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Liebe am Arbeitsplatz: Was geht nicht?

Verstohlene Blicke hinter dem Monitor, eine flüchtige Berührung in der Kaffeeküche: Wer mit einem Kollegen eine Beziehung hat, hat es nicht unbedingt leicht. Die Liebe geheim halten oder offen zeigen? Psychotherapeut und Buchautor Wolfgang Krüger gibt ein paar Tipps.
Wer eine Beziehung mit einem Kollegen führt, turtelt besser nur privat. Küsschen und Händchenhalten sollten am Arbeitsplatz tabu sein.

Wer eine Beziehung mit einem Kollegen führt, turtelt besser nur privat. Küsschen und Händchenhalten sollten am Arbeitsplatz tabu sein.

© Jens Kalaene

Berlin. Wird Liebe am Arbeitsplatz gern gesehen?

 

Wolfgang Krüger: Das ist unterschiedlich. Früher wurden Verhältnisse bei der Arbeit nicht gern gesehen. Es gab Firmen, bei denen vereinbart wurde, dass Liebesfälle zu melden sind. Das gilt in den meisten Firmen immer noch.

 

Gibt es auch Firmen, bei denen Liebe unter Mitarbeitern kein Problem ist?

 

Krüger: Mittlerweile gibt es aber auch Unternehmen, die Liebe am Arbeitsplatz nicht nur tolerieren, sondern als normal erachten. Viele begrüßen die Liebe sogar. Sie sind der Meinung, das Arbeitsklima verbessert sich dadurch. Viele Firmen gehen davon aus, dass der Aufenthalt am Arbeitsplatz nicht nur aus Arbeit besteht, sondern auch Freizeit dazu gehört. Wir wissen auch, dass jede dritte Beziehung am Arbeitsplatz stattfindet. Was auch klar ist, wenn man dort jeden Tag acht Stunden verbringt.

 

Was sollte man beachten, wenn man sich am Arbeitsplatz verliebt?

 

Krüger: Ich würde erstmal nach drei Dingen gucken. Das erste ist, ob die Liebe anhält. Nach einem Vierteljahr merke ich normalerweise, ob es etwas Ernstes ist oder nicht. Deshalb erstmal die Füße und Hände stillhalten. Wenn die Beziehung länger als drei Monate dauert und ich merke, dass es ernst wird, kann ich etwas unternehmen. Dann macht es zweitens Sinn, die engeren Kollegen und den Chef bei Kaffee und Kuchen einzuweihen.

 

Und was ist der dritte Punkt?

 

Krüger: Das dritte ist, dass ich nichts Persönliches am Arbeitsplatz mache. Kein Küssen, kein Händchenhalten, das gehört da einfach nicht hin. Das gibt böses Blut, vor allem, wenn es mehrere machen. Mitarbeiter reden dann häufig nur noch darüber, wer was mit wem treibt, wer wo Sex hatte, und das Unternehmen verwandelt sich in eine Klatschpresse. Genauso sollte man sich nicht in der Mittagspause mit dem Liebsten zurückziehen. Es gilt der Grundsatz: Arbeit ist Arbeit, Privates ist Privates.

 

Kann man die Liebe auf lange Zeit verheimlichen?

 

Kürger: Sie müssen von einer Sache ausgehen. Wenn Sie eine längere Beziehung haben, dann kriegen die anderen das mit. Das strahlen Sie aus, so etwas ist schwer zu verbergen.

 

Was sind die Anzeichen?

 

Krüger: Sie gucken den Kollegen anders an, haben glänzende Augen. Wenn Sie neben ihm sitzen, verhalten Sie sich anders. Vielleicht entfernen Sie einen Krümel von seinem Anzug, etwas, das Sie auch in ihrer Freizeit tun würden. Jeder in der Firma kriegt mit, die beiden haben was miteinander. Deshalb ist es einfach besser zu sagen "Wir sind zusammen". Allerdings sollte das erst bei einer längeren Beziehung der Fall sein, wenn die Probezeit überstanden ist. Man möchte nun auch nicht immer falschen Alarm schlagen.

 

Was passiert bei einer Trennung?

 

Krüger: Sie können wieder im kleinen Kreis kommunizieren, dass es vorbei ist. Die meisten werden nichts dagegen haben, Trennungen sind normal. Wenn Sie sich fünfmal hintereinander trennen, kommt das anderen vielleicht etwas merkwürdig vor. Wenn Sie sich im Guten getrennt haben, müssen Sie sich auch nicht unbedingt versetzen lassen. Es kommt darauf an, ob sie mit der Person noch zusammenarbeiten wollen.

 

Literatur:

 

Wolfgang Krüger: Liebe ist - den ersten Schritt zu tun, 160 Seiten, Verlag Herder, 2015, 14,99 Euro, ISBN-13: 345161328X

dpa


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