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Heiße Küche und eisiger Keller

Besser Esser Heiße Küche und eisiger Keller

Seit April hat das „Q“ am Marburger Pilgrimstein geöffnet. Inhaber Jörg Schlimmermann ist aber noch lange nicht am Ende seiner Pläne.

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Eine der Spezialitäten im "Q": Das vegane Gemüsecurry.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Traditionell, international und regional – so beschreibt das „Q“, sein wechselndes Essensangebot. Seit April hat das Restaurant am Pilgrimstein neu eröffnet und seit Mai auch eine Küche. Frühstück gibt es im „Q“ schon ab 8 Uhr an. „Unser Ziel ist es aber, schon um 7 Uhr zu öffnen“, erklärt Schlimmermann.

So solle der arbeitenden Bevölkerung die Chance gegeben werden, noch vor der Arbeit in Ruhe etwa ein Croissant zu essen und die Zeitung zu lesen. „Die Möglichkeit dazu besteht um die Uhrzeit ja nur in Hotels oder Bäckereien“, erklärt Schlimmermann.
Neben dem Frühstück bietet das „Q“ seinen Gästen aber auch zu allen Tageszeiten Essen an. Um möglichst viele Gäste zu bedienen, überlegt Schlimmermann, ob er nicht auch eine reine Mittagskarte mit aufnimmt, um die Hauptzeit abzudecken.

Eiskeller

Ein Eiskeller ist ein ganz oder teilweise unterirdisches Bauwerk, das früher zum Aufbewahren von Eis genutzt wurde. Kleinere Eiskeller wurden noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und vereinzelt sogar bis in die 1950er Jahre genutzt. Die meisten Eiskeller sind abgerissen, zugeschüttet oder verfallen. Nur wenige Eiskeller wurden restauriert.

Jörg Schlimmermann und sein Team aber haben die Eiskeller Marburgs vom meterhohen Schutt befreit und wieder zugänglich gemacht. Anfang des 19. Jahrhunderts waren zwei bis zu 30 Meter lange parallele Stollen in den Sandsteinfelsen getrieben worden. Die Familie Bopp nutzte die Keller zum Einlagern von Eis aus der Lahn für die warmen Sommermonate. Damit sollte das obergärige Bier der Marburger Brauerei kühl gehalten werden.

Schlimmermann will die Eiskeller, nachdem das alte Kesselhaus restauriert und mit dem jetzigen „Q“ zusammengeführt wurde, für die Allgemeinheit zugänglich machen. Besucher können dann entweder als Café-Gäste in den Eiskellern stöbern oder ­Verzehrgutscheine als Eintrittskarten erwerben.

Saisonale und lokale Lebensmittel sind Schlimmermann wichtig. Die Eier bezieht das „Q“ vom Naturlandhof Richard Fett aus Amönau, das Gemüse vom Biohof Gaus-Staubitz aus Wittelsberg und das Fleisch von Andreas Lauer aus Cölbe.
Ein Schwerpunkt des „Q“ ist aber definitiv die Kaffeevielfalt.

Dazu hat Schlimmermann Julius Niemann als Barista eingestellt, der die Gäste mit seinen kreativen Kaffee-Spezialitäten verwöhnt. Der 23-Jährige kümmert sich nebenbei auch noch um das Marketing. Den Kaffee bekommt das „Q“ aus der Rösterei in Kehna. Niemann baut nebenbei aber auch seine eigene Rösterei „Brewfactory“ auf.

Wenn Schlimmermann und Niemann ihre Köpfe zusammenstecken, kommen dabei allerhand interessante Ideen heraus. So zum Beispiel der „Pumpkin Spice Latte Macchiato“ (siehe „Das Rezept“), bei dem die klassische italienische Kaffeespezialität mit dem Sirup eines Kürbisses verfeinert wird, oder aber auch der „Ice-Stick-Coffee“. Bei dieser abgewandelten Form des Eiskaffees haben die beiden aus der Not eine Tugend gemacht.

„Wenn wir Espresso zubereitet haben, blieb ohnehin immer einer übrig“, erklärt Niemann, „den haben wir dann eingefroren und wiederverwendet.“ Zusammen mit Vanillesirup und Milch werden dann die „Coffee-Sticks“ serviert – und den Stärkegrad seines Eiskaffees kann jeder Gast selbst bestimmen, indem er so oft er will, mit dem Löffel umrührt.

Zum Kaffee gibt es dann ein Stück Kuchen – gerne aber auch eine richtige Sahnetorte. „Wir haben für unsere Bäcker eine eigene Anzeige ausgeschrieben“, sagt Schlimmermann. Der Kniff: Das „Q“ suchte explizit nach Bewerbern im Alter von über 50 Jahren. „Das kam gut an. Wir wollen Torten anbieten, wie man sie von zuhause kennt“, sagt Schlimmermann. Drei Hobbybäcker hat das „Q“ so bereits gefunden.

Nebenbei gibt es Kuchen vom Blech – aber auch Kekse. „Man trifft sich mit seinen Freunden auf einen Kaffee und isst dabei eine Schüssel Kekse. Da kommen Kindheitserinnerungen hoch“, schwärmt Schlimmermann. Aber nicht nur essen kann man im „Q“. Auch kulturelle Angebote stehen den Gästen zur Verfügung. Das „Q“ vereint viele Stilrichtungen miteinander und soll nicht nur Raum zum Essen, sondern auch zum Leben bieten.

30 Sitzmöglichkeiten bietet das Café im Moment noch. Darunter so schräge Plätze wie auf und an der Fensterbank oder auf Kindersofas. Einhundert sollen es einmal werden – dann, wenn der Durchbruch zum ehemaligen Kesselhaus erfolgt ist und die Gäste die traditionellen Marburger Eiskeller in Augenschein nehmen können.

von Tobias Kunz

Das Rezept

Veganes Gemüsecurry

von Elena Focht

  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 Paprika
  • 1 Zucchini
  • 1 Brokkoli
  • 5 Karotten
  • 2 Äpfel (säuerlich)
  • 1 halbe Ananas
  • 1 halbe Mango
  • Orangensaft
  • Currypulver
  • frischer Ingwer
  • 400 ml Kokosmilch

Sauce: Die Zwiebel würfeln und in Pflanzenöl anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, die klein geschnittenen Äpfel, Ananas und Mango sowie Ingwer und Knoblauch dazugeben und kurz mit anbraten. Das Currypulver unterrühren und im Anschluss mit Orangensaft ablöschen. Danach die Kokosmilch hinzugeben und 20 Minuten köcheln lassen. Dann alles mit einem Pürierstab zerkleinern und mit Salz, Pfeffer und ein wenig Zucker abschmecken.

Gemüse: Die Karotten in Pflanzenöl andünsten. Nach circa fünf Minuten Paprika und Zucchini dazugeben und salzen. Zeitgleich den Brokkoli in einem separaten Topf mit Salzwasser kochen. Im Anschluss das Gemüse unter die Sauce rühren und mit Reis servieren.

Pumpkin Spice Latte Macchiato

von Julius Niemann

  • 1 Kürbis
  • Zucker
  • Nelken
  • Ingwer
  • Chilipulver
  • Milch
  • Espresso

Den Kürbis am Stück in einem Backofen erhitzen und im Anschluss pürieren. Danach Zucker in einem Topf Wasser erhitzen, bis er sich auflöst. Das Kürbispüree hinzugeben und mit Nelken, Ingwer und Chilipulver abschmecken. Das Ganze 30 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb abgießen, damit ein dickflüssiger Sirup entsteht. Den Sirup am Rande eines hohen Glases verteilen und mit heißer Milch sowie einem Espresso aufgießen.

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