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Vom Labor ins Büro

Baby-Glück Vom Labor ins Büro

Für viele schwangere Frauen, die in Marburgs Pharmaunternehmen oder an der Uni-Klinik arbeiten, gelten besondere Schutzvorschriften.

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Eine Wissenschaftlerin arbeitet in einem Embryologie-Labor. Im Pharmaunternehmen GSK erhalten Mitarbeiterinnen während der Schwangerschaft einen Büroarbeitsplatz.

Quelle: Bernd Wüstneck

Marburg. „ Arbeitsschutz ist bei Ärztinnen ein heikles Thema“, sagt eine Medizinerin. Man wolle sich Infektionsrisiken nicht aussetzen, aber auch nicht die Kollegen belasten. Wie sieht es generell in medizinischen Berufen aus? Sobald dem UKGM eine Schwangerschaft angezeigt wird, führt der betriebsärztliche Dienst eine Arbeitsplatzbeurteilung durch, erklärt UKGM-Sprecher Frank Steibli. Arbeitgeber und Regierungspräsidium in Gießen erhalten das Ergebnis.

„Der betriebsärztliche Dienst berät die Schwangere in Verbindung von medizinischem Arbeitsschutz und Mutterschutz in allen Belangen - und zwar unabhängig von ihrem Status, ob nun Ärztin oder Pflegekraft oder Mitarbeiterin in Service, Küche oder Verwaltung.“ Das UKGM gibt zudem Hinweise an die schwangeren Mitarbeiterinnen, bezieht sich dabei auf die Schutzvorschriften aus dem Mutterschutzgesetz. So sollen die Frauen „Patientenmaterial­ (zum Beispiel blutige Kanülen)“ meiden. „Möglich ist aber die Arbeit unter übersichtlichen und erkennbar risikoarmen Bedingungen, wenn Sicherheitsmaterial verfügbar ist und wenn Mitarbeiterinnen es so wünschen.“

GSK bietet Service für junge Mütter

Der Umgang mit krebserregenden Gefahrstoffen oder Röntgenstrahlen sei unter anderem verboten, die Arbeit in der Notfall-Versorgung sollte vermieden werden. „Möglich, wenn Mitarbeiterinnen es wünschen, ist aber sehr wohl auch ein Einsatz auf der Intensivstation mit gefährdungsfernen Routineaufgaben, wenn abgesichert ist, dass die Beschäftigten für ­direkte medizinische Invasiv-Tätigkeiten oder Notfallmaßnahmen am Patienten nicht zuständig sind.“

Das Pharmaunternehmen GSK hat, abgesehen von den Mutterschutzvorschriften, noch eine eigene Regel: Es verlegt ab Bekanntgabe der Schwangerschaft die Arbeitsplätze der betreffenden Mitarbeiterinnen in Laboren umgehend in Bürobereiche, so GSK-Sprecher Dr. Volker Husslein. Dem Unternehmen gehe es aber nicht nur um Arbeitsschutz, sondern auch um besonderen Service für werdende und jüngere Mütter.

„Wir planen derzeit eine Geburtsbeihilfe von 200 Euro bei der Geburt eines Kindes zu zahlen, die Vereinbarung wird nächste Woche vom Betriebsrat unterschrieben.“ Zudem bietet GSK ein sogenanntes „Nanny Netzwerk“ an: In Notsituationen (zum Beispiel wenn Kind oder Babysitter krank sind oder die Kita streikt) übernimmt die Firma die Kosten einer professionellen Kinderbetreuung für bis zu 16 Stunden im Jahr. Die Kinderbetreuung könne innerhalb von weniger als vier Stunden eine Betreuung auch vor Ort bereitstellen.

von Anna Ntemiris

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