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Der volle Geschmack des Nordens

Besser-Esser Der volle Geschmack des Nordens

Die schwedische Küche als verbindendes Element. Nicht nur die Liebe geht durch den Magen, sondern auch Freundschaften. In Marburg soll nun das gemeinsames Kochen und Essen die Menschen zusammen bringen.

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Quelle: Nigar Ghasimi

Marburg. „Man ist nie ausgelernt“, sagt Andre Schmidt, der seinen Beruf als eine Herausforderung wahrnimmt, die ihm immer wieder neue Möglichkeiten bietet. Der ambitionierte Jungkoch sorgt in der kommenden Woche für das leibliche Wohl während der „Schweden-Woche“ im Kaufhaus Ahrens. Von „Köttbullar“, „Pytt i Panna“ und „Varmkorv med Mos“ (siehe linke Randspalte) werden dann verschiedenste schwedische Köstlichkeiten serviert. Auch Lachssteak mit Butterreis, Gurken-Dill-Salat und Süßkartoffeln stehen auf dem Speiseplan.

Seine persönliche Liebe zu dem skandinavischen Land macht die „Schweden-Woche“ zu einem besonderen Genuss für den 26-Jährigen. Leider sei er bislang noch nicht dazu gekommen, Schweden selbst zu bereisen. Dass Kochen der nordischen Spezialitäten bringt ihn nun aber in die glückliche Situation, sich intensiv mit der schwedischen Küche auseinandersetzen zu können.

Schmidt ist ehrgeizig. Nicht nur in der Küche. Sein Abitur holte er an der Abendschule nach. Für Peter Schampel, den Leiter der Ahrens-Gastronomie, war Schmidt die erste Wahl, als es darum ging, einen Koch für die Schweden-Woche auszuwählen. „Er ist ein sehr fleißiger und ehrgeiziger Mitarbeiter und ich bin absolut überzeugt von seiner Arbeit.“
Der junge Koch kennt auch schon so manchen Trick oder Kniff bei der Zubereitung, die er gerne verrät. Zum Beispiel wenn es um das Thema Köttbullar geht. „Eine Besonderheit ist, dass wir das Hackfleisch zunächst blanchieren, bevor wir es in der heißen Pfanne anbraten. Das macht die beliebten Fleischbällchen besonders schmackhaft.“

Ein Vorteil der schwedischen Küche: Alle Zutaten sind einfach zu besorgen, erklärt Schmidt. Das meiste bekomme man im Supermarkt. Das Gemüse sogar eventuell aus dem eigenen Garten. Wichtigstes Kriterium dabei: die Frische und Qualität der verwendeten Zutaten.

Zusammen über den Tellerrand schauen

„Essen verbindet“, weiß Hilde Rektorscheck. Als Gründungsmitglied des Deutsch-Schwedischen Freundschaftsvereins ist sie an allem interessiert, was Verständigung und Gemeinschaft fördert. „Durch Essen kommen sich Menschen und Völker näher und das möchten wir durch unser Vorhaben unterstützen. Es gibt viele Schwedenfreunde und wir wollen für sie und auch andere Interessenten ein Angebot gestalten, sodass auch einmal über den Tellerrand geschaut werden kann“, erklärt Rektorschek.

Aus der erstmaligen Kooperation zwischen der Gastronomie des Kaufhauses Ahrens, der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Marburg und dem Deutsch-Schwedischen Freundschaftsverein Marburg entsteht nun ein transkulturelles Ereignis, das nicht nur Schweden-Liebhabern eine große Freude machen soll. Es sei ein Gewinn für die teilnehmenden Organisationen, aber besonders für die Bürger Marburgs, erklärt der Ideengeber des Deutsch-Schwedischen Freundschaftsvereins Lothar Hofmann. In diesem Fall lautet sein Ziel: ein besonderes Event auf die Beine stellen.

Bereits bei vergangenen Veranstaltungen habe man darauf geachtet, einen neuen Aspekt in Stadt und Gesellschaft zu bringen, erklärt Hofmann. Als Beispiele nennt er das Mittsommerfest, das bereits drei Mal stattgefunden hat, und das Luciafest in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien in Marburg.
Unterstützt wird dieser Austausch durch ein vielfältiges gastronomisches Programm, das am kommenden Montag in der Ahrens Gastronomie beginnen soll und bis Samstag, den 24. September, seine Gäste mit typischen schwedischen Gerichten verwöhnt.

Damit die vorausgegangenen Gaumenfreuden nachgekocht werden können, findet kommenden Freitag (23. September) von 18 bis 21 Uhr in der Evangelischen Familienbildungs­stätte Marburg ein schwedischer Kochkurs statt, zu dem Antje Feddersen, die pädagogische Leiterin und Fachkreisleiterin für Ernährung und
Gesundheit, herzlich einlädt.

von Nigar Ghasimi

 
Das Rezept
Original schwedischer Möhrenkuchen
von Andre Schmidt

Zutaten

  • 3 Möhren (etwa 200 Gramm)
  • 50 Gramm Mandeln oder Haselnüsse
  • 2 Eier
  • 200 Milliliter Zucker
  • 1 Teelöffel Zimt
  • (einen halben Teelöffel Ingwer)
  • 1 Teelöffel Vanillezucker
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 200 Milliliter Mehl
  • 100 Milliliter Speiseöl

Zutaten für Frischkäse-Creme Glasur

  • 100 Gramm Frischkäse Doppelrahmstufe
  • 50 bis 100 Milliliter Puderzucker
  • eventuell ein Teelöffel ausgepresste Zitrone

Zubereitung

Ofen auf 175 Grad vorheizen. Geraspelte Möhren mit feingehackten Nüssen vermischen. Eier und Zucker hinzugeben und umrühren. Danach das Speiseöl in den Teig träufeln. In einer Schale Zimt, eventuell Ingwer, Vanillezucker, Backpulver und Mehl vermengen und nach und nach mit dem Teig verrühren. Springform mit Butter ausstreichen. Teig hineingeben, gleichmäßig verteilen und 45 Minuten im Ofen backen. Anschließend 5 bis 10 Minuten abkühlen lassen. Für die Glasur den Frischkäse mit Puderzucker und Zitronensaft verrühren und über den Kuchen streichen. Fertig.

Smaklig måltid! (Guten Appetit!)
 
Der Verein
Der Deutsch-Schwedische Freundschaftsverein sieht seine Aufgabe darin, eine Brücke zwischen der deutschen und der schwedischen Kultur zu schlagen. Er möchte einen Raum für Austausch schaffen. Themen können kultureller, politischer, wirtschaftlicher oder geistiger Natur sein. Dies verwirklicht der Verein durch Vorträge, Lesungen und Liederabende. Auch Reisen und das Feiern von traditionellen schwedischen Festen steht auf dem Programm.
 
Das Rezept
Chokladbollar - Schokoladenkugeln
von Andre Schmidt

Zutaten

  • 50 Gramm weiche Butter
  • 200 Milliliter Zucker
  • 1,5 Teelöffel Vanillezucker
  • 4 bis 5 Teelöffel Kakao (ungesüßt)
  • 350 Milliliter Haferflocken
  • 100 Milliliter Kokosraspeln
  • 2 bis 3 Esslöffel starker Kaffee (kalt), alternativ: Wasser oder Orangensaft
  • Kokosraspeln oder Hagel-zucker zum Garnieren

Zubereitung

Die weiche Butter, Zucker und Vanillezucker verrühren. Kakao, Haferflocken und kalten Kaffee hinzufügen und ordentlich miteinander vermengen. Den fertigen zähen Teig zu kleinen Bällen formen. Ist der Teig zu weich, vor dem Rollen im Kühlschrank etwas abkühlen lassen. Dann die Kugeln in einen mit Hagelzucker oder Kokosflocken gefüllten Teller rollen, so dass die Garnierung gleichmäßig auf der Kugel verteilt haften bleibt. Bis zum Verzehr (idealerweise etwa
 eine Stunde) im Kühlschrank lassen.

 

Die Fakten

Die schwedische Küche ist von ländlicher Hausmannskost geprägt. Die Zubereitung der Speisen ist meist wenig kompliziert und deshalb auch für Kochanfänger geeignet. Neben Gerichten aus Fisch, Hackfleisch oder Wild beinhaltet die Küche auch zahlreichen Backwaren- und Süßspeisenvariationen. Frühstück, Mittag- und Abendessen bestehen meist aus selbstgemachten Komponenten, sodass zum Frühstück auch gerne selbstgemachte
Marmelade auf das frischgebackene Brot kommt.
„Pytt i panna“ ist eine traditionelle schwedische Restemahlzeit, die in Schweden bereits bei Kindern beliebt ist. Der Name, der übersetzt „winzig in der Pfanne“ heißt, verrät bereits, dass alle Zutaten in winzige Stücke geschnitten und knusprig gebraten werden. Kartoffeln, Fleisch, Wurst und Zwiebeln kommen dazu in die Pfanne. Traditionell wird ein Spiegelei, eine aufgeschnittene Salatgurke oder eingelegte rote Beete dazu
serviert. Es gibt zahlreiche
Rezeptvariationen.
„Varmkorv med mos“ ist ein Gericht, das sich auch hierzulande großer Beliebtheit erfreut. Das Würstchen mit (Kartoffel-)Brei lässt sich im Nu zubereiten und bedarf nur weniger Zutaten, die in jedem Supermarkt zu finden sind.
„Köttbullar“ – die traditionellen schwedischen Fleischbällchen – sind nicht nur die Leibspeise
von Karlsson vom Dach, sondern auch in Deutschland bekannt und beliebt. In Schweden werden sie traditionell aus Elchfleisch, Ei, Paniermehl, Zwiebeln und Milch oder Sahne zube­reitet.

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