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Tourismus

Nach Anschlägen: Weniger Deutsche reisen in die Türkei

Sonne und Strand, Kultur und Geschichte haben in den vergangenen Jahren immer mehr Touristen in die Türkei gelockt. Nun hat die zunehmende Gewalt im Land diesen Trend erstmal umgekehrt.
Deutlich weniger Deutsche reisen in diesem Jahr in die Türkei.

Deutlich weniger Deutsche reisen in diesem Jahr in die Türkei.

© Lena Klimkeit

Istanbul. Die Anschläge auf Urlauber und Terrorwarnungen haben zu einem Einbruch der ausländischen Besucherzahlen in der Türkei geführt. Im März sind im Vergleich zum Vorjahresmonat 17,17 Prozent weniger Besucher aus Deutschland eingereist, wie aus der aktuellen Statistik des Tourismusministeriums hervorgeht.

Damit nahm die Zahl der Deutschen überdurchschnittlich stark ab. Sie stellten mit gut 230 000 Besuchern aber weiterhin die größte Gruppe der Ausländer. Insgesamt kamen im März 12,84 Prozent weniger Ausländer als im Vorjahresmonat, wodurch die Zahl auf 1,65 Millionen sank. Zuvor hatte der Tourismussektor in der Türkei ein jahrelanges Wachstum verzeichnet.

Besonders dramatisch brach die Zahl der russischen Besucher ein, die neben den Deutschen das wichtigste Standbein für die türkische Tourismuswirtschaft waren. Hier verzeichnet die Statistik einen Rückgang um fast 59 Prozent auf nur noch knapp 24 000 Besucher im März. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Armee im Grenzgebiet zu Syrien Ende November hatte Moskau Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Unter anderem wurden Charterflüge an die türkische Mittelmeerküste gestrichen.

Befürchtet wird ein weiterer Rückgang der Besucherzahlen. Die Folgen des bislang letzten Selbstmordanschlags in Istanbul am 19. März - bei der drei Israelis und ein Iraner starben - dürften sich in der jüngsten Statistik noch nicht voll niedergeschlagen haben. Am 12. Januar hatte ein weiterer Selbstmordanschlag in Istanbul zwölf deutsche Urlauber das Leben gekostet. Auch in Ankara und in Bursa kam es zu Selbstmordattentaten.

Für die Anschläge werden die Terrormiliz Islamischer Staat und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verantwortlich gemacht. Im Südosten der Türkei herrschen wegen der Gefechte zwischen der PKK und der Armee außerdem bürgerkriegsähnliche Zustände. Die US-Botschaft in Ankara warnte erst am Dienstag, dass weiterhin glaubwürdige Hinweise vorlägen, wonach Terroristen Anschläge in Touristengebieten planten.

dpa


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