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Firmengründung mit Freunden: Gemeinsame Defizite erkennen

Arbeit Firmengründung mit Freunden: Gemeinsame Defizite erkennen

Man versteht sich und hat viel Spaß zusammen - so stellen es sich viele vor, eine Firma mit Freunden zu gründen. Doch wenn Kumpel zu Geschäftspartnern werden, geht es ohne klare Regeln nicht.

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Wenn Freunde gemeinsam eine Firma gründen, ist es meist eine besondere Herausforderung, der persönlichen Ebene eine professionelle hinzuzufügen.

Quelle: Tobias Kleinschmidt

Berlin. Wer mit Freunden zusammen eine Firma gründet, läuft Gefahr, wichtige Aufgaben zu übersehen. "Im Freundeskreis teilt man meist ähnliche Erfahrungen, Ansichten und Kompetenzen", erklärt, Tim Gemkow vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. "Zwei technikaffine Gründer haben zum Beispiel beide eventuell wenig Ahnung vom Marketing, so dass ihre eigentlich gute Geschäftsidee nicht zur Entfaltung kommt." Hier sieht der Experte erhöhten Beratungsbedarf: "Sie müssen bereits im Vorfeld der Gründung klären, für welche Aufgaben sie die Hilfe Dritter benötigen und ob sie zusätzliche Personen mit anderen Fähigkeiten an Bord nehmen wollen."

Eine besondere Herausforderung sei meist, der persönlichen Ebene eine professionelle hinzuzufügen: "Unter Freuden gibt es zum Beispiel oft nur vage Verabredungen, weil man weiß, wie der andere in bestimmten Situationen reagiert", sagt Gemkow. "Im Geschäftsalltag kommen jedoch neue Herausforderungen hinzu, in denen die Freunde neue Seiten von einander kennenlernen." Hier braucht es klare Absprachen. Etwa darüber, ob und zu welchen Bedingungen bei persönlichen finanziellen Engpässen Geld vom Firmenkonto entliehen werden darf, oder was im Fall des Ausscheidens eines der Gründer geschieht.

Gründen müssen vorab klären, was genau ihr Produkt ist, wer welche Aufgaben übernimmt und welche geschäftlichen Ziele sie verfolgen. Wichtig sind außerdem die Fragen, wer wie viel Kapital einbringt und was mit dem Gewinn passiert. Unter Freunden kommen sie jedoch oft zu spät auf die Agenda, weil sie glauben, sich blind zu verstehen. Ein Irrtum: "Gerade wenn sich die private Situation durch Heirat oder Familienplanung ändert, gerät das Gleichgewicht oft aus der Balance", hat Gemkow beobachtet. Deshalb ist der wichtigste Rat für Gründer - ob befreundet oder nicht -, einen präzisen und ausführlichen Gesellschaftervertrag aufzusetzen.

dpa

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