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Ein GenNUSS für alle Sinne

"Besser Esser": Ein GenNUSS für alle Sinne

„Wer ausreichend Platz hat, der sollte einen Walnussbaum pflanzen“, sagt Erwin Meier. Der Marburger weiß, wovon er spricht, hat selbst drei stattliche Bäume in seinem Garten, und genießt das ganze Jahr über die gesunden Nüsse.

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Walnüsse sind nahrhaft und gesund.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Walnussbäume bieten edelstes Holz und beste Nüsse. Und sie sind ideale Hausbäume: Die Blätter treiben erst spät im Mai aus, werfen erst dann Schatten, wenn man ihn braucht. Im Herbst fallen sie recht früh ab, die Sonnenstrahlen gelangen wieder durch die Krone.

Walnüsse sind leicht und nährstoffreich, haltbar und bestens verpackt: ein idealer Reiseproviant

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OP-Mitarbeiter Erwin Meier gerät förmlich ins Schwärmen, wenn er über die Walnussbäume im eigenen Garten spricht. Fasziniert ist er von dem außergewöhnlichen Geruch der Blätter. In der Literatur wird beschrieben, dass früher auf den Höfen Walnussbäume oftmals in der Nähe von Misthaufen oder neben den „stillen Örtchen“ gepflanzt wurden.

Fliegen und Mücken meiden Walnussbäume

Der aromatische Geruch vermag noch mehr als nur unliebsame Gerüche zu unterdrücken. Erwin Meier weiß aus eigener Erfahrung, dass Fliegen

Der alte Walnussbaum trägt immer noch Früchte.

Quelle:

und Mücken Walnussbäume meiden, wenn diese in voller Blätterpracht stehen. Apropos Pracht: Auf Lateinisch heißt Walnuss Juglans regia. Juglans kann man mit Eichel oder Nuss des Jupiters übersetzen, und regia bedeutet königlich. Zweifelsohne ist ein ausgewachsener Nussbaum eine königliche Erscheinung.

In Meiers Garten im Marburger Südviertel wirken die drei Walnussbäume majestätisch. „Wir werden sie zurückschneiden müssen“, kündigt er an. Immerhin können solche Bäume, je nach Sorte und Standort, bis zu 35 Meter hoch werden. Entsprechend groß werden die kugelförmigen Kronen des Laubbaums – wenn man ihnen nicht durch Rückschnitt Einhalt gebietet.

„Mein Vater kannte die Walnussbäume aus seiner Heimat in Westpreußen“, erzählt Erwin Meier. Was lag da näher, als auch in der neuen Heimat einen Baum mit den geschätzten Früchten zu pflanzen.
„Die erste Pflanze erhielt mein Vater von einem Cousin aus Berlin“, berichtet der Korrektor der Oberhessischen Presse. Auch die zweite Walnussbaumpflanze „reiste“ von Berlin nach Marburg. Zu den beiden gesellte sich ein dritter Walnussbaum.

Eichhörnchen „pflanzt“ den dritten Baum im Garten

Den musste niemand pflanzen. Dafür sorgte vermutlich ein Eichhörnchen, das Meiers Garten als Speisekammer nutzte, aber offenbar vergaß,

Diese Nüsse sind reif und werden bald zu Boden fallen.

Quelle:

wo es die Nuss versteckt hatte. Nun stehen auf dem großen Grundstück drei verschiedene Walnussbäume. Die Eichhörnchen waren   in  dem Garten Stammgäste, halfen kräftig bei der Nuss-Ernte. Die Betonung liegt auf waren. Erwin Meier hat festgestellt, dass es im Südviertel kaum noch Eichkätzchen gibt.
Aber andere Nager und auch Krähen erfreuen sich nach wie vor an den Früchten. Die Erntezeit begann im September und endet nun langsam. Kurz vor der Reife ist noch eine dickfleischige grüne Schale vorhanden, die dann aufplatzt und die Nuss freilegt.

Nüsse kann man auf den Heizkörpern trocknen
Es gibt eine Reihe von Methoden, um die Früchte zu trocknen und damit haltbar zu machen. „Wir legen die vorher gründlich gewaschenen Nüsse in kleine Weidenkörbchen und stellen sie auf Heizkörper. In drei Tagen sind sie in der Regel  durchgetrocknet“, sagt Erwin Meier. Dann halten sie so lange – bis sie alle sind.

Die Nüsse müssen sauber sein und getrocknet werden, bevor man sie lagert.

Quelle:

Werden sie trocken gelagert, dann behalten sie gut ein Jahr lang ihren Geschmack. Damit auch andere in den Genuss der leckeren Nüsse kommen, werden sie an Verwandte und Freunde verschenkt.
Gewöhnlich hat die Familie das ganze Jahr über genügend zu knabbern. „Ich esse im Normalfall jeden Tag Walnüsse“, sagt Meier und betont, wie gesund und schmackhaft sie sind.
50 Gramm Walnüsse decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Omega-3-Fettsäuren.

Walnüsse sind effektiver als jeder Energieriegel

Die gehören zur Gruppe der ungesättigten Fettsäuren, die im Körper sogenannte freie Radikale abfangen, die menschliche Zellen schädigen können.
Der Verzehr von Walnüssen kann dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken. Walnüsse sind effektiver als jeder Energieriegel, haben jede Menge Mineralstoffe, allerdings auch viel Kalorien. Der regelmäßige Verzehr der gehaltvollen Nüsse muss aber nicht dick machen, das bestätigt ein Blick auf Erwin Meier: Er ist gertenschlank.

Allen Besitzern von größeren Grundstücken empfiehlt er, einen Walnussbaum zu pflanzen.
Wenn sie erst mal größer sind, bereiten sie zwar Arbeit, werfen jede Menge Laub ab. Aber: „Erwachsene, Kinder und auch  Tiere werden ihre Freude an einem solchen Baum haben“, verspricht Erwin Meier.

von Hartmut Berge

Hintergrund
Walnüsse
Die Walnüsse (Juglans) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Es sind vorwiegend Bäume, deren Nussfrüchte bei manchen Arten von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind. In Mitteleuropa ist vorwiegend die Echte Walnuss (Juglans regia) anzutreffen, wesentlich seltener kultiviert oder verwildert die Schwarznuss (Juglans nigra).
Verbreitung
Die Walnüsse sind neben Hickory die einzige Gattung der Familie, die sowohl in der Neuen wie der Alten Welt vorkommt. Ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die wärmeren bis subtropischen Gebiete der Nordhalbkugel. In Amerika reicht ihr Areal vom Süden Kanadas bis Nordargentinien. In Asien kommt sie im Osten Chinas, der Mandschurei, Korea und Japan vor. Die Echte Walnuss kommt als einzige in Europa vor, ihr natürliches Gebiet dürfte der Balkan und Vorderasien sein. Für ihr Vorkommen vom Kaukasus bis nach West-China hat wohl der Mensch gesorgt.
Merkmale
Die Früchte sind groß und ähneln Steinfrüchten. Sie bestehen aus einer gefurchten oder runzeligen Nussfrucht, die von einer ihr anhaftenden, dicken, faserigen und sich meist nicht öffnenden Hülle umgeben ist. Die Hülle geht aus den Hüllblättern und dem Kelch hervor. Die hölzerne Nusswand, das Perikarp, besitzt meist deutliche Wandhöhlungen. An der Basis ist die Nuss zwei- oder vierfächrig. Die Keimblätter sind fleischig, vierlappig und gerade. Die Keimung erfolgt hypogäisch: die Keimblätter verbleiben in der Samenschale und mit ihr im Boden.
Der Walnussbaum im Volksglauben

Die in der Bibel nachzulesende positive Stimmung über den Walnussbaum kam im Volksglauben abhanden. Dort galt der Walnussbaum lange Zeit eher als ein schädigender und unheilbringender Baum. Die Römer glaubten, der Baum sei so schädlich, dass in seiner Nähe die Erde unfruchtbar sei und deshalb keine weitere Pflanze wachsen könne. Auch Plinius meinte, der Schatten des Nussbaumes lasse keine Pflanzen aufgehen.

Des Weiteren herrschte der Glaube, dass sich die Schädlichkeit des Schattens auf diejenigen Pflanzen übertrug, die im Nussbaumschatten wuchsen. „Was unterm Nussbaum wächst, taugt nichts“, sagt ein westfälischer Spruch aus der Neuzeit. Man glaubte gar an eine Feindschaft zwischen dem Nussbaum und anderen Pflanzen. Adam Lonitzer schrieb in seinem Kräuterbuch von 1630: „Man sagt dass ein solche uneinigkeit under dem Nußbaum und Eychbaum sey / dass er neben einen Nussbaum gepflantzt / gantz verderbe.“

In einigen Ländern, wie in Frankreich, galt es als sehr gefährlich, unter dem Walnussbaum zu schlafen. Vielleicht lag die Gefährlichkeit in den stark riechenden Blättern; legte man sich für eine Weile, wie beim Schlafen, auf die Blätter, konnte man durch den Geruch (ätherische Öle) Kopfschmerzen bekommen. Ungefähr im 1. nachchristlichen Jahrhundert haben die Römer den Walnussbaum in Deutschland eingeführt. Weil der Baum in erster Linie in Gallien angepflanzt wurde, etablierte sich die spät-lateinische Bezeichnung nux gallica. Die lateinische gallische Nuss wurde, ins Deutsche übertragen, zu Wal- oder Welschnuss.

Das Rezept: Walnusskuchen
  • 3 Kaffeetassen Mehl
  • 1 Tasse Butter (geschmolzen)
  • 1,5 Tassen Zucker
  • 1 Tasse grob gehackte Walnüsse
  • 1,5 Tassen lauwarme Milch
  • 3 Eier
  • 1 Tütchen Backpulver
  • 2 Tütchen Vanillezucker

Mehl und Backpulver rühren, darin eine Mulde bilden, die geschlagenen Eier, die geschmolzene Butter und die restlichen Zutaten hineingießen beziehungsweise hinzugeben.
Dann den Teig rühren, ihn in eine Kuchenform geben und das Ganze, je nach Ofen, 45 bis 60 Minuten bei 170 bis 180 Grad backen.    

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