Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Wohnen

Nachlässig bis keimfrei - Wer noch mit Elan putzt und warum

Mit dem kalendarischen Frühlingsanfang ist die Zeit für das große Reinemachen gekommen. Aber putzen die Deutschen überhaupt noch selbst und wenn ja, wie? Eine Typologie.
Mit dem Frühlingsanfang steht bei vielen der Frühjahrsputz an. Während die einen nur den Oberflächenschmutz beseitigen, muss es für andere hinterher keimfrei sein.

Mit dem Frühlingsanfang steht bei vielen der Frühjahrsputz an. Während die einen nur den Oberflächenschmutz beseitigen, muss es für andere hinterher keimfrei sein.

© Oliver Berg

Berlin (dpa) - Die Frühjahrssonne offenbart die Spuren der dunklen Jahreszeit gnadenlos. Staubflusen in Ecken, Schokofleckchen auf dem Sofa, Spinnweben unter der Decke.

Höchste Zeit für einen Frühjahrsputz! Was für Putzfanatiker ein willkommener Anlass ist, treibt anderen schon beim Gedanken daran den Schweiß auf die Stirn. Diese Putztypen gibt es:

Der Pseudo-Sportler: Wenn er in seinen vier Wänden aufräumt, beruhigt er damit sein Gewissen. Schrubben und Wischen wertet er als Training, das per Fitness-App oder Kalorienrechner zu seinen Gunsten verbucht wird. Denn Joggen mag dieser Typ nicht so gerne. Letztlich macht er sich aber etwas vor: Als Sport geht Putzen wegen der zu kurzen, zufälligen Belastung bei Fachleuten nicht durch. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln glaubt höchstens bei ganz Untrainierten wie älteren Menschen an einen Effekt. Er spricht allerdings von beweglichen Gelenken und nicht von Muckis.

Der Kompensierer: Bei Frust im Job oder an der Uni reagiert er sich mit Hausarbeit ab. Die körperliche Anstrengung verbunden mit mehr Sauberkeit gibt ihm das Gefühl, wenigstens etwas geschafft zu haben - und sei es nur für ein paar Tage ein staubfreies Zuhause.

Der Oberflächliche: Er nimmt nur Schmutz ernst, den er auch ohne Lupe erkennt: Spaghetti neben dem Topf, hartnäckige Kalkränder in der Badewanne oder Dreckklumpen im Flur - das ist die für ihn relevante Größenordnung. Er dürfte überdurchschnittlich oft in Berlin anzutreffen sein, der Hauptstadt der Putzmuffel laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage von 2015 im Auftrag der Minijob-Zentrale. Demnach putzt fast jeder vierte Berliner lediglich mehrmals monatlich - und dann auch nicht sonderlich ausgiebig.

Der Keimfreie: Ekel, fast schon Panik, bereitet ihm der Gedanke an unsichtbare Krankheitserreger, die sich auf Türklinken oder auf Schneidebrettern in der Küche breitmachen könnten. Er schwört auf Produkte zur Desinfektion, die er auf die Gefahrenzonen sprühen kann. Und er ignoriert dabei, dass Desinfektionsmittel die Umwelt belasten und nach Einschätzung von Verbraucherschützern sogar Stoffe enthalten, die Allergien auslösen können.

Der Auftraggeber: "Das stärkste Argument gegen das Selber-Putzen ist die Zeitverschwendung", sagte die Philosophin Nicole Karafylli einmal dem "Süddeutsche Zeitung Magazin". Der Auftraggeber hätte es nicht besser ausdrücken können. Regelmäßig klickt er durch Putzportale, um jemanden zu finden, der nach seinen Vorstellungen wischt und abstaubt. Die Umsätze der Gebäudereiniger-Branche wachsen. In 11 Prozent aller Haushalte in Deutschland arbeiten Haushaltshilfen. Doppelt so hoch ist der Anteil in Haushalten mit monatlichem Nettoeinkommen über 3500 Euro, so der "Putzatlas" von 2015 der Minijob-Zentrale.

Der Ausgerüstete: Viel hilft viel. In seinen Küchenschränken findet sich alles, was Drogerie und Supermarkt hergeben. Er macht jede Marktneuheit mit: Schmutzradierer, Entferner für jede Art von Flecken, Glanz- und Duftsprays, Spezialbürstchen für Ecken und Fugen. Er trägt seinen Teil zu den 945 Millionen Euro Umsatz bei, den der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) 2015 allein bei Reinigungsmitteln verbuchte. Blöd nur, dass ihm vor lauter Einkaufen so wenig Zeit zum Putzen bleibt.

Der Umweltbewusste: Der Gegenpol zum Ausgerüsteten: Die 630 000 Tonnen Chemikalien, die laut Umweltbundesamt durch Waschen und Putzen in privaten Haushalten ins Abwasser gelangen, stammen bestimmt nicht aus seinem Abfluss. Besorgt wie er ist, greift der nachhaltige Typ bevorzugt zu Haushaltssoda, Essigsäure oder Zitronensaft, um sich möglichst schonend von Schmutz zu trennen. Von ihm könnte der Pseudo-Sportler lernen: Ohne Chemiekeule braucht es mehr Muskelkraft.

Der Putzteufel: Eine ziemliche Seltenheit. Laut dem aktuellen "Putzatlas" der Minijob-Zentrale sagten lediglich acht Prozent der Befragten ohne Haushaltshilfe, sie würden in ihrem Haushalt täglich putzen.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Leseraktion




Gute Vorsätze


Abo zum Jahresanfang

Jubiläum




Die Transfers im Landkreis




Sport-Tabellen


Sporttabellen

Spielerkader


Vereinssteckbriefe

zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen


Sonderveröffentlichungen

Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr


Saisongarten

Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP


Schüler lesen die OP

Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP


OP-Shop

Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die OP-Serien

Einfach nur lecker: Spinat-Tagliatelle mit Calamaretti auf einem Zucchinibett. Foto: Patricia Grähling Besser Esser

Leckereien aus selbstgemachter Pasta

Schnell und einfach zubereitet und dabei leicht und lecker: Italienische Pasta ist ein vielfältiges Gericht. Dario Pilia serviert Spinat-Tagliatelle gerne mit Calamaretti. mehrKostenpflichtiger Inhalt



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik

Terra-Tech





Inhaltsverzeichnis

Volltextsuch über das Angebot:

Startseite

Video / Foto



  • Sie befinden sich hier: Wohnen – Nachlässig bis keimfrei - Wer noch mit Elan putzt und warum – op-marburg.de