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Bau

Jetzt an den Winter denken – Kaminofen nachträglich einbauen

Der Sommer hat noch nicht einmal angefangen, da sollten einige Hausbesitzer schon über die nächste Heizperiode nachdenken. Wer dann an einem Kaminofen sitzen möchte, plant dessen Einbau am besten frühzeitig.
Danach wird der neue Kaminofen mit dem Schornstein verbunden.

Danach wird der neue Kaminofen mit dem Schornstein verbunden.

© Andrea Warnecke

Sankt Augustin. Ein Kaminofen verbreitet eine behagliche Atmosphäre in der Wohnung. Nicht nur im Winter wird er gerne angeworfen. Auch an kühlen Sommerabenden und in der Übergangszeit ist seine wohlige Wärme willkommen. Außerdem hat er weitere, nicht zu unterschätzende Vorteile: Heizen mit dem Kaminofen entlastet die Haushaltskasse und schont die Umwelt. Deshalb liegen Kaminöfen im Trend und mancher Hausbesitzer plant, sich einen zuzulegen. Das sollte geschehen, bevor die nächste Heizperiode beginnt.

"Der Kauf eines Kamins will gut vorbereitet sein", erläutert Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks in Sankt Augustin bei Bonn. Am besten holen Hausbesitzer sich einen Fachmann ins Haus, der prüft, welcher Kamin geeignet ist, ob ein passender Schornstein vorhanden ist oder ein neuer Abzug eingerichtet werden muss. "Viele Schornsteinfeger bieten solche Beratungen kostenlos an", sagt Langer. "Sie dauern etwa 15 bis 20 Minuten."

Der Kunde kann sie in Anspruch nehmen, muss es aber nicht. Für die Installation eines Kaminofens braucht nicht unbedingt ein Schornsteinfeger eingeschaltet zu werden. Aber die Abnahme des fertigen Systems durch den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ist Pflicht.

Die meisten Kaminöfen werden an die Wand gestellt. Ist kein geeigneter Schornstein im Haus, muss ein neuer angebaut werden. "Das ist kein großer Aufwand", sagt Langer. Er wird durch einen Durchbruch in der Wand geführt und verläuft an der Außenwand nach oben. Oder er wird durch das Gebäude verlegt. Das ist etwas aufwendiger. Wie hoch der Schornstein sein muss, hängt vom Umfeld des Hauses ab. Laut Bundesimmissionsschutzverordnung muss die Einmündung mindestens 15 Meter vom Fenster des Nachbarhauses entfernt sein. Anderenfalls muss der Schornstein das Fenster um mindestens einen Meter überragen.

Die Auswahl an Kaminöfen ist groß. Es gibt Modelle aus Emaille, Gusseisen, Naturstein, Keramik, Speckstein oder Granit in etlichen Farben und Formen. Das schicke Aussehen ist aber nicht alles. "Einen Kaminofen kauft man nicht wie einen Wohnzimmerschrank", betont Langer. Um das passende Modell zu finden, muss man wissen, wo der Kamin später im Raum stehen wird - an der Wand oder in der Mitte. Danach richten sich Art und Länge des Schornsteins.

Bei einem guten Händler bekommt der Kunde ungefragt eine sogenannte Prüfstandsmessbescheinigung für seinen neuen Ofen. "Ohne dieses Blatt Papier darf der Kaminofen nicht betrieben werden", erklärt Langer. Es ist ein Nachweis dafür, dass der Ofen alle aktuellen Umweltauflagen erfüllt. Aber: "In der Regel entsprechen die heute in Deutschland verkauften Kaminöfen diesen Anforderungen und auch den strengeren Maßstäben der zweiten Stufe der Novelle der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung, die 2015 in Kraft treten wird", berichtet Frank Kienle, Geschäftsführer des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) in Frankfurt am Main.

Bedienungsärmer, aber auch weniger romantisch sind Pelletöfen. Sie verfügen über eine Mechanik, die das Brennmaterial automatisch aus einem Vorratsbehälter in den Brennraum transportiert. Je nach Bedarf kann die Temperatur am Pelletofen eingestellt werden. Ist diese erreicht, schaltet sich das Gerät automatisch ab. "Aufgrund der optimalen Steuerung heizen die Geräte sogar um einiges länger als Kaminöfen, ohne dass Brennmaterial nachgelegt werden muss", erklärt Reiner Verbert, Experte für Feuerungsanlagen beim TÜV Rheinland. "Allerdings ist bei ihnen statt des prasselnden Kaminfeuers nur das Rauschen des Gebläses und der Transport der Pellets zu hören."

dpa


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