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Mode in anderen Umständen

Schwangerschaft Mode in anderen Umständen

Auch ohne schwanger zu sein, ist die Wahl der „passenden“ Klamotten oftmals schon schwierig genug. Für werdende Mütter tun sich aber noch ganz andere Probleme auf.

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In einer gestellten Szene trägt eine Soldatin in Berlin Umstandsmode. Foto: Jana Neumann/Bundeswehr

Quelle: Jana Neumann

Marburg. Stützstrümpfe sind wahrlich nicht sexy: Sie sehen nicht nur hässlich aus, sondern man benötigt sehr viel Zeit, um sie aus- und anzuziehen. Und an warmen Sommertagen wie diesen sind sie einfach nur lästig. Womit wir beim Problem wären. Besonders an warmen Tagen schwellen bei vielen Schwangeren die Beine stark an.

Gesetzliche Krankenkassen­ übernehmen für Betroffenen in der Regel zwei Paar maßgeschneiderte Stützstrümpfe - in den Farben schwarz oder beige. Ständiges Waschen ist daher eine weitere Begleiterscheinung für die werdende Mama. Zum Umstandskleidchen kommen also noch die festen Strümpfe - wer mag kann sie übrigens noch sexy aufmotzen lassen und mit etwas Spitze bestellen, auch Schwangere sollen ja „feminin“ sein. Apropos feminin: Wer dachte, nur der Bauch wächst, der irrt sich: Viele Frauen legen­ auch an den Oberarmen, Hüften, Armen zu.

Spätestens hier schaltet sich der Kopf ein: Wer bisher die Größe XS oder S (Small, deutsch schmal) trug, muss sich damit abfinden, dass nun L wie large (also groß) auf dem Shirt steht.

Große Auswahl lohnt sich nicht

Der Modegeschmack, der Stil einer Frau, ändert sich in den neun Monaten in der Regel nicht, häufig kann sie ihn allerdings nicht ausleben - so viel Auswahl gibt es in der Region im Handel nunmal auch nicht.

Für die modebewusste Frau bleiben Designerkleider für Schwangere ein Traum, selbst im Onlinehandel sind Grenzen gesetzt. Für die Mode gibt es da also noch Potenzial, wirtschaftlich lohnt es sich für den kleinen Fachhandel nicht, ein großes Sortiment an Umstandsmode bereitzustellen, heißt es in der Marburger Geschäftswelt.

Als der Lebensmitteldiscounter kürzlich Umstandsmode im Angebot hatte, waren die Kleider im Nu ausverkauft. An den Wühltischen sprachen sich die Schwangeren über den Mode-­Frust aus, tauschten Tipps aus. Und so manch baldige Mama­ bekannte, dass ihr einfach nichts mehr richtig passe, was wirklich schön aussehe und bezahlbar sei.

Wenn auch nicht der Einzelhandel, so hat doch die Bundeswehr inzwischen auch bemerkt, dass jede Frau - auch Soldatinnen und Uniformträgerinnen - dem Körper angepasste Kleidung tragen möchte.

Derzeit testen rund 60 der 20000 Soldatinnen in der Bundeswehr spezielle Umstandsmode. In dem Trageversuch ­genannten Test beurteilen die Frauen Passform und Tragekomfort der Umstandsvariante von Dienstanzügen und Feldbekleidung (siehe Hintergrundkasten) - Stützstrümpfe lassen sich darunter sicherlich unbemerkt tragen.

von Anna Ntemiris

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