, auf dem dieser Spruch zu lesen ist. Der grüne Teelichthalter steht in der Kirchhainer Fußgängerzone im Laden „TeeZeit“ auf einem Tisch, rund herum dick gepolsterte dunkelbraune Clubsessel, die zum Verweilen einladen. Wer hier eintritt, der vergisst nicht nur den Lärm der Welt, der taucht ein in die ruhigen Weiten des Tees.

Und Tee hat Inhaberin Manuela Bromm-Gläser mehr als genug. Fast 300 verschiedene Sorten umfasst das Sortiment des liebevoll eingerichteten Ladens. „Im Sommer ist unser Eistee immer am gefragtesten“, berichtet sie und zeigt auf das kleine runde Regal. Auf mehreren Etagen stapeln sich die verschiedenen Eisteesorten von Zitrone-Cranberry bis hin zu Blutorange.

„Ich beziehe nur fertige Mischungen, die ich dann je nach Bedarf abfülle“, erläutert Bromm-Gläser. Den Tee selbst zu mischen, das mache sie nicht, „das ist für einen Laden in dieser Größe zu aufwendig“, ergänzt sie. Dafür kann man bei ihr aber die verschiedenen Sorten in der TeeLounge direkt probieren.

Eistee darf etwas länger ziehen

Eistee zum Beispiel. Hinter der kleinen Theke in der Ecke des Raumes kocht Bromm-Gläser eine Kanne Wasser auf, holt die Teemischung, füllt sie in einen Beutel und hängt sie in eine Kanne. „Ich nehme bei Eistee immer die doppelte Menge an getrocknetem Tee, damit der Geschmack intensiver wird“, betont die Inhaberin.

Mit dem kochenden Wasser übergießt sie anschließend den Tee und lässt ihn gut 15 Minuten ziehen. „Eistee darf ruhig ein bisschen länger ziehen, wenn es eine Früchte- oder Kräutermischung ist“, erklärt sie. Denn durch das Abkühlen verliere er wieder etwas an Aroma. Anschließend gibt sie Eiswürfel in die Kanne, damit der Tee schön kalt ist.

„Dann erfrischt er so richtig“, schwärmt die Teeliebhaberin. Manchmal füllt sie den Eistee selbst auch als Eiswürfel ab, um ihn beim nächsten Mal in den Aufguss zu geben, „für einen
noch intensiveren Geschmack“. Je nach Sorte kann man den Eistee mit frischen Früchten garnieren, empfiehlt die Expertin, etwa Erdbeeren, Zitronen- oder Orangenscheiben.

Statt einer fertigen Tee-Mischung, so Bromm-Gläser, könne man auch Zitronenmelisse oder Pfefferminze als Grundlage für einen Eistee nutzen (siehe Kasten). „Das wächst ja gerade in vielen Gärten und schmeckt köstlich“, betont die Kirchhainerin.

Kirchhainer Geschäft besteht seit zehn Jahren

Zum Süßen des Tees nimmt Bromm-Gläser Holundersirup. „Natürlich geht auch Honig oder Zucker, aber ich finde, der Sirup gibt dem Ganzen noch mal so einen ganz eigenen Geschmack“, sagt sie. Auch Apfel- oder Kirschsaft eigneten sich gut, um dem Tee etwas mehr Süße zu geben.

Ihre Sorten – sowohl für den Laden TeeZeit als auch für das Marburger Teehaus – bezieht Bromm-Gläser aus einer Teemanufaktur in Hamburg. Einmal jährlich besucht sie diese und überzeugt sich von der Qualität der Sorten und Mischungen. Im Angebot hat die Kirchhainerin auch Bio-Tees. „Die werden immer mehr nachgefragt“, hat sie festgestellt. In Marburg allerdings mehr als in Kirchhain.

Das Kirchhainer Geschäft besteht mittlerweile seit fast zehn Jahren, das Teehaus in Marburg hat Bromm-Gläser vor drei Jahren übernommen. Die Palette an klassischen und aromatisierten Tees reicht dabei von schwarzen Tees aus Darjeeling, Assam, Ceylon (SriLanka), China sowie aus Russland, Afrika und Nepal über grüne Tees und Oolongs aus China, Formosa (Taiwan) und Japan sowie den Rotbusch- beziehungsweise Rooibos-Tees aus Südafrika, bis hin zu den sogenannten „teeähnlichen Erzeugnissen, sprich Früchte- und Kräutertees.

Neben Tee kann man in Kirchhain auch Porzellan, Zubehör für die Teezubereitung und kleine Geschenkartikel kaufen.
Und man kann natürlich in der Lounge sitzen, frisch gebackene Waffeln oder Cookies essen, eine Tasse Tee, einen Kaffee oder Chai trinken – und dabei den Lärm der Welt vergessen.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

DAS REZEPT

EISTEE

von Manuela Bromm-Gläser

  • 30 bis 40 Gramm einer Eistee-Mischung
  • ein Liter kochendes Wasser
  • ein Liter Wasser in Form von Eiswürfeln

Die Tee-Mischung wird in einer 
großen Kanne mit dem kochenden Wasser aufgegossen. „Durch die doppelte Menge an Tee wird der Geschmack schön intensiv“, erklärt Manuela Bromm-Gläser. Je nach persönlichem Geschmack lässt man die Mischung zehn bis 15 Minuten im Wasser ziehen. Dann den Teebeutel herausnehmen und den Tee abkühlen lassen. Vor dem Servieren die Eiswürfel hinzugeben und bei Bedarf noch mit frischem Obst oder Kräutern dekorieren.
Wer statt einer fertigen Tee-Mischung lieber selbst aktiv werden möchte, der kann Zitronenmelisse oder Pfefferminze aus dem Garten ernten, diese für einen intensiven Geschmack mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen und hinterher wie oben beschrieben mit Eiswürfeln auffüllen und servieren. „Wer es nicht so intensiv mag, kann die Kräuter auch in kaltem Wasser ziehen lassen, durch die Hitze kommen allerdings die ätherischen Öle erst richtig heraus“, sagt Bromm-Gläser.
Manuela Bromm-Gläser ist Inhaberin 
des Teehauses in Marburg und von TeeZeit in Kirchhain.

Die Fakten

Teehistorie beginnt in China
Das Mutterland des Teeanbaus ist China. Wann genau dort damit begonnen wurde, lässt sich allerdings nicht eindeutig nachweisen. Sicher ist, dass es bereits im Jahr 221 vor Christus unter der Qin-Dynastie eine Teesteuer gab. Damals wurde er vor allem als Medizin gebraucht.

Erst während der Tang-Dynastie (618 bis 907) wurde Tee am Hof des Kaisers vermehrt als Genussmittel getrunken. Damit wurde das Getränk in die Oberschicht eingeführt. In der selben Zeit begannen auch Mönche in buddhistischen Klöstern, während ihrer Meditationen Tee zu trinken, um wach zu bleiben. Auch das weltweit erste Buch über Tee – das Chajing von Lu Yu – erschien in dieser Zeit. Zudem begann der Tee-Export nach Korea und Japan.

Export nach Europa

Die Niederländer brachten im Jahr 1610 per Schiff zum ersten Mal eine Ladung grünen Tee mit in ihre Heimat. Damit gelangte der erste Tee überhaupt nach Europa. Weil die Niederländische Ostindien-Kompanie das Monopol auf den Handel mit Asien hatte, aber keinen direkten Zugang zu China, führten sie den Tee aus China über die Insel Java ein. 1669 ging das Handelsmonopol an die Britische Ostindien-Kompanie (bis 1833).

Der Seeweg von Asien nach England dauerte damals rund sechs bis neun Monate, was die Qualität des Tees verminderte, der in muffigen Laderäumen gelagert wurde. Auf dem Landweg brachte Wassili Storkow im Jahr 1618 erstmals Tee als Geschenk für den Zaren nach Russland. Sein Weg führte über die Mongolei.

Ernte und Verbrauch
Im Jahr 2013 wurden laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) weltweit 5,345 Millionen Tonnen Tee geerntet. Getrunken wurde am meisten Tee in Kuwait mit 295 Liter pro Kopf im Jahr, gefolgt von Irland mit 242 Liter pro Kopf und Afghanistan mit 229 Liter pro Kopf. Ostfriesland wird in der Liste mit dem Pro-Kopf-Verbrauch zwar nicht offiziell aufgeführt, kommt aber wohl auf 300 Liter pro Kopf im Jahr.

Richtiges Trinken bei Hitze
  • Bei sommerlichen Temperaturen verliert der menschliche Körper viel Flüssigkeit. Diese gilt es im Tagesverlauf wieder aufzufüllen. Mindestens eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit sollte jeder täglich zu sich nehmen, empfiehlt die Bundesärztekammer. Bei richtig heißem Wetter sollte die Trinkmenge aber deutlich darüber hinausgehen.
  • Ein Erwachsener verliert am Tag gewöhnlich eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit. Steigen die Temperaturen, steigt aber auch dieser Verlust – und zwar um das zwei- bis dreifache. Das kann laut Bundesärztekammer zu Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Schwindelgefühl, Muskelkrämpfen und Verdauungsproblemen führen. In Extremfällen drohen sogar Herzrhythmusstörungen oder ein Hitzschlag mit Kreislaufkollaps. Deshalb sollten auch Menschen, die auf Grund einer Herzkrankheit normalerweise nur wenig trinken dürfen, ihren Getränkekonsum an heißen Tagen etwas steigern.
  • Vor allem ältere Leute sollten demnach darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, auch wenn sie keinen Durst verspüren. Denn nur ein geringer Teil des Flüssigkeitsbedarfes kann über die Nahrung gedeckt werden.
  • Als Durstlöscher eignen sich neben Mineralwasser ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Das Verhältnis von Wasser und Saft sollte etwa 1:1 betragen. Ungeeignet sind der Ärztekammer zufolge stark zuckerhaltige Getränke wie Cola und Limonaden sowie Alkohol.
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