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Tourismus

Wein, Wandern, Wachau: Auf dem Welterbesteig durchs Donautal

Die Wachau ist für ihren Wein bekannt, vor allem als Heimat des Grünen Veltliners. Auf dem Welterbesteig Wachau wandern Urlauber aber nicht nur auf den Spuren des Weins, sondern auch denen der Römer - und des berühmten Richard Löwenherz.
Herbert Renner führt Touristen auf dem Welterbesteig Wachau durch die Weinberge.

Herbert Renner führt Touristen auf dem Welterbesteig Wachau durch die Weinberge.

© Daniela David

Krems. Der Heurigen-Strohkranz hängt über dem Eingangsportal eines Weinguts in Krems an der Donau. "Ausg'steckt is" - man lädt zum Heurigen. Einige Wochen im Jahr bewirten Winzer Gäste mit eigenem Wein und kalten Speisen. Krems gilt als Tor zur

Wachau. Rund 35 Kilometer misst das malerische Donautal. An den Ufern schmiegen sich Terrassen voller Weinstöcke.

 

Herbert Renner führt Touristen auf dem

Welterbesteig Wachau durch die Weinberge - als sogenannter Wachau-Hiata. "Das kommt von 'Weingarten-Hüter'", weiß Renner. "Der hatte einst die kostbaren Trauben zu bewachen." Der Welterbesteig wurde 2010 eröffnet und misst insgesamt 180 Kilometer. Geplant ist, ihn mit dem Donausteig zu verbinden. "Langfristig wünschen wir uns einen geschlossenen Europäischen Donau-Wanderweg, wie es ihn als Radweg schon gibt", sagt Ronald Würflinger, verantwortlich für das Konzept des Wanderweges.

 

Eingebettet in die hügelige Landschaft liegt das

Stift Göttweig. Wer das stattliche Benediktinerkloster besucht, schreitet unter einem 300 Quadratmeter großen Deckenfresko über die Kaiserstiege, eine monumentale Barocktreppe. "Die Legende, dass Napoleon 1809 sie mit dem Pferd hinaufgeritten sein soll, stimmt wohl nicht", meint Christian Grammel, der einige der insgesamt 451 Räume des barocken Baus zeigt.

 

Herbert Renner ist inzwischen mit seiner Gruppe eingekehrt. "Eine Verkostung des Grünes Veltliners, des typischen Weines der Wachau, gehört zu einer Wanderung einfach dazu." Auf der Strecke des Welterbesteiges gibt es zahlreiche Weingüter zur Auswahl. "Weinanbau in der Wachau ist erstmals im Jahre 1002 urkundlich erwähnt", sagt Renner. "Doch wir wissen, dass schon die Römer bei uns den Anbau förderten."

Der Weitwanderweg führt mitten durch Ortschaften. In Dürnstein flanieren Touristen in der lauschigen Altstadt an mittelalterlichen Häusern vorbei. Die kleine Stadt errang durch Richard Löwenherz Bekanntheit. Der englische König wurde im 12. Jahrhundert auf der Burg Dürnstein gefangen gehalten. Ihre Ruine lässt sich besichtigen.

Ein Stück weiter auf dem Wanderweg gelangt man zur

Domäne Wachau. Die Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von 250 Winzern, deren Wein weltweit verkauft wird. Bei der Weinverkostung im barocken Kellerschlössel lernen die Gäste mit Ausblick auf die Weinstöcke die drei Wachauer Weinkategorien kennen: Steinfeder, Federspiel und Smaragd.

 

Das westliche Ende der Wachau markiert das

Stift Melk. Fast eine halbe Million Besucher im Jahr drängeln sich durch die Prachträume des Benediktinerklosters. Sie spazieren auf dem 196 Meter langen Kaisergang und staunen über die mehr als 100 000 Jahrhunderte alten Bücher und Handschriften in der Klosterbibliothek. Schließlich durchschreiten sie fast stumm die Stiftkirche mit ihren Kunstschätzen.

dpa


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