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Die chillige Schoko-Süßkartoffelsuppe

Besser Esser: Süßkartoffel Die chillige Schoko-Süßkartoffelsuppe

Erst ist sie süß, dann scharf und satt macht sie auch noch – die Suppenkreation von Manuel Kaiser. Der Hobbykoch zeigt, das Schokolade, Süßkartoffel und Chili gut zusammen passen.

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Die Basis. Dazu kommen noch Chilis und Schokolade. Wie daraus eine leckere Suppe wird, verrät Hobbykoch Manuel Kaiser.

Quelle: Tobias Hirsch

Bad Endbach. „Etwas weniger davon, etwas mehr von diesem Gewürz und vielleicht ja doch noch eine Prise von diesem hier...“ Manuel Kaiser hört die Ratschläge. Der Freund, der dort auf ihn einspricht ist ausgebildeter Koch – ein echter Küchenprofi.
Manuel Kaiser ist es nicht. Besonders tragisch findet er das aber nicht. Im Gegenteil – denn wie bei den meisten Dingen im Leben kommt es auf die Leidenschaft an. In diesem Fall ist es die Leidenschaft fürs Kochen. Und so kann Manuel Kaiser die gut gemeinten Kommentare seines Freundes auch mit ebensolcher Gutmütigkeit ausschlagen. „Ich möchte ja schlussendlich auch, dass es mein eigenes Gericht ist und nicht von einem Koch vorgekocht wurde“, sagt Kaiser.

So ganz ohne Hilfe geht es dann aber doch nicht: das Rezept für seine „Chili-Schoko-Süßkartoffel-Suppe“ beruht auf einem Gericht, dass der 33-Jährige bei einem USA-Aufenthalt kennengelernt hat. Damals hatte Kaiser die Neugier gepackt. „Wie soll das denn schmecken?“, hatte er sich noch gefragt und war nach dem ersten Probieren total begeistert. So wie alle anderen auch, denen Kaiser seine eigene Kreation der süß-deftigen Suppe danach servierte.

Rewe-Filialleiter am Richtsberg

Durchschlagenden Erfolg hatte der Hobbykoch beim alljährlich stattfindenden  internationalen Suppenfest im Marburger Stadtteil Richtsberg. Unter 30 Mitbewerbern reichte es schlussendlich für den zweiten Platz. Vielmehr als der Gewinn eines Preises überzeugte ihn aber die Idee der Veranstaltung. „Der Richtsberg ist weit besser als sein Ruf“, sagt der 33-Jährige.

Kaiser muss es wissen, schließlich ist er nicht nur einmal im Jahr dort um Suppe zu kochen, sondern arbeite mitten im Herzen des oft als Problemviertel gescholtenen Stadtteils. Als Filialleiter des örtlichen Rewe-Marktes kennt Kaiser viele Familien, die als Kunden in seinen Laden kommen. Das Suppenfest bietet die Möglichkeit eine Austausch zwischen den vielen Kulturen herzustellen.




 
 
 
 
 
 
 
 
 


Wie wichtig es ist, sich dem Umfeld anzupassen, stellte Kaiser auch schon 2009 fest. Damals eröffnete sein Bruder eine Rewe-Filiale in Frohnhausen. Den Brüdern war es von Anfang an wichtig, sich in das Dorfleben zu integrieren. Schnell bauten die Kaisers Kontakte zu heimischen Bauern und Bäckern auf, die mittlerweile sowohl den Betrieb in Frohnhausen, als auch den am Richtsberg mit regionalen Produkten beliefern.

Manuel Kaiser übernahm dann im Jahr 2011 die Filiale am Richtsberg als Geschäftsführer. Seither ist er bemüht, ein gutes Verhältnis zu den Bewohnern und Kunden zu pflegen. Das Suppenfest stellt dabei eine Möglichkeit dar, direkt mit den Menschen in Kontakt zu treten. Für den Hobbykoch auch eine logistische Herausforderung. „Es ist schon was anderes, wenn man für mehr als 100 Leute kocht“, sagt Kaiser.

Zusätzlicher Zucker ist überflüssig

Seine Suppenkreation, die er für die Besser-Esser-Serie in seiner heimischen Wohnung zubereitet, ist süß, deftig, hat aber auch eine gewisse Schärfe. Ein wirkliches Geschmackserlebnis. Dafür, dass der Schokoladen-Anteil in der Suppe ist relativ gering ist, verleiht die Kakao-Tafel dem Gericht das gewisse Etwas.

Nach vielen Versuchen, hat Manuel Kaiser für sich die schmackhafteste Kombination der Zutaten herausgefunden: „Im Originalrezept steht, man solle noch Zucker hinzugeben. Durch die Süßkartoffel und die Schokolade finde ich die Suppe aber schon süß genug“.

Weniger Zucker, dafür etwas mehr Schärfe. Statt einer Chili, wandern bei Manuel Kaiser gleich zwei in den Topf. Dazu gibt es Milch und Sahne für die Hüfte und die Sämigkeit, sowie einen Gemüsefond als weiteren Geschmacksträger.
Lange hat ihn auch die Frage beschäftigt, ob das Gericht besser mit weißer oder dunkler Schokolade schmeckt. Das Ergebnis: „Nahezu alle, die das Gericht probiert haben, bevorzugen die Weiße“, sagt Kaiser. Egal ob dunkel oder hell – man muss es einfach probieren. Was sich zu Beginn recht merkwürdig anhört entpuppt sich dann als echte Leckerei.

von Dennis Siepmann

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Über die Süßkartoffel

Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas, auch Batate, Weiße Kartoffel oder Knollenwinde genannt) ist eine Nutzpflanze, die zu den Windengewächsen (Convolvulaceae) gehört. Mit einer Jahresernte von 126 Millionen Tonnen ist sie nach Kartoffeln und Maniok auf dem dritten Platz der Weltproduktion von Wurzel- und Knollennahrungspflanzen; größter Produzent ist die Volksrepublik China. Mit der Kartoffel, die zur Familie der Nachtschattengewächse zählt, ist die Süßkartoffel nur entfernt verwandt.

Sorten mit rotfleischigen Knollen sind sowohl hinsichtlich der Kocheigenschaften als auch ihres Aromas am besten. Die Knollen werden ähnlich wie Kartoffeln in gewaschenem und gegebenenfalls geschältem Zustand gekocht, gebacken, frittiert, überbacken oder gebraten. Die ungeschälte Zubereitung im Mikrowellenherd ist ebenso möglich. Der Geschmack bleibt dabei gut erhalten. Auch im Ofen kann sie mit Schale gegart werden. Gebackene Süßkartoffeln gehören zum traditionellen Truthahnmenü, das in den USA zu Thanksgiving gegessen wird. In der asiatischen, vor allem in der koreanischen Küche werden viel Süßkartoffeln verwendet und damit auch Nudeln hergestellt, die dort zum sehr beliebten Japchae zubereitet werden. Rohverzehr ist auch möglich. Ein typisches alkoholisches Getränk, das daraus gewonnen wird, ist Imojōchū in Japan. Das Kraut der Süßkartoffel wird in Afrika ähnlich wie Spinat zubereitet und oft als Beilage zu den Bataten serviert.

Quelle: Wikipedia

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Das Suppenfest

Der Richtsberg ist bekannt als Marburgs wohl buntester Stadtteil. Besonders deutlich wird dies beim alljährlich stattfindenden internationalen Suppenfest. Die Betonung liegt hierbei auf international. Es gibt Suppenkreationen aus Asien, dem arabischen Raum, aus Osteuropa aber auch deutsche Spezialitäten. Den Veranstaltern geht  es vorrangig um das gegenseitige Kennenlernen und den offenen, kulturellen Austausch. Menschen unterschiedlicher Kulturen werden auf kulinarischem Weg verbunden. „Essen hat etwas mit Gemeinschaft, mit sozialem Miteinander, mit Rücksicht und Teilen zu tun“, sagte Schirmherrin Rita Vaupel beim letzten Suppenfest im Februar dieses Jahres. Das Suppenfest wird auch im kommenden Frühjahr vom Verein Netzwerk Richtsberg in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde am Richtsberg gefördert und durch den Marburger Magistrat unterstützt werden.

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Suppenkunde

Suppen gelten traditionell als etwas Gesundes. Dass es sich dabei nicht nur um Volksglaube handelt, bestätigen wissenschaftliche Studien. Die Suppe kann das Immunsystem stärken, die Knochen kräftigen und Falten vorbeugen. Das liegt an den natürlichen Inhaltsstoffen. Dies gilt wohlgemerkt für frisch zubereitete Suppen, nicht etwa für Tütensuppen, die oftmals Stoffe enthalten, die der Haltbarkeit dienen und nicht der Gesundheit des Verbrauchers. Natürlicher Geschmack wird dort häufig durch industrielle Aromen und Geschmacksverstärker ersetzt. Die „echte Suppe“ hat nährstoffmäßig wissenschaftlich belegbare Vorteile. Das ergaben Studien an der früheren Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe (heute Max-Rubner-Institut). Demnach hat ein selbst gekochter Erbseneintopf mit Speck 275 Mikrogramm an B-Vitaminen, ein Trockenprodukt nur 121 Mikrogramm.

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Das Rezept: Die chilli(ge) Schoko-Kartoffelsuppe

Rezept für 4-5 Portionen:

  • 400 g Süßkartoffeln
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 400 ml Gemüsefond
  • 200 ml Milch
  • 100 ml Sahne
  • 40 ml Weißwein
  • 1 bis 2 Chilischoten (Habanero)
  • 80 g weiße Schokolade
  • etwas Butter
  • Salz, Pfeffer, Chilipulver

Zunächst die Zwiebel würfeln und mit Butter im Topf bei niedriger Temperatur angehen lassen. Chili waschen, entkernen, kleinhacken und dann zu der Zwiebel geben. Die Süßkartoffel schälen und würfeln, dann mit in den Topf und etwa fünf Minuten dünsten. Mit Weißwein ablöschen und weitere fünf Minuten einkochen lassen. Milch und Gemüsefond hinzu gießen und weiter köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Den Topf vom Herd nehmen und den Inhalt pürieren, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist. Anschließend kommt der Topf wieder auf den Herd. Bei geringer Wärmezufuhr wird die Schokolade in Stückchen beigegeben und unter ständigem Rühren die Sahne untergehoben. Abschließend mit Salz, Pfeffer und Chilipulver abschmecken, servieren und die überraschten Gesichter genießen.

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