Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Wind, Wellen und ein Geräusch: platsch

Abenteuer Sport: Windsurfen Wind, Wellen und ein Geräusch: platsch

Bei Windstärke drei bis vier haben erfahrene Surfer großen Spaß. Für Anfänger war der Wind eigentlich etwas zu stark und brachte auch noch Regen mit.

Voriger Artikel
In die "Welt der Stille" eintauchen
Nächster Artikel
Der virtuelle Coach hat das Sagen

Acht Mal fällt OP-Volontär Philipp Lauer bei seinen ersten Surf-Versuchen in den Niederwälder See. Hier hält er ausnahmsweise die Balance.

Quelle: Philipp Lauer

Niederwald. Platsch. Auf dieses Geräusch muss sich einstellen, wer windsurfen möchte. Besonders, wenn es bei starkem Wind zum ersten Mal im Surfkurs auf das Brett geht.

Nach und nach treffen die Kursteilnehmer ein – manche ganz lässig, weil sie bereits erste Erfahrungen auf dem Wasser mitbringen, andere ein wenig aufgeregt. Sechs Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren wollen das Surfen für sich entdecken. Am Ende der Woche steht für Ramona, Matthea, Marina, Amelie, Max und Jonas die Prüfung zum Surf-Grundschein an. Surflehrer Wolfgang Fischer (kleines Foto) begrüßt die Nachwuchssurfer: „So wie es aussieht werden wir heute vielleicht auch von oben nass. Dass ihr von unten nass werdet, kann ich euch versprechen.“

Bevor es mit den Brettern auf den Baggersee gehen kann, zeigt uns Fischer, wie man die Segel zusammenbaut, in der Fachsprache „aufriggt“. Dabei helfen uns auch die erfahrenen Surfer Sina Lotz und Marjan Boguslawski. Damit der Wind die Segel nicht vorzeitig davonweht, binden wir sie vorerst an Bäumen fest.






 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Zumindest etwas näher ans Wasser bringt uns Fischer auf dem Simulator am Ufer. Auf einem drehbaren Gestell ist dort ein Surfbrett mit Segel montiert. Darauf übt jeder die Technik erst mal im Trockenen.
Auf dem Brett gehe ich in die Hocke, hebe das Segel mit der Aufholleine hoch und richte meinen Oberkörper auf. Sofort spüre ich, mit welcher Kraft der Wind in das relativ kleine Segel hineinbläst. Wenn ich dagegenhalte und das Segel leicht abkippe, dreht sich das Brett auf dem Gestell. So richtig in die Tat umsetzen kann ich nicht, was Wolfgang Fischer eben erst erklärt hat. Es scheint eher Glück zu sein, ob meine Bewegungen am Segel den gewünschten Effekt haben. Wahrscheinlich denke ich zu viel nach.

Auch wenn ich den Dreh noch nicht raus habe, zieht es mich jetzt auf den See. Den anderen Surfschülern geht es ähnlich. Zuerst zwänge ich mich aber in einen hautengen Neoprenanzug. Damit ich ein Gefühl dafür bekomme, das Gleichgewicht auf dem Brett zu halten, steige ich zunächst auf eines ohne Segel. Marjan Boguslawski motiviert mich: „Das ist so zwar noch wackliger, aber eine gute Übung.“ Weil ich diese sogar ohne Tauchgang hinter mich bringe, kann ich jetzt endlich mit dem Surfen beginnen. Die starken Böen ziehen mir um die Ohren und bereiten mir Sorgen.

Zum Aufsteigen richte ich das Brett so aus, dass ich den Wind im Rücken habe und das Segel auf der Wasseroberfläche im 90-Grad-Winkel geradeaus zeigt. Ich ziehe mich rauf, die raue Oberfläche des Surfboards reibt an den Knien. „Das schafft man irgendwann auch ohne Schmerzen“, tröstet Boguslawski.

Für die OP-Serie Abenteuer Sport hat OP-Volontär Philipp Lauer das Windsurfen auf dem Niederwälder Baggersee ausprobiert.

Zur Bildergalerie

Auf dem Simulator war es stabil, jetzt wackelt das Brett bedenklich, als ich das Segel aus dem Wasser ziehen will. Immer wieder muss ich es fallen lassen, um das Gleichgewicht zu halten. Und dann bewegt sich das Brett auch schon vorwärts. Alles andere als kontrolliert nimmt es Fahrt auf. Um zu wenden, müsste ich jetzt vor dem Segelmast herum über das Brett laufen. Für einen Anfänger eine große Herausforderung, zumal bei dem starken Wind. Und platsch. Marjan Boguslawski kommt auf einem Brett ohne Segel angepaddelt und zeigt mir, wie das Manöver eigentlich läuft.

Beim nächsten Versuch bekomme ich das Brett tatsächlich gewendet und soll zur Übung gezielt auf eine große rote Boje zufahren. Das klappt erstaunlich gut und bereitet mir ein unverhofftes Erfolgserlebnis. Kurz darauf erwischt mich allerdings wieder eine Böe auf dem falschen Fuß, platsch. Dennoch entwickle ich langsam ein Gefühl für das Zusammenspiel von Wind, Segel, Brett und Wasser. Die Sonne kommt kurz hinter den Wolken hervor und es geht noch eine Runde über den See, dann ans Ufer.

Man muss nur immer wieder aufs Brett steigen

Erst dort wird klar, wie anstrengend die Surfstunde war. „Das Segel immer wieder aus dem Wasser zu ziehen und gegen den Wind zu halten, kostet viel Kraft“, erklärt Sina Lotz. Zudem erfordert der Balance-Akt zwischen Wind und Wellen jede Menge Körperspannung. „Das macht für mich das Surfen aus, den Wind und die Wellen zu bewältigen“, sagt Fischer. „Man ist der Natur sehr nahe und an der frischen Luft unterwegs.“ Außerdem sei der Sport sehr vielseitig. „Wer Lust darauf hat, es mal auszuprobieren, sollte nicht wasserscheu sein und mit Spaß an die Sache rangehen.“

Platsch. Insgesamt achtmal bin ich in den Niederwälder See gefallen. Trotzdem hat mich dieser Sport schnell gepackt. Man muss nur immer wieder aufs Brett steigen.

von Philipp Lauer

Surfen Lernen
Der TSV Kirchhain bietet regelmäßig Schnuppertage und 5-tägige Surfkurse an.
Der nächste Kurs findet vom 31. August bis zum 4. September statt. Es sind noch wenige Plätze frei. Interessierte finden weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten auf der Homepage des Vereins.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sporttabellen
Bild des Tages