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Tourismus

Sicherheit wird wichtiger: Terror verändert Reiseverhalten

Die Terroranschläge der vergangenen Wochen und Monate haben die Urlaubssaison 2016 stark beeinflusst. Welche große Bedeutung das Thema Sicherheit mittlerweile für Reisende hat, zeigt eine neue Umfrage. Die Türkei kommt darin nicht gut weg.
Reisende werden vorsichtiger. Die Terroranschläge wirken sich auf den Tourismus aus.

Reisende werden vorsichtiger. Die Terroranschläge wirken sich auf den Tourismus aus.

© Stephanie Lecocq

München. Die Terroranschläge in Paris, Istanbul, Brüssel und anderen Orten haben viele Menschen verunsichert - und sie beeinflussen das Urlaubsverhalten der Deutschen. Das zeigt eine neue Umfrage des Online-Marktforschers Norstat im Auftrag des Reiseportals Travelzoo.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Viele halten sich mit dem Buchen zurück: In der Umfrage gaben nur 37 Prozent der Befragten an, ihren Urlaub schon gebucht zu haben. Zwei Drittel (67 Prozent) haben sich noch nicht entschieden. Was auffällt: Immerhin jeder Zehnte (10 Prozent) gab an, aus Angst vor weiteren Anschlägen noch nicht gebucht zu haben.

Die Türkei gilt vielen als unsicher und wird gemieden: Sonst ist die Türkei nach Spanien und Italien das beliebteste Reiseziel im Ausland. In dieser Saison könnte das anders aussehen. Zumindest in der Umfrage nannten nur 4 Prozent die Türkei als ihr Urlaubsziel für den Sommer - Kroatien und Griechenland erreichten den gleichen Wert. Zum Vergleich: Spanien nannten 17 Prozent, Italien gaben 12 Prozent an. Und Urlaub in Deutschland kam auf 40 Prozent. Besonders pikant: Fast jeder Fünfte (18 Prozent) hatte zumindest in Betracht gezogen, in die Türkei zu reisen, sieht nach den Anschlägen aber nun davon ab.

Sicherheit ist fast so wichtig wie der Preis: Gut jeder Dritte (35 Prozent) hat sein Reiseziel gewählt, weil es dort sicher ist. Noch häufiger wurde als Kriterium nur das Preis-Leistungs-Verhältnis genannt (38 Prozent). Jeder Vierte (24 Prozent) wählte sein Ziel, weil es "fernab der jüngsten Konflikte" liegt. Und jeder Zehnte (9 Prozent) gab an, wegen Sicherheitsbedenken nicht dorthin zu reisen, wo er sonst Urlaub machen würde. Mehrfachnennungen waren möglich.

Städtereisen haben es schwer: Knapp jeder Dritte (30 Prozent) gab an, wegen der Anschläge in Brüssel europäische Metropolen zu meiden. Etwa jeder Sechste (16 Prozent) will nur als sicher geltende Städte und Länder bereisen. Immerhin sagte jeder Zweite (51 Prozent), die Anschläge hätten keinen Einfluss auf das eigene Reiseverhalten.

Im Auftrag von Travelzoo hat Norstat im April 2016 insgesamt 1034 Menschen in Deutschland befragt, die nach Alter und Geschlecht repräsentativ für die Online-Nutzer in der Bevölkerung sind.

dpa


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