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Eine ovale Freude

Ostereier Eine ovale Freude

Osterzeit ist Eierzeit. Ob gefärbt oder natürlich, die ovalen Hühnerprodukte wandern in diesen Tagen zahlreich über die Ladentheken. Natürlich auch auf dem Marburger Wochenmarkt, wo es noch dazu ein echtes „Comeback“ gibt.

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Eva Knöppel an ihrem Eier-Stand in der Frankfurter Straße.

Quelle: Dennis Siepmann

Marburg. Alles sieht aus, wie an einem ganz gewöhnlicher Markt-Tag im Marburger Südviertel. Kunden schlendern zwischen den Gemüse-, Fleisch- und Käseständen. Die Sonne scheint kräftig durch die Bäume an der Frankfurter Straße und lässt den nahenden Frühling erahnen.

Am äußersten Rand des Marktes gibt es jedoch ein großes Wiedersehen. „Ich habe sie an ihrem alten Platz vermisst“, sagt eine Passantin und blickt freudig in Richtung Eva Knöppel. Mehr als vier Jahrzehnte hat Knöppel mit ihrem Mann auf dem Markt Gemüse verkauft. „Wir haben miterlebt, wie die Kinder unserer Kunden aufwuchsen und selbst als Erwachsene wieder an unseren Stand kamen“, sagt Eva Knöppel. Eine familiäre Atmosphäre.

Der Traum vom eigenen Gewerbe

Im vergangenen Herbst reichte es jedoch für Ehemann Hans Knöppel. Der Obst- und Gemüsehändler zog einen Schussstrich und gab das Marktgeschäft auf. „Viele waren richtig böse, als wir aufgehört haben. Manche haben angerufen und sich erkundigt, was passiert ist“.

Zweieinhalb Monate hielt es Eva Knöppel ( Foto: Siepmann) ohne das wuselige Markttreiben aus. Dann wachte sie eines Morgens auf, weckte ihren Mann und erzählte von ihrem Traum. Jetzt steht sie hinter einem Verkaufstisch auf dem palettenweise Eier in verschiedensten Größen und Farben ausliegen. Es ist der erste Tag im eigenen Gewerbe.
Warum sie nun ausgerechnet Eier verkauft? „Wir haben diese Eier früher auch schon an unserem Stand verkauft und ich kenne die Familie Engelbach gut“.

Hygieneschleusen und regelmäßige Kontrollen

Gemeint ist hier der Geflügelhof Engelbach aus Wollmar. Auf dem landwirtschaftliche Betrieb leben über 27 000 Legehennen in Bodenhaltung. Die täglich gelegten Eier werden weitestgehend in Eigenregie vermarktet, heißt es in einer Firmenmitteilung.

Auch das Futter für die Tiere stamme aus der unmittelbaren Umgebung. Hygieneschleusen und die regelmäßige Begutachtung des Geländes durch die Universität Gießen unterstützen den Gesundheits-Gedanken. Eva Knöppel vertraut auf die Qualität des Hofs und ist froh „etwas aus der Region zu verkaufen“.

Natürlich gibt sie auch Tipps an ihre Kundschaft weiter. Gerade während der Osterzeit geht es dabei häufig ums Färben. Eine simple Methode bestehe darin, so Knöppel, die Eier mit Hilfe eines Nylonstrumpfs in roten Zwiebelschalen zu kochen. Besonders die braunen Eier bekämen dann eine herrlich rot-braune Farbe.

„Natürlich tut es gut, wiedererkannt zu werden“

Vorrangig geht es an „Evas-Eierstand“ aber um kulinarische Fragen. „Jetzt geht es wieder los, dass die Leute Eier für Grüne Soße kaufen“, sagt Eva Knöppel. Im Angebot hat sie Eier in verschiedenen Größen: XL, L und M. Am besten verkaufen sich die Eier der Größe L, sagt Knöppel. „Ich mag aber die kleinen am liebsten, da steckt noch mehr Geschmack drin“, meint sie.
Die Unternehmerin ist sichtlich froh wieder einen Platz an der Frankfurter Straße gefunden zu haben. „Natürlich tut es gut, wiedererkannt zu werden“, sagt sie. Den ganzen morgen über seien schon ehemalige Kunden und Kollegen auf sie zugekommen um ihr zur Selbstständigkeit zu gratulieren.

„Ich war heute schon etwas aufgeregt“, sagt sie. „Ich habe auch meinem Mann gesagt, dass er mich heute ja nicht anrufen soll, um zu fragen, wie es geht“ – falls er es dennoch getan habe sollte, wird er wohl eine freudige Stimme am anderen Ende der Leitung vernommen haben.

von Dennis Siepmann

Geschichten rund ums Ei

Dauerbrenner
Gekochte und gefärbte Hühnereier werden nicht nur an Ostern, sondern das ganze Jahr über als sogenannte „Brotzeiteier“ oder „Salateier“ angeboten. Da durch die Ei-Poren oder auch durch feine Risse in der Schale beim Färben Farbstoffe auf das Eiweiß gelangen können, dürfen Eier nur mit hierfür zugelassenen Farbstoffen gefärbt werden.

Farbenspiel
Das Färben von Eiern zu Ostern ist eine weitverbreitete christliche Tradition, wobei der eigentliche Ursprung der Sitte nicht bekannt ist. In der christlichen Theologie wird seit alters auf die Ei-Symbolik Bezug genommen. Im Mittelalter ist die Deutung des Eies in Bezug auf die Auferstehung Christi bekannt. In Deutschland werden gefärbte Eier erstmals im frühen 13. Jahrhundert erwähnt.  

Frischetest für Eier
Jörg Becker, Fachmann des Regierungspräsidiums in Gießen, erklärt, dass das Ei das einzige Lebensmittel ist, für das ein Mindesthaltbarkeitsdatum – maximal 28 Tage nach dem Legen – gesetzlich vorgeschrieben ist. Auch das letzte Verkaufsdatum von maximal 21 Tagen nach dem Legedatum ist gesetzlich festgelegt. Hintergrund dieser Regelung ist, dass der Verbraucher nach dem Kauf der Eier noch mindestens sieben Tage Zeit haben muss, um diese zu verbrauchen.
Durch einen Test, bei dem man ein Ei langsam in ein Wasserglas legt, kann man die Frische bestimmen. Ein frisches Ei geht unter und bleibt flach auf dem Glasboden liegen. Steht das Ei fast senkrecht auf dem Boden, ist es zwei bis drei Wochen alt. Schwimmt das Ei an der Wasseroberfläche, ist es nicht mehr genießbar.

Das Schälen
Dass das Schälen von mit kaltem Wasser „abgeschreckten Eiern“ einfacher geht als von „nicht abgeschreckten Eiern“ sei hingegen ein Mythos. Entscheidend für die Schälbarkeit gekochter Eier sei deren Alter. „Ältere Eier lassen sich leichter schälen als frische“, sagt Experte Becker. Das Ei sollte mindestens zwei Tage alt sein. Für das Ostereierkochen gelte entgegen der sonstigen Maxime bei Lebensmitteln: Je älter – desto besser. Dabei sollte man aber immer das Mindesthaltbarkeitsdatum im Blick haben.
 Fotos: Tim Reckmann / pixelio.de, Quelle: Wikipedia, RP Hesssen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Die Experten für Qualitätssicherung sogenannter „tierischer Erzeugnisse“ beim Gießener Regierungspräsidium sind ganzjährig unterwegs, um Herkunft und Qualität von Eiern unter die Lupe zu nehmen – egal ob weiß oder braun.
Im vergangenen Jahr wurden 122 Kontrollen in registrierten Erzeugerbetrieben durchgeführt. Außerdem mussten sich 179 von 212 hessischen Eierpackstellen einer amtlichen Prüfung unterziehen, ebenso wie 78 der zirka 100 in Hessen ansässigen Großhändler und Verteilerzentren, die mit Eiern handeln.

Bei 14 Kontrollen mussten die Eier aus der Vermarktung genommen werden, weil zu viele untergewichtige, beschädigte oder verschmutzte Eier in den kontrollierten Partien vorgefunden wurden. In weiteren neun Fällen wurde jeweils ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Acht Fälle wurden an andere Bundesländer abgegeben, da dort der Ursprung der jeweiligen Beanstandung lag. Außerdem wurden 48 kleinere Mängel festgestellt, die zum Teil direkt vor Ort abgestellt werden konnten.

Was hat es mit dem Code auf sich?

1: Haltungssystem:

0 = Öko Erzeugung,
1 = Freilandhaltung,
2 = Bodenhaltung,
3 = Käfighaltung.  

2: Ländercode:

Mit Bindestrichen abgetrennt folgen zwei Buchstaben für das Erzeugerland (zum Beispiel: DE = Deutschland).
Dahinter folgen sieben Ziffern für die europaweit eindeutige Bezeichnung des Erzeugerbetriebes und gegebenenfalls sogar des einzelnen Stalles im Betrieb. Diese ersten beiden Ziffern stehen für das Bundesland (zum Beispiel 06 für Hessen), die nächsten fünf bezeichnen den (3) Betrieb und die jeweilige  (4) Stallnummer .
 

Foto: Dennis Siepmann

Russische Eier

  • Gewünschte Zahl an Eiern  (hier als Beispiel zehn Stück)
  • Zwei Esslöffel gestrichene Mayonnaise
  • Zwei gehäufte Teelöffel Senf
  • Etwas Salz und Pfeffer
  • Etwas Maggi
  • Eventuell Kapern oder schwarzer Kaviar zum Verzieren dazu

Eier hart kochen, mit kaltem Wasser abschrecken und abkühlen lassen. Die Eier schälen und der Länge nach halbieren. Das Eigelb aus den halbierten Eiern entfernen und mit einer Gabel fein zerdrücken, sodass ein Brei ohne Klumpen entsteht.
Mayonnaise und Senf dazugeben und gut durchmischen. Mit Salz, Pfeffer und wenig Maggi würzen. Die Eierhälften vorsichtig mit dem Gemisch (evtl. mit einem Spritzbeutel) füllen.
 Foto: Wikipedia

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Frisch, unbehandelt und aus der Region haben es immer mehr Verbraucher am liebsten: Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt und das Bewusstsein für die Herkunft der Waren wächst. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es eine Vielzahl von Direktvermarktern. Die OP stellt sie in dieser Serie vor. 

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